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Zu dieser Ausgabe

Liebe Leser des Bambusbriefes, liebe Mitglieder der Bambusrunde,

Im August überzog der Taifun Morakot den Süden Taiwans mit entfesselter Naturgewalt. Noch ist nicht abzusehen, wie viele Menschenleben die Katastrophe gefordert hat. Tausende wurden verletzt oder verloren ihre gesamte Habe und stehen buchstäblich vor den Scherben Ihrer Existenz. Angesichts der tragischen Ereignisse sind wir mit den Herzen bei unseren Freunden in Taiwan.

Dr. Gerd Boesken.
Die Schreckens-Nachricht erreichte uns mitten in den Vorbereitungen zur Taiwan-Woche, mit der wir vom 09. Bis zum 19. September den vierzigsten Geburtstag der Bambusrunde feiern. Die wichtigste Frage war natürlich: Wie können wir helfen? Doch auch: Können wir feiern und fröhlich sein, wenn Taiwan unter den Folgen eines derartigen Desasters zu leiden hat? Wir überlegten, die Festwoche abzusagen, gelangten aber rasch zu der Erkenntnis, dass wir nichts bewirken, wenn wir nichts tun!

Deshalb haben wir uns entschlossen, die Taiwan-Woche wie geplant durchzuführen, nun aber gezielt die Aufmerksamkeit, die unser Programm in der Öffentlichkeit erlangt, dazu zu nutzen, unseren Spendenaufruf für die Opfer des Taifuns Morakot an ein noch breiteres Publikum zu richten. Je mehr Gäste sich zu den – wie ich finde – sehr spannenden Programmen einfinden, desto nachhaltiger können wir auch an ihre Solidarität appellieren!

Nehmen Sie sich zwischen dem 09. Und 19.09. nichts anderes vor! Kommen Sie zu unseren Veranstaltungen, ein vielfältiges Programm erwartet Sie! Nutzen Sie z.B. die Gelegenheit, auf dem Wirtschaftstag in der Handelskammer mehr über Taiwans Erfolge bei der Forcierung von Umweltprogrammen zu erfahren, lernen Sie auf dem Familientag in Deutschland lebende Taiwaner kennen, erfreuen Sie sich an taiwanischer Kultur, an Spielen, an Liedern, an Kunsthandwerk und – nicht zuletzt – an den köstlichen Leckerbissen nach original taiwanischen Rezepten. Schauen Sie sich den Film Cape No.7 im Metropolis an, die Fotoausstellung im AAI oder die Kunstwerke von Chen Tso-chi im Seitenschiff der St. Jakobi-Kirche (Eröffnung der Ausstellung am 10.09.). Auf unserer Webseite www.bambusrunde.de finden Sie das Gesamtprogramm.

Der Vorstand der Bambusrunde lädt Sie recht herzlich ein, teilzunehmen und zusammen mit uns und unseren taiwanischen Freunden den „Vierzigsten“ der Bambusrunde zu feiern.

Dr. Gerd Boesken
- Präsident -


Von FTA zu CEPA, CECA und ECFA

Schon in seiner Antrittsrede vom 20. Mai 2008 hatte Präsident Ma eine „vollständige Normalisierung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen“ zu China angekündigt. Über den Weg dorthin und den Grad der Normalisierung besteht bis heute allerdings Unklarheit.

Unter dem Dach der WTO (World Trade Organization)wäre ein FTA (Free Trade Agreement) denkbar, ermuntert diese ihre Mitglieder doch, Freihandelsabkommen untereinander abzuschließen. Taiwan ist dort nur unter der Bezeichnung „Separate Customs Territory of Taiwan, Penghu, Kinmen and Matsu (Chinese Taipei)“ Mitglied, weshalb ein FTA in diesem Rahmen auch für die VR China akzeptabel sein müsste. Doch schon die Bezeichnung FTA stellt für diese anscheinend eine unerwünschte Internationalisierung ihres Verhältnisses zu Taiwan dar, so dass die Ma-Regierung ein FTA von vornherein nicht thematisierte.

Stattdessen war die Rede von einem CEPA (Closer Economic Partnership Arrangement), wie es die Regierung in Beijing 2003 mit der Sonderverwaltungszone Hongkong abgeschlossen hatte. Jeder Eindruck einer „Hongkong-isierung“ Taiwans ist allerdings innenpolitisch inakzeptabel, daher taufte Ma die geplante Vereinbarung in CECA (Comprehensive Economic Cooperation Agreement) um. Anfang März 2009 fühlte er sich veranlasst, diesen Begriff wieder zu ändern, da er sich als unglücklich gewählt herausgestellt hatte: „se ka“ ausgesprochen, klingt er doch fast wie auf Taiwanesisch „se kha“ („(jm die) Füße waschen“). Seitdem heißt es nun „ECFA“ (Economic Cooperation Framework Agreement).

Nach Regierungsangaben soll der Unterschied zu einem FTA darin bestehen, dass in einer Rahmenvereinbarung konkrete Maßnahmen zur Marktöffnung zukünftigen Verhandlungen vorbehalten sind. Im Gespräch sind eine begrenzte Öffnung des Arbeitsmarkts, die Öffnung der Hochschulen Taiwans für chinesische Studenten, die Beteiligung chinesischen Kapitals an taiwanesischen Unternehmen (außer in strategisch wichtigen Branchen wie der Telekommunikation) und die Öffnung des Agrarmarkts für chinesische Produkte bei gleichzeitigem Schutz der inländischen Landwirtschaft.

Über Chancen und Risiken dieser Maßnahmen, wie über die grundsätzliche Entscheidung, überhaupt eine solche Vereinbarung mit China anzustreben, wird innenpolitisch heftig gestritten. Während die KMT-Regierung ihre Pläne als reine Wirtschaftspolitik betrachtet, sieht die DPP darin Souveränitätsfragen berührt. War doch China erst durch die implizite Anerkennung des Ein-China-Prinzips durch die KMT überhaupt bereit, solch eine Vereinbarung in Betracht zu ziehen. Während die KMT auch eine Einbindung des Parlaments in diesen Prozess für unnötig erachtet, strebt die DPP ein Referendum über die Frage an, ob das Volk über ein Wirtschaftsabkommen mit China entscheiden soll.

So unterschiedlich wie die politischen Standpunkte sind auch die Umfrageergebnisse: eine Umfrage der Mainland Affairs Commission (MAC) erbrachte im April 70% Zustimmung für ECFA, während eine Umfrage des dem grünen Lager nahestehenden Taiwan Thinktank von Ende Juni 70,6% Zustimmung zu dem Vorschlag ergab, dass das Volk darüber entscheiden solle. Für mehr Klarheit muss sich die Öffentlichkeit wohl bis zum Jahresende gedulden. Dann sollen laut MAC (Kommission für Festlandsbeziehungen) Verhandlungen mit China über die Vereinbarung beginnen.

Günter Whittome, Taipeh

Taiwan-Festwoche der Bambusrunde

Gründungsjahr der Bambusrunde war das Jahr 1969, wir feiern im Jahr 2009 unser 40-jähriges Bestehen. Geplant sind vom 09.~19. September folgende Veranstaltungen:

Feierliche Eröffnung der Taiwan-Woche und "Fotografische Impressionen aus Taiwan" von Bernhard Goschin

09. September 2009 um 18:00 Uhr im AAI mit anschließender Vernissage im Asien-Afrika-Institut zu taiwanischen Köstlichkeiten, Sekt & Selters. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Bernhard Goschin (EFIAP) mit Historien-Postern von Prof. H. Stumpfeldt und Bildern von der Insel Kinmen von Dr. D. Langmann

Wochentags 10 ~ 15. September von 11 bis 18 Uhr am AAIder Universität Hamburg, 1. Stock. Eintritt frei.
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Kunstausstellung "Kultur Distanzen Über Brücken"

Frau CHEN Tso-chi

(Ihre Ausstellung "2007 Exhibition Taipei Sky" hier auf YouTube)

10. September 2009 20:30 Uhr Vernissage zu taiwanischen Köstlichkeiten, Sekt & Selters. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).
Eintritt frei. Kunstkontakt

11 ~ 20. September 2009 täglich von 11 bis 17 Uhr im Südflügel der St. Jacobi-Kirche, Jakobikirchhof 22.
Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Messen

Internationale Funkausstellung (IFA)

4 ~ 9. September 2009 in Berlin, Taiwan-Pavillon, Halle 27

Taiwan, einer der wichtigsten Akteure der IT-Branche in der Welt, wird selbstredend auf dieser größten Messe für Unterhaltungselektronik und Elektrohausgeräte seine neuesten Produkte und Innovationen präsentieren. 55 ausgezeichnete taiwanische Aussteller werden ihre Produkte, unter anderem Multimedia-Geräte, digitale TV-Empfänger, Tastaturen, GPS-Navigationssystemen, Digitalkameras, MP3-, LCD-Monitore, Ladegeräte und vieles mehr vorstellen.

* Computer Hardware, Software & Peripherals
* Consumer Electronics & Electrical Products
* Electronic Components & Parts


Exportinitiative Energieeffizienz

15. September 2009, 9 bis 14 Uhr in der Aula des Bundeswirtschaftsministeriums, Berlin

Zusammen mit der BDI-Initiative „Wirtschaft für Klimaschutz“ und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bietet das Wirtschaftsministerium Informationen über das vielfältige Angebot an Unterstützungsmaßnahmen der Exportinitiative Energieeffizienz. Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg wird diese Konferenz eröffnen.

Kontakt: Geschäftsstelle Exportinitiative Energieeffizienz, Fr. Lein%2F Fr. Lehmann, Tel.: +49-30-18615-6300%2F -6301, E-Mail: kontakt@efficiency-from-germany.info

Taiwan International Green Industry Show (TIGIS)

21 ~ 24. Oktober 2009

Messeplatz: econet taiwan Pavillon, Taiwan World Trade Center Exhibition Hall, Taipei

Deutsche Unternehmen aus dem Bereich Energie, Bau und Umwelt sind herzlich eingeladen, sich am Gemeinschaftsstand von econet taiwan auf der Taiwan International Green Industry Show (TIGIS) zu beteiligen. 2009 werden ca. 25.000 Besucher erwartet; Hauptaugenmerke der Ausstellung liegen auf der Wasserindustrie, Umwelttechnologien, Transport und Erneuerbaren Energien. Das Messeteilnahmepaket zum Preis von € 2.850 + MwSt. umfasst neben einer gemeinsamen Ausstellungsfläche auf der Messe, auch ein Marketingpaket sowie ein Produktseminar.

Kontakt: Herr Raoul Kubitschek, Project Manager econet taiwan, Tel.: +886-2-2506-9028 Ext. 1800, URL www.dwb-taipei.org.tw


Taipeh stellt sich vor

13. Oktober 2009, 17:00 – 20:00 Uhr im Berliner Rathaus, Wappensaal

Die hochmoderne Metropole Taipeh präsentiert sich im Hinblick Entwicklung, ihre dynamische Wirtschaft und ihre reichhaltigen Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation lädt eine mobile Besucher zum Dialog ein. Im Vorfeld wird am 10.10. 2009 von 16.00 Babylon das Taiyuan Puppet Theatre auftreten, das traditionelle Puppenspielerkultur Elementen westlicher Theaterkonzepte und -methoden verbindet.

Asien-Pazifik-Wochen in Berlin vom 7. bis 18. Oktober 2009

Der Chinesisch-Deutsche Kultur- und Wirtschaftsverband CDKWV

Der Chinesisch-Deutsche Kultur- und Wirtschaftsverband ist der älteste chinesisch-deutsche Freundschaftsverein. Seit der Gründung im Jahre 1933 fördert der CDKWV erfolgreich die chinesisch-deutschen Beziehungen. Seinen Sitz hat der Verband seit 1949 in Taipei, Taiwan, Republik China.

Der Vorstand des CDKWV mit ihrer Präsidentin, Frau Professor Charlotte Han, und dem Präsidenten der Hamburger Bambusrunde, Dr. Boesken am 25. Februar 2009 in Taipeh.
Bild: Der Vorstand des CDKWV mit ihrer Präsidentin, Frau Professor Charlotte Han, und (daneben) dem Präsidenten der Bambusrunde, Dr. Boesken.

Der CDKWV ist eine wichtige Anlaufstelle vor allem für Taiwanesen, die aus verschiedenen Gründen Kontakt zu Deutschland aufnehmen wollen. Der Verband gibt sowohl geschäftliche, als auch rechtliche Hilfestellung und berät bei akademischen Fragen. Außerdem hilft er bei Übersetzungen und beglaubigt amtliche Dokumente. Zur Pflege des kulturellen und wirtschaftlichen Austausches zwischen der Republik China und den deutschsprachigen Ländern organisiert der Verband Vorträge, Tagungen, Treffen und Feiern zu relevanten Themen und wirkt unterstützend bei Ausstellungen und Konzerten.

Der CDKWV ist eine Non-Profit Organisation, die sich vor allem aus Mitgliederbeiträgen und -spenden finanziert. Außerdem erhält der Verband Unterstützung bei Projekten und Veranstaltungen durch das taiwanische Außenministerium und die deutschen Vertretungen in Taiwan. Derzeit gibt es etwa 800 Mitglieder - in der überwiegenden Mehrzahl Taiwan-Chinesen - von denen ca. 400 aktiv sind. Viele dieser Mitglieder sind Akademiker, die früher in Deutschland studiert haben, aber auch zahlreiche Unternehmer, die deutsche Geschäftskontakte pflegen, Politiker, Rechtsanwälte und Künstler gehören dem Verband an.

Am 14. September 2009, in der Taiwan-Woche, wird bei einem Senatsempfang mit Staatsrat Frigge ein Freundschaftsvertrag zwischen dem Chinesisch-Deutschen Kultur- und Wirtschaftsverband und dem Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V. feierlich unterzeichnet.


Wirtschaftsnachrichten

Anzeichen einer Erholung der taiwanischen Wirtschaft

Taiwans Präsident Ma Ying-jeou verfolgt seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 eine auf Wachstum, Deregulierung der Wirtschaft und Verständigung mit China ausgerichtete Politik. Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit verabschiedete die neue taiwanische Regierung ein umfangreiches Paket von Infrastruktur- und Wirtschaftsförderungsmaßnahmen zur Stabilisierung der eigenen Wirtschaft, „i-Taiwan 12 projects“ Schwerpunkte bilden unter anderem die Verbesserung der Transportwege, der Ausbau von Häfen und des internationalen Flughafens. Ein halbes Jahr nach dem Amtsantritt wurde die Regierung Taiwans mit der Wirtschaftskrise konfrontiert. Der Rückgang der weltweiten Nachfrage hatte für das stark exportabhängige Taiwan dramatische Auswirkungen. Die Regierung geht jedoch davon aus, dass inzwischen das Schlimmste überstanden ist und sich die Wirtschaft allmählich erholen wird. Hochrechnungen des staatlichen Amts für Statistik zufolge wird die Taiwanische Wirtschaft 2009 um insgesamt 4,04 % schrumpfen, für 2010 wird ein quartalsweises Wachstum von 8,1%, 4,51%, 2,03% und 1,43%, somit über das Jahr 3,92% erwartet
(Taiwan News 23.08.2009)

Schäden, die durch den Taifun „Morakot“ verursacht wurden

Vom 07. - 09. August 2009 wurde Taiwan von dem Taifun „Morakot“ heimgesucht, der im Süden Taiwans Schäden in historischem Ausmaß hinterlassen hat. Betroffen sind in erster Linie die Landwirtschaft und die Fischerei. Besonders betroffen ist die Aufzucht von Zackenbarschen. Eine Untersuchung des Rates für Landwirtschaft ergab, dass mit mehr als 1.500 Hektar 90% der Zuchtbecken zerstört sind, bislang hatte Taiwan einen Anteil von 58% der weltweiten Züchtung von Zackenbarschen. Die Verluste in der Fischerei belaufen sich auf insgesamt NT$ 4,14 Mrd. (Taiwan News 22.08.2009), die in der Landwirtschaft auf 2,11 Mrd. NT$. (Taiwan News 10.08.2009). Das Erziehungsministerium gibt an, dass 1.273 Schulen bei dem Taifun beschädigt wurden, insgesamt sei ein Schaden i.H.v. NT$ 1,8 Mrd. entstanden. (Taipei Times 14.08.2009). Mit 21 wurden mehr Brücken als bei dem Erdbeben von 1999 zerstört. (China Post 10.08.2009) Am 15. August wurde, in Anlehnung an das verheerende Erdbeben von 1999, eine Kommission zum Wiederaufbau gegründet. Nach anfänglich zögerlichem Verhalten der Regierung ist nun eine umfangreiche nationale und internationale Hilfe angelaufen. Inzwischen wurde zu Geldspenden aufgerufen, auch deutsche Firmen mit Niederlassungen in Taiwan wie z.Bsp. Mercedes-Benz, Siemens oder Bayer haben Geld- bzw. Sachspenden geleistet. Bezogen auf das nationale Wirtschaftswachstum wird nach ersten Hochrechnungen des staatlichen Amts für Statistik angenommen, dass die durch den Taifun verursachten Schäden, sich in dem negativen Wirtschaftswachstum für 2009 mit 0,26% bemerkbar machen.
(Taiwan News 21.08.2009)

Taiwan Wirtschaftstag

Chancen für deutsche Handels- & Technologie-Unternehmen in Taiwan im Umweltbereich

10. September 2009 10:00 ~ 14:00 Uhr im Plenarsaal der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1 Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Veranstaltet vom Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V., der Handelskammer Hamburg und dem Ostasiatischen Verein mit freundlicher Unterstützung der Taipeh-Vertretung und des DTJV

10:00-10:15 Begrüßung

Herr Heinz W. DICKMANN, Stellv. Geschäftsführer & Abt. Ltr. Außenhandelsförderung, Handelskammer Hamburg
Dr. Gerd U. BOESKEN, Präsident, Bambusrunde

10:15-10:30 Grußwort

Frau Hsiao-nee CHANG, Generaldirektorin, Taipeh Vertretung Hamburg

10:30-11:00 Zur Wirtschaftlichen Situation in Taiwan

Herr Jonas KELLER, Regionalmanager Greater China, OAV German Asia-Pacific Business Association

11:00-11:30 Investitions- & Kooperationsmöglichkeiten für Technologiefirmen in Taiwan

Dr.-Ing. Liang-han HSIEH, Representative, European Business Group, ITRI Europe Office Berlin

11:30-12:00 Investitions- & Handelsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Taiwan

Herr Yi-cheh CHIU, Direktor, Taipeh Vertretung Berlin

12:00-12:30 Investieren in Taiwan & Deutschland am Beispiel der Solarindustrie

Herr Franz E. SIMON, Geschäftsführer & Wirtschaftsprüfer, Wotax International, Düsseldorf

12:30-13:00 Fragen & Antworten

13:00 Mittagsimbiss

Anmeldeformular und Programm, Anmeldung per Email


Taiwan Inhouse-Beratung

10. September nach Termin-vereinbarung mit Herrn Dr. Roland Wein in Ihrem Unternehmen

Für deutsche Unternehmen ist Taiwan wichtiger Wirtschaftspartner in traditionellen Industriesektoren und in Wachstumsbranchen wie IT-Industrie, Bio- und Nanotechnologie. Haben Sie Interesse, Taiwan als Absatzmarkt oder Bezugsquelle zu erschließen und wollen eine erste, kostenlose Einschätzung Ihrer dortigen Marktchancen und der Vertriebsstrukturen oder suchen Sie potenzielle Partner für Ihren Markteinstieg in Taiwan?

Die IHK Frankfurt bietet in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wirtschaftsbüro Taipeh die Möglichkeit zu einer kostenlosen Erstberatung (maximal 1 Stunde) mit seinem Direktor, Herrn Dr. Roland Wein.

Anmeldung: Herr Walter Engelmann, Tel. 069 2197-1217

Augenblicke in der Geschichte Taiwans

Gerade einmal vier Jahrhunderte währt die Geschichte Taiwans. Was weiter zurückliegt zählt zur Vor- und Frühgeschichte. Diese 400 Jahre haben es jedoch in sich, denn sie stecken voller dramatischer Ereignisse. Kaum eines von diesen ist in Deutschland allgemein bekannt, und viele kennen sogar die meisten Taiwaner nicht. An solche Ereignisse in der Geschichte Taiwans sollen regelmäßige Notizen erinnern, ohne jede Systematik allerdings.

Teil 5 – Asiens erste Republik

Am 17. April 1895 wurde nach dem für China verheerenden Chinesisch-Japanischen Krieg in Shimonoseki ein Friedensvertrag unterzeichnet. Unter anderem sah er Abtretung Taiwans an Japan vor. Am 19. April unterrichtete das chinesische Außenamt, der Tsung-li ya-men, den Mandschu-Gouverneur auf Taiwan, T'ang Ching-sung, hiervon.

Von interessierter Seite, wahrscheinlich Kaufleuten aus dem Westen, waren Gerüchte über diese Abtretung auf Taiwan bereits am 18. April verbreitet worden. Schnell wurde von unbekannter Hand, doch unterzeichnet mit "das ganze Volk von Taiwan", noch am gleichen Tag eine Proklamation gegen die "japanischen Zwerge", wie China die japanischen Gegenüber am Ostmeer seit dem Altertum verachtungsvoll genannt hatte, verbreitet.

Am 8. Mai wurde der Vertrag von Shimonoseki ratifiziert und trat damit in Kraft. In der Zwischenzeit ging es auf Taiwan hoch her: Ch'iu Feng-chia, ein herausragender Vertreter der taiwanischen Gentry, der auch als Gelehrter und Literat einen Namen hatte, organisierte - zunächst in Zusammenarbeit mit Gouverneur T'ang – Widerstand gegen die Übernahme der Insel durch Japan. Der Mob nutzte die Situation und plünderte, die öffentliche Ordnung war bedroht.

Auch mit den Ausländern auf Taiwan berieten sich die Widerständler, darunter dem deutschen Konsul C. Merz. Mehrere Kriegsschiffe, darunter zwei deutsche, kreuzten vor den Küsten auf: Europa hatte Taiwan schon lange für sich wiederentdeckt

Nach einer Voraberklärung vom 16. Mai, die aus nur 16 Schriftzeichen bestand, war es am 23. Mai so weit: Die "Republik Taiwan", T'ai-wan min-chu kuo, wurde ausgerufen, als unabhängiger Staat, der allerdings die Souveränität der Mandschu-Kaiser respektieren wollte. Das war, wie man sich in manchen Kreisen auf Taiwan in den 1990er Jahren stolz erinnerte, Asiens erste Republik.

T'ang Ching-sung wurde ihr erster Präsident. Er bittet, die kaiserlichen Beamten, bei ihm zu bleiben – bei doppeltem Gehalt. Die meisten kehren trotzdem auf das Festland zurück, und schon nach zwölf Tagen folgt ihnen T'ang. Damit ist die junge Republik schon am Ende. Die westlichen Mächte hatten sich nicht zu ihrer Unterstützung bereitgefunden, und niemand hatte sie anerkannt. Am 21. Oktober fand sie dann auch drastisch ihr Ende: Tainan im Süden, wo sich ihre letzten Kämpfer verschanzt hatten, wurde durch die Japaner eingenommen.

Manche Historiker sehen diese Republikgründung als ein etwas undurchsichtiges, jedenfalls abgekartetes Spiel an. Für ein begründetes Urteil sind noch zu wenige Dokumente bekannt. Desungeachtet, diese Republik hatte es schon zu einem Präsidentensiegel, einer Nationalflagge mit dem Tiger als Symboltier, eigenen Briefmarken und Geldscheinen gebracht. Das erfordert einige Vorbereitung. Außerdem proklamierte die Republik für sich eine eigene Jahreszählung, die mit dem nächsten Jahr beginnen sollte.

Yung-ch'ing sollten diese nächsten Jahre genannt werden, und diese Devise hatte es in ihrer Mehrdeutigkeit in sich. Das konnte "Ewige Ch'ing" bedeuten, also den Mandschukaisern auf dem Festland dauerhaften Erfolg wünschen, konnte aber auch als "Ewige Klarheit" verstanden werden – von da an, in der Unabhängigkeit.

Prof. Dr. Hans Stumpfeldt



Aus der Geschichte der "Bambusrunde"

Selten läßt sich die Geschichte eines kleinen Vereins wie der "Bambusrunde" rekonstruieren, denn deren Dokumentation von Anfang an erscheint selten als aufschlußreich oder gar notwendig. Dabei sind viele Ereignisse in der Vereinsgeschichte durchaus der Erinnerung wert, auch die Persönlichkeiten, welche die Vereinsgeschichte prägten. Auf irgendeine Weise spiegeln sich in ihnen stets auch die allgemeinen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. Ungeordnete Notizen zu Einzelheiten aus den vierzig Jahren der "Bambusrunde" sollen deren Mitglieder zu eigenen Erinnerungen anregen.

Teil 5 – Erdbebenhilfe vor zehn Jahren

Eigentlich ist das ein Wunder, daß Meldungen über Naturkatastrophen auf Taiwan nicht alljährlich auch ferne Menschen erschüttern. Die Insel liegt in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Welt, und die Gewalt der Taifune dort ist sprichwörtlich. Die Unberechenbarkeit der Wirbelwinde wird noch durch die ansonsten grandiose Bergwelt von Osttaiwan verstärkt. Mehrmals jährlich treffen sie auf die Insel.

Jahrhundertelange Erfahrung im Umgang mit solchen Naturgewalten und moderne Technik bewirken oft, daß deren Auswirkungen begrenzt werden können. Aber in Bergwelten läßt sich nicht alles vorhersehen, denn niemand kann ahnen, was in deren Untergründen vorgeht. So waren jetzt, in den ersten Augusttagen 2009, vor allem Bergregionen von dem Taifun "Morakot" betroffen. Unter anderem schwemmte das sonst eher unscheinbare Flüßchen Taimali 51 Häuser in den Pazifischen Ozean. In früheren Jahrhunderten bewirkten solche Taifune oft, daß die Trampelpfade in den Bergen zu reißenden Bächen wurden. Manchmal dauerte es dann vier Wochen, bis eine Nachricht von Tainan im Süden bis zum nördlichen Taipei gelangte.

Vor genau zehn Jahren hatte ein gewaltiges Erdbeben Taiwan erschüttert und aberhundert Menschen getötet und noch mehr obdachlos werden lassen. Damals entschloß sich die "Bambusrunde" zu einer großangelegten Hilfsaktion, die auch einen Spendenaufruf einschloß. Die Bambusrunde veranstaltete ein Benefizkonzert, eine Operngala, für die Erdbebenopfer – mit dem Hamburger Mozart-Orchester und Sängern aus der Hamburger Staatsoper. Damals war der Jurist Prof. Dr. Matthias K. Scheer Vorsitzender der Bambusrunde. Er wird über noch genauere Erinnerungen an dieses bewegende Ereignis verfügen.

Materielle Hilfe ist nicht das Wichtigste bei einer solchen Katastrophe, wie damals und jetzt. Durch die Folgen des Taifuns jetzt wird das ohnehin rückläufige Bruttoinlandsprodukt Taiwans noch zusätzlich um ein, zwei Prozentstellen hinter dem Komma zunehmen, doch Staat, Wirtschaft und Bevölkerung sind gerüstet, mit den ökonomischen Auswirkungen umgehen zu können. Finanzielle Hilfe aus der Ferne soll vor allem zeigen, daß Taiwan – auch bei anderen Problemen – zumindest auf moralischem Beistand zählen kann. Solchen hat die Inselrepublik in den letzten Jahrzehnten öfter vermissen müssen, und so wurde das Benefizkonzert am 7. November 1999 dort erfreut wahrgenommen.

Von dem Taifun "Morakot" wurde vor allem das Gebiet des Kreises Kaohsiung betroffen, und diese Stadt ist dem Hamburger Hafen partnerschaftlich verbunden. – Übrigens, Taifun ist eines der wenigen Lehnwörter chinesischen Ursprungs in der deutschen Sprache. Es geht auf das chinesische t'ai-feng/ t'ai-fungzurück, das "großer Sturm" bedeutet.

Prof. Dr. Hans Stumpfeldt

Mitgliederversammlung des DTJV mit Vortrag von Dr. Wu-Lien WEI, Repräsentant Taiwans

11. September 2009 um 18 Uhr im Restaurant "Ni Hao", Wandsbeker Zollstraße 25-29 Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).; 22041 Hamburg

Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Bunter Taiwan Familien-Tag

Veranstaltet mit der Taipeh-Vertretung, dem Chinesischen Verein in Hamburg e.V./ 汉堡中华会馆 und der Bambusrunde e.V. Eintritt frei.

12. September 2009 von 11 bis 15 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus, Mittelweg 11 Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV)., Hamburg.

Das Programm bietet etwas für die ganze Familie: Teezeremonie, Puppentheater, Volkslieder, traditionelle Massage und Akupressur, Glücksknoten und andere traditionelle Taiwanische Künste und Kunstfertigkeiten.

Benefiz-Golfturnier mit den "Taiwan Eagles"

Offenes Einzel-Zählspiel nach Stableford gemäß Regel 32 über 18 Löcher

12. September 2009 ab 10 Uhr im Golfclub am Sachsenwald in Dassendorf, Tee 1 + 10

Nur für geladene und angemeldete Gäste. Anmeldung bis 09.09.09: Email an Frau Pauline Sun (Taiwan Eagles) anmelden.

Kunstpräsentation "Schiff - See - Paradies"

Vortrag mit Live-Kunstkonstruktion von Herrn RUAN Weng-mong. Eintritt frei.

13. September 2009 um 16 Uhr in der Galerie Elbchaussee, Klopstockstr. 29. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Senatsempfang

Feierliche Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages Bambusrunde - Chinesisch-Deutscher Kultur- und Wirtschaftsverband CDKWV Taiwan

14. September 2009 um 12:30 Uhr im Rathaus Hamburg für geladene Gäste.

Seit seiner Gründung im Jahre 1933 hat sich der CDKWV die Förderung der chinesisch-deutschen Beziehungen auf die Fahnen geschrieben. Seit 1949 hat der Verband seinen Sitz in Taipeh, Taiwan. Er umfaßt ca. 800 Mitglieder (Zur Historie s. Tilman ARETZ' Bericht).

Cape No. 7 海角七號/海角七号
Offizielle Deutschland-Filmpremiere

16. September 2009 um 19:30 19:0019:30 Uhr im Metropolis Kino, Steindamm 52-54, Hamburg. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV). Eintritt frei.

Taiwan 2008, Te-Sheng Wei 129 min. Mit Van Fan, Chie Tanaka, Kousuke Atari

Mandarin, Taiwanesisch und Japanisch mit deutschen Untertiteln. Cape No. 7 Vorschau (Flash Player erforderlich)

Drachenboot-Galadinner

17. September 2009 um 19 Uhr im Alt-Hamburger Bürgerhaus für geladene Gäste.

Ehrengast: Prof. Dr. Peer Witten,
Vorsitzender der Logistik Initiative Hamburg e.V., Vorsitzender des Aufsichtsrates der HHLA und Mitglied im Aufsichtsrat der OTTO Group

Besichtigung eines Yangming-Containerschiffes

18. September 2009 um 10:15 Uhr im Foyer der Reederei Yangming Europe GmbH, Oberbaumbrücke 1, Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV)., 20457 Hamburg (Hafenfilm)

Teilnehmerzahl begrenzt. Nur mit Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

"Feiern wie in Taiwan" 卡拉OK - 臺灣之夜 - 吃喝玩樂

18. September 2009 ab 21 Uhr im Restaurant „Rote Sonne“, Neß 1 (Ecke Trostbrücke/ Börsenbrücke) Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV)., Hamburg.
Mit "Mitternachts-Suppe" und kleinen Snacks. Einlaß 20:30 Uhr. Eintritt 20 €.
Bitte um rechtzeitige Anmeldung unter Tel. 040 41496568.


Taiwan-Symposium

100 Jahre Sinologie in Hamburg & 40 Jahre Bambusrunde

Die Hamburger Sinologische Gesellschaft e.V., die Abteilung für Sprache und Kultur Chinas des Asien-Afrika-Instituts der Universität Hamburg, der Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V. laden zu einer Festveranstaltung ein:

19. September 2009, 10 bis 16:30 Uhr im Asien-Afrika-Institut (AAI)

Universität Hamburg, Flügel Ost, AAI, Hörsaal 221,
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

10:00 Begrüßung und Moderation:

Rüdiger Stettinski, Vorstand Bambusrunde

Grußworte

Dr. Gerd U. BOESKEN, Präsident, Bambusrunde
Frau Hsiao-nee CHANG, Generaldirektorin, Taipeh Vertretung Hamburg

10:30 Vorträge

Aus den Schätzen des Palastmuseums: das Qingming shang He tu (Prof. Dr. Kai Vogelsang, Universität Hamburg)


Bambus - die unglaubliche(n) Karriere(n) eines vielseitigen Grases (Dr. Gerd Boesken)


Chinesen und Wilde. Wie Taiwan entdeckt wurde. (Prof. Dr. Hans Stumpfeld, Universität Hamburg)


12:15 - 13:30 Imbiss und Getränke

13:30 Uhr Taiwanische Literatur und Film


Kurze Einführung in die taiwanische Literatur. (Dr. Ruth Cremerius, Universität Hamburg)


Lesung: Texte von Huang Chun-ming, Luo Ying, Zhang Da-chun und Li Ang. (Katharina Schütz)


Kurze Einführung in den taiwanischen Film. (JP Dr. Yvonne Schulz Zinda, Universität Hamburg)


Filmvorführung: 花橋榮記 (Huaqiao Rong ji. My rice noodle shop) von 1998. Original mit englischen Untertiteln.


Eintritt frei. Anmeldung erbeten unter Tel 040 4149 6568.

Mensch trifft Mensch - Künstlerporträts zur Taiwan-Woche

Fragen an die Künstlerin CHEN Tso-Chi

Ihre Entscheidung eine Künstlerin zu werden war begleitet von Zweifeln. Schließlich siegte der Wunsch Chen Tso-Chis nach freier Lebensgestaltung und sie gab dem Drang nach künstlerischen Schaffen nach. Sie besitzt eine ausgeprägte Neigung zu Qualität. Dem Betrachter ihrer Werke sticht der für Chen Tso Chi erkennungstypische Kontrast ins Auge: Detailtreue und bizarre Traumwelten finden sich stets wieder.

Die Künstlerin CHEN Tso-chi.

Haben Sie in Ihrer Kindheit bzw. als Jugendliche bereits einen Bezug zum Kreativen gehabt?

Vermutlich habe ich das gehabt. Dennoch habe ich als Kind nicht gern gemalt, eher habe ich einen Erwachsenen darum gebeten, mir Dinge abzuzeichnen. Zur meiner Schulzeit in Taiwan galt Kunst nicht als wichtiges Fach. Die Eltern haben ihre Kinder vielmehr dazu angespornt, sich beispielsweise mehr der Mathematik zu widmen, was einen sehr großen Stellenwert besaß. Man hatte in Kunst nur ein paar Basics vermittelt bekommen. Wer als Kind sich dann doch mal dem Zeichnen gewidmet hatte, sah sich widersprüchlicher weise oftmals mit der Frage konfrontiert, warum das Gemalte so gar keine Ähnlichkeit mit dem Subjekt habe und warum man nicht sorgfältiger arbeite. Aus dem Grunde habe ich ungern gemalt.

Sie waren im Bankenwesen tätig, bevor Sie sich der Kunst widmeten. War es Ihre freie Entscheidung, eher einen soliden Beruf zu erwählen?

Mein Vater sagte damals, dass ich besser daran täte einen Beruf zu erlernen, welcher ein regelmäßiges und sicheres Einkommen mit sich brächte.

Wie kam es dann zu diesem „revolutionären“ Umschwung - von einer etablierten Tätigkeit zu einer Beschäftigung, die eine gehörige Portion Einfallsreichtum und vielleicht auch Einfühlungsvermögen erforderte?

Einfallsreichtum und Einfühlungsvermögen sind Dinge auf die ich mich gut verstehe und die nicht zwingend im Bankenalltag erforderlich sind. Es ödete mich an. Ich dachte, dass ein Alltag bestimmt vielseitigere Facetten zu bieten hätte, wenn ich mir nur klar machte, was ich genau möchte, um es dann anzustreben.

Wie hat Ihre Familie diesen „Wandel“ aufgenommen?

Es rieten mir natürlich alle von so einem Schritt ab. Sehen Sie, ich war das jüngste Kind in der Familie und da meine Mutter bereits früh verstarb, war ich immer sehr behütet gewesen. Ich hatte aber das Glück, zu meinem Vater ein wunderbares Verhältnis zu haben. Er tolerierte letztlich dieses Vorhaben und unterstütze mich so gut er konnte.

Insgesamt haben Sie dreimal bei dem Eingeborenenstamm der Yamis gelebt. Wie ist es eigentlich dazu gekommen?

Ich traf einen Priester des Yami-Stammes. Wir kamen ins Gespräch, haben uns verstanden und er lud mich ein, bei ihnen zu leben.

Inwiefern hat der erste Aufenthalt Ihr persönliches Leben beeinflusst?

„Beeinflussen“ würde es nicht ganz korrekt beschreiben. „Ergänzen“ trifft es bei weitem besser. Dieser einfache und selbstgenügsame Lebensstil der Eingeborenen in den 1980er Jahre hat mich sehr angesprochen. Im Grunde hat es einen gewissen Teil meiner, zu dem Zeitpunkt sich weiter entwickelten, Lebensansichten zu materialisieren verholfen.

In wie weit waren Sie in deren Alltag eingebunden?

Nun, es gab keine direkte Aufgabenverteilung bzw. irgendwelche Forderungen an mich. Ich war anwesend und man akzeptierte mich. Ich habe mich ihnen einfach angeschlossen. Zu den Hauptnahrungsmitteln zählte Fisch. Den konnte man erst dann fangen, wenn man ein Kanu hatte. Also lernte ich von den Yamis ein Kanu zu bauen, bevor ich mit zum Fischen ging.

Der Besuch auf der Orchideen-Insel Anfang der 1980er Jahre trug auch dazu bei, Ihren künstlerischen Ambitionen zu intensivieren. Inwiefern hat das Schaffen der Yamis Sie beeindruckt und zu Anregungen verleitet?

Es hat mich fasziniert, dass die Yamis sich auf viele Techniken verstanden, die wir über diverse Kunstkurse erst erlernen. Und das mit den einfachsten Mitteln. Sie gaben ihre Kenntnisse ihren Kindern weiter, die wiederum sich alle sehr geschickt verhielten. Dass mein Aufenthalt dort mir viele Anregungen vermittelte, versteht sich von selbst.

Sie haben einige Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet. Wie kamen Sie in Deutschland zurecht? War es eine eher einsame Zeit?

Anfangs war ich von großem Heimweh geplagt. Ich konnte kein Wort Deutsch sprechen und kannte kaum Leute. Ich sagte mir aber, dass ich schließlich mit der Absicht gekommen sei, weil ich den von mir bevorzugten Lebensstil weiterentwickeln und verbessern wollte. Und schließlich habe ich viele Freundschaften in Deutschland geschlossen. Schwarzbrot ist sogar eine meiner Leibspeisen geworden.

Ihre vielfältigen Reisen haben Sie auch auf das chinesische Festland geführt, wo Sie sich mit chinesischen Künstlern austauschten. Wie hat man Sie dort als Taiwanerin aufgenommen? Gibt es unter Künstlern überhaupt politische Barrieren?

Ich wurde sehr freundlich aufgenommen. Wir Künstler interessieren uns für den Mensch an sich, für die Umgebung, für das Schaffen von anderen kreativen Leuten. Die Herkunft eines Gegenübers ist von keiner Relevanz und somit stellen eventuell vorhandene politische Hemmnisse keine Barrieren für die Kommunikation dar.

Bild: 'Erwachen nach dem Flug durch Raum und Zeit' von CHEN Tso-chi.

Ihr Werk „Erwachen nach dem Flug durch Raum und Zeit“ (Nr.19) symbolisiert einen Trip in die entlegensten Winkel und umfasst Erlebnisse grenzenlos glücklicher Illusionen. Ist das Ihre Art sich Ihren Motiven zu nähern?

Eine von vielen. Dadurch, dass ich lebe, werde ich einfach inspiriert. Ich kann durch eine Einkaufspassage gehen und plötzlich einer Eingebung teilhaftig werden. Das Werk Nr.19 hat einen großen Bezug zu Hamburg. Als ich die Maserungen eines Holzstückes sah, dachte ich an welliges Wasser, welches mich wiederum durch einen gedanklichen Flug nach Hamburg führte, wo ich gelegentlich Schwäne auf der Alster sah. Und als ich vor vielen Jahren über dem Rathausmarkt schlenderte, erblickte ich das Hamburger Wappen mit der Burg, was mich zu den Bauten auf diesem Werk inspirierte.

Die Holzschnitzarbeit „Zweifel der Nacht“ (Nr.16) hegt eine Lebensklugheit, nämlich dass man ruhig und gelassen bleiben sollte, zumal Liebenswürdigkeit einem doppeltes Glück einbringt. Kann bejaht werden, dass Sie sich daran halten? Und wann und wo ist Ihnen das aufgegangen?

Ich denke, dass ich dies schon als Kind unbewusst befolgt habe. Ich hatte keinen Grund nicht zu Lächeln und liebenswürdig aufzutreten. Auch heute bin ich noch der Auffassung, dass mit Liebenswürdigkeit langfristig mehr erreicht werden kann. Ja, ich halte mich daran.

Dennoch scheinen Sie Zweifel zu befallen? Von welcher Art?

Zweifel befallen mich von Zeit zu Zeit, wenn ich nach einem arbeitsreichen Tag von Müdigkeit übermannt werde. Ich frage mich, ob ich die Lebensbereiche im Griff habe. Sind die Reserven jedoch wieder aufgetankt, gewinnt meine positive Auffassung wieder Oberhand.

Ihre Hinwendung zur Kunst geht mit einer Änderung der Lebensentwürfe einher. Worauf kommt es im Leben an?

Sich über Dinge und Wünsche klar zu werden, damit die Lebensbereiche harmonisch verlaufen können. Eine vielseitige Ausbildung genießen zu dürfen, um den Horizont zu erweitern. Viele Kulturen kennenlernen. Offenheit und Warmherzigkeit gegenüber dem eigenen Umfeld.

Welches Talent vermissen Sie an sich und besäßen es gern?

Ich bin reich beschenkt worden, als das ich weitere Talente misse. Aber ich interessiere mich sehr für den Menschen und strebe danach zwischenmenschliche Standpunkte zu verstehen und Freundschaften zu pflegen. Gerne würde ich auch mit Teenagern arbeiten, um Werte zu vermitteln – im Rahmen der Kunst.

Elbe, Alster, Michel sind die typischen Hamburg-Schauplätze. Welcher ist Ihr ganz persönlicher Lieblingsplatz in Hamburg?

Es ist der Hamburger Fischmarkt, der es mir besonders angetan hat. Das bunte geschäftige Treiben der multikulturellen Bevölkerung vor einem maritimen Hintergrund.

Was halten Sie von der Institution des Taiwan Freundeskreis Bambusrunde e.V.?

Die Zielsetzung dieses Vereins entspricht den Aspekten meines Lebensentwurfs. Kulturen kennenlernen und sich austauschen. Neue Freunde gewinnen. Eine qualitative Zeit miteinander verbringen!

Catherine Lee-Boss




Fragen an den Fotografen Bernhard Goschin EFIAP

Der Fotograf Bernhard Goschin EFIAP.

Du fotografierst seit Deinem achten Lebensjahr. Was mag Deine älteren Brüder damals bewegt haben, Dir eine Kamera zu schenken?

Mein 14 Jahre älterer Bruder war selbst ein Fotoamateur. Als kleiner Junge habe ich fasziniert zugeguckt, wenn er seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen entwickelte und in den Entwicklungsbädern herumpanschte.

Und dann setzt Du den weißen Spielzeug-Eisbären auf dem Bettuch in Szene. Wo kam diese Idee des 8-jährigen her? Gab es irgendeine Farbe in diesem Bild? Und, ist dies das sich herausbildende Augenmerk des Jungen von damals auf die Struktur: Glanz auf Matt?

Wie gesagt, mein Bruder hatte selbst Schwarz-Weiß-Aufnahmen gemacht, mehr war auch 1952 nicht erschwinglich. Vom Skilaufen in Thüringen brachte er wunderschöne Bilder verschneiter Landschaften mit. Diese Winterlandschaften hatten mich fasziniert. Meine Vorstellungen vom Nordpol habe ich dann eben in dem aufgebauschten Betttuch als Berglandschaft mit der weißen Tonfigur umgesetzt. Richtig mit Licht- und Schattenspiel wie in einer Schneelandschaft. Das war meine Vorstellung vom Nordpol.

Du erzielst mit 16 bereits Achtungserfolge u.a. 1967 mit dem Deutschen und um 1970 auch mit dem Europäischen Jugendfotopreis. Dem Vertragsangebot der Zeitschrift "Stern" widerstehst Du und machst stattdessen dein Ingenieursstudium weiter und nimmst 6 Jahre spaeter noch ein Studium der Betriebswirtschaft auf. War das ein Fehler, den Du dann mit Deiner Tätigkeit bei Agfa-Gevaert und später in Deiner IBM-Zeit als Leiter des IBM-Fotoklubs wieder zu kompensieren versucht hast?

Bild: 'Ältere Schwester und jüngerer Bruder' von Bernhard Goschin.

Nein, ich hatte anfangs die Bilder nur für mich gemacht und orientierte mich dabei an meinen beiden grossen Brüdern. Nachdem mir mein 10 Jahre älterer Bruder zu meiner ersten Spiegelreflex-Kamera verholfen hatte, schloss ich mich mit 16 Jahren dem Verband Deutscher Amateurfotografen Vereine, VDAV, an und nahm regelmässig an jurierten Ausstellungen teil. Man konnte bis zu vier Bilder einschicken und hatte einen richtigen Erfolg gelandet, wenn man dann ein oder zwei davon unter den meist ca. 3000 Einsendungen in der Ausstellung unterbringen konnte. Damals war ich auch stark beeindruckt von Pressefotografie.

Der Hauptgrund, dass ich das Angebot vom Stern nicht angenommen habe, war ein anderer. Ich wurde damals in die Redaktion des Stern eingeladen und hatte Gelegenheit mich mit einigen (damals noch fest angestellten) Berufsfotografen zu unterhalten. Die gaben mir Beispiele : "Du musst Dich schon mal ein paar Nächte auf die Lauer legen, bis Soraya [deutsche Frau des Schahs von Persien] an das Fenster kommt." Damals hatte man noch nicht von Paparazzi gesprochen. Diese Beschreibung des Stern-Fotografen hat mich abgeschreckt. Ich dachte das ist nicht mein Ding und habe [Elektrotechnik] weiterstudiert. Nein, diesem Entschluss habe ich nie hinterhergetrauert. Ich bin zwar durch mein Fotointeresse bei Agfa gelandet, habe aber als Ingenieur im Elektronikbereich gearbeitet u.a. für die Steuerung von Mikrofilmkameras. Meine Fotoaktivitaeten in der Freizeit stellten sich als eine für AGFA-Gevaert förderungswürdige Sache heraus, spaeter auch bei IBM nach Feierabend im Klub, um die Mitarbeiter naeher zusammen zu bringen.

Haben Deine späteren Studien der Japanologie und Sinologie auch stilbildend in der Fotografie gewirkt oder war es eher so dass die oft bildsegmentierende Linienführung, die man vor allem in Deinen Wald- und Baumbildern findet - mitunter durch Nebelschwaden wieder beruhigt - Dich zu den ideographischen Schriftzeichen, den Hanzi und Kanji, geführt haben? Fasziniert der dahinterstehende menschliche Abstraktionsprozess tausender Jahre den Fotografen?

Nee. Im Unterschied zu meiner Frau, die - aus der Musik kommend - sich stark für das Sprechen der Fremdsprachen interessiert hat, war ich, visuell orientiert, an den Schriftzeichen von der Ästhetik her interessiert. Was mich in Asien beeinflusst hat, ist das puristische Design der Japaner. Zusammenhänge [zu den Kanji] gibt es schon, die kommen nur in meinen gezeigten Taiwan-Bildern der Hamburger Ausstellung nicht vor. Man kann sie am ehesten in meiner "Baumserie" auf image-online.de wiederfinden. In der Hamburger Ausstellung überwiegt eher das Erzählen über das Land. Den Versuch zur Reduktion kann man vielleicht in diesem Bild der Taipeh-Strassenszene mit dem gelben Taxi und der jungen Frau mit dem Kugelschreiber im Haar sehen.

Bild 'Drachenbootrennen' von Bernhard Goschin.

Auf Deinen Bildern erkennt man oft Kinder, Schirme, zerteilende Bildelemente, und leinwandartige Hintergründe. Könnte man diese Elemente als Teil Deines visuellen Vokabulars bezeichnen, das einer eigenen Grammatik folgt, wie zum Beispiel in bühnenähnlichen Kompositionen?

Ich würde eher sagen, dass das durch die japanische Gestaltung, in der man versucht auf einer Fläche einen Blickpunkt zu plazieren, kommt. Es schwingt vielleicht auch ein wenig "Opposition" gegen das Quirlige und für westliche Augen Wirrwarr, das einem in Taiwan und auch in China oft begegnet, mit. So habe ich in einem meiner Fotos den Drachen auf dem Dach herausgegriffen und nicht die komplette Schönheit des daoistischen Tempels insgesamt gezeigt, weil ich das Detail attraktiver finde.

Dein Credo ist es, das Besondere im Alltagsleben im Augenblick sichtbar zu machen, ähnnlich dem "moment décisif", der Theorie des entscheidenden Moments, Cartier-Bressons. Wie lange hast Du in einer Welt wie in Taiwan, in der es für den Neuankömmling ja kaum etwas Gewöhnliches gibt, gebraucht, das Besondere zu entdecken und auf welche Weise ist es Dir gelungen?

Schwierige Frage. Eigentlich habe ich das erst hinterher entdeckt bei diversen Deutschlandreisen, wo einem die Details in den Taiwan-Fotos mehr auffallen als in der quirligen Geschäftigkeit des Landes selbst. Durch die renommierte "Photographic Society of Taipei" (PST), habe ich eine Menge gelernt. Deren Fotografen und die eines weiteren Klubs, in dem ich Mitglied war, haben mir das Reisen in die interessanten Ecken des Landes ermöglicht, die touristisch überhaupt nicht erschlossen sind, wie z.B. der Bambuswald bei Alien in der Provinz Kaohsiung.

Bild 'Marionetten-Tanz' von Bernhard Goschin.

Taiwan, in dem Du mit Deiner Frau 6 Jahre gelebt hast, war Deine erste intensive Lebens- und Fotografiererfahrung in Asien..

Eigentlich bin ich aus fotografischem Interesse schon vorher viel durch Asien gereist. Asien hat sich bei mir gegenüber Südamerika und Afrika als Hauptinteresse herauskristallisiert, als Region, die jede Menge Reize hatte, sowohl von den Landschaften als auch Menschen her.

..Was hat sich in Deiner Art zu Fotografieren in dieser Zeit von 1998 bis 2004 geändert? Und aus Deiner jetztigen Hongkonger Perspektive: Was war das besondere in Taiwan?

Naja, das Besondere an Taiwan war für mich, das es dort chinesische Kultur sehr konzentriert zu entdecken gibt, die man im riesigen Festlandchina sicher auch finden kann, aber nicht so geballt. Durch die taiwanesischen Fotografen habe ich begonnen, mich intensiv mit einzelnen Themen zu beschäftigen, was durch die Wettbewerbsathmossphäre in den Klubs starke Anreize hatte. Im Grunde setzte ich das, was ich als Jugendlicher angefangen hatte, nach einer längeren Pause mit den Wettbewerben wieder richtig fort. In Taiwan ist die Klubarbeit ganz anders als in Deutschland. Als Älterer hat man viel Kontakt mit jungen Fotografen, die jede Menge Anregungen für neue Ideen geben. Umgekehrt können sie von den Erfahrungen der Älteren profitieren. In Deutschland ist man als Älterer eher in der separaten Generationenecke. Als Älterer in einem Fotoklub, der von jungen Leuten dominiert wird, fühlte ich mich in Taiwan echt integriert.

Fontane hat einmal gesagt: "Man sieht nur, was man weiß". In der Fotografie ist es ein zweischneidiges Schwert: Bei einigen Bildern mag die Story dahinter ernüchternd sein, andere werden durch Legenden zur Ikone. Hast Du für unsere Leser eine interessante Story zu einem Deiner Bilder aus der Ausstellung?

Hm. Dem kann ich klar zustimmen. Vielleicht die folgende Anekdote, das Bild dazu muss ich aber noch aus meinem Taiwan Dia-Fundus herausfinden.

Als ich einmal in den Taipeh-Fotoclub kam, gab mir ein Mitglied, ein junger Manager im IT-Bereich und High-tec-Ingenieur, der in Panchiao wohnte, seine Visitenkarte. In Panchiao befindet sich der berühmte Lin-Garten. Ich sagte ihm, dass ich dort gern wieder einmal fotografieren wollte, aber er wich aus. Nach nochmaliger Nachfrage, warum er dort nicht fotografieren wollte, meinte er, es müsse doch seinen Grund haben, warum die gesamte Lin-Familie ausgestorben ist. Dort gibt es sicher schlechte Geister, er jedenfalls würde dort nicht fotografieren. Das wollte mir nicht einleuchten: "Können wir nicht mal zusammen Fotos machen?" Ich stieß auf rigorose Ablehnung. Ein Freund von ihm hätte dort schon versucht Fotos zu machen und kein Einziges wäre etwas geworden. Ich war zu dem Zeitpunkt bereits allein mit meiner Leica im Lin-Garten gewesen und hatte versucht Aufnahmen zu machen. Kein einziges Foto war mir gelungen, denn ich hatte vergessen einen Film einzulegen, was ich dem jungen Mann natürlich nicht erzählte, denn das wäre noch Wasser auf seine Mühlen gewesen! Später bin ich ein paar Mal noch da gewesen und konnte die bösen Geister überlisten.

Jüngst wurden Farbfotos vom Hapag-Seebäderschiff "Cobra", dem "Schwan der Nordsee" von 1939, als das teure Hobby des Farbfotografierens gerade aufkam, gefunden. Die in vergilbter Pappe gerahmten Glasdias hatten nach 70 Jahren nur einen leichten Blaustich. Welche Rolle billigen Fotografen heute dem Analogbild noch zu? Wann hattest Du Dein letztes Analogbild gemacht?

Ich mache heute noch parallel zu meiner Digitalfotografie Analogfotos. Im CCC (Cathay Camera Club in HongKong) fotografiert ca. 1/3 der etwa 100 Mitglieder auch analog oder sogar nur analog.

Schnelligkeit und rationelles Fotografieren ist am wirksamsten in der Digitalfotografie umzusetzen. Ich benutze meine M-Leica mit Film, wenn ich Muße habe und scanne danach die Farbdias oder Schwarz-Weiß-Negative ein, um sie weiterzuverarbeiten. Das Foto-Finishing ist digital kaum noch zu schlagen. Es gibt tolle Papiere für Tintenstrahldrucker, die beste Baryth-Qualität erreichen. Ich würde meinen Analoganteil auf ca. 10% der Aufnahmen schätzen, in dieser Ausstellung noch fast 100 %.

Das Schöne am Analogfotografieren kommt aber auch noch aus einer ganz anderen Ecke: In Asien ist die M-Leica ein direktes Kommunikationsmittel. Man kommt sofort in Kontakt mit wildfremden Leuten über Fotografie. Speziell mit der M-Leica durch die Straßen wandeln bringt einem sowohl in Taipeh als auch in Hongkong oft einen Gesprächspartner. Es hat schon seinen eigenen Reiz, einfach mal mit der Leica loszuziehen.

Zum Schluss bitte einige Tipps für unsere technikinteressierten Leser: Mit welcher Kamera fotografierst Du gerade, welches digitale Bildformat bevorzugst Du zum Archivieren und welche Foto-Drucker benutzt Du?

Ich fotografiere mit einer Nikon D90 im APS-Format, weil es aus meiner Sicht selbst für den ambitionierten Fotografen ausreichend und die Kamera leicht ist. Parallel dazu benutze ich eine Leica-M7. Die Bilder drucke ich auf Hahnemühle-Papier mit Epson-Druckern. Eher aus Bequemlichkeit verwende ich das JPEG-Format, denke aber, das es für den Amateur völlig ausreicht.

(lmd)

Werke

'Schätze des Himmels' von CHEN Tso-chi.

天官賜福
≪Schätze des Himmels im Tien-Mu Park≫.
[2007, 81 x 63, Acryl, Holzschnitzarbeit auf Leinwand]

女人的夢 - 在家

我曾經用絲線縫縫又繡繡
深夜不睡,總在夢想著許多地方
在那,如細雨般落著綿綿的生活瑣事
女人啊!地球啊!
那淨藍, 而柔軟的 是那天空
外在 如絲絨般    卻堅韌
內心深處        也堅韌如是
中心   是一小方硬冷的石頭
再縫
總想將一些東西拼補在一處

Übersetzung des Gedichtes von Constance Woods aus dem Englischen: Sophia Shuang-Shiow Schwedler

'Delikatessen' (Detailansicht) von CHEN Tso-chi.

女人故事 ≪Geschichte einer Frau≫.
[2007, 110x52 Acryl, Holzschnitzarbeit auf Leinwand]

Traum einer Frau - Heim

Ich habe genäht,
Mit Seidenfaden gestickt.
Lange geschlafen, von Orten geträumt,
Wo es einfache Dinge regnet.
Frau, Erde,
absolutes Blau, sanft das ist Himmel.
Aussen Samt, feuchtes Moos.
Innen begabtes Fleisch, stark und fest.
Sein Zentrum ist ein kleiner kalter Stein.
Wieder nähend,
Versuche einige Dinge zusammen zu bringen.

Übersetzung des Gedichtes von Constance Woods aus dem Englischen: Anja Brisólla

'Zweifel der Nacht' von CHEN Tso-chi.

≪Zweifel der Nacht≫.

'Erwartungen - Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung' von CHEN Tso-chi.

期許 ≪Erwartungen - Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung≫.
[2007, 9 Teile á 80x60 Gesamtbild 240x180, Acryl, Mischtechnik auf Leinwand]


Veranstaltungen in Taiwan

“Knowledge is Power – Howto: Market Research” (GTO Young Professionals)

Vortragsreihe für Berufseinsteiger in deutschen Unternehmen in Taiwan.
Referent: Gina Chuang, GfK Retail and Technology Taiwan Ltd.

23. September, 20:00 – 22:00 Uhr
Gebühr: 500 NTD pro Person

Informationen zur Anmeldung: Raoul Kubitschek, E-mail: kubitschek@dwb-taipei.org.tw, Tel: +886-2-2506-9028 Ext. 1800

DWB-Wirtschaftsstammtisch

1. Oktober 2009, 18.30-21.30 Uhr im Grand Hyatt Hotel, Taipeh, "Cheers"
Gebühr: 900 NTD pro Person

Anmeldeschluss ist der 20.09.2009. Kontakt: Anja Liao, Email: aliao@dwb-taipei.org.tw, +886-2-2506-9028 Ext. 1001

Deaflympics 2009 in Taipeh

Vom 02. bis zum 15. September 2009 stellt sich die Weltelite der gehörlosen und hörbehinderten Sportler aus 74 Ländern der Herausforderung, in 19 Sportarten die Besten unter sich zu ermitteln. Die ersten Gehörlosen-Weltspiele fanden bereits 1924 in Paris statt.

Logo der Deafolympics 2009 in Taipeh.Weitere Details, z.B. auch die Frosch-Maskottchen der Gattung Rhacophorus Taipeianus werden auf der offiziellen Taipei Deaflympics Homepage veröffentlicht.

Die diesjährigen Deaflympics in Taipeh werden den freien öffentlichen Zugang zu allen Sportveranstaltungen und der Abschlussfeier übernehmen.

Nur für die Eröffnungsfeier am 05. September um 19:00 Uhr hat der Verkauf der Tickets bereits begonnen:
Erwachsene: Von 1000 (ca. 22,70 €) bis 6000 NTD (ca. 136,00 €)
Studenten: 200 NTD (4,50 €)
Gehörlose oder Menschen mit Hörbehinderung: Freier Eintritt

Impressum

Herausgeber: Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V.

Präsident: Dr. Gerd Boesken
Vereinsregister Nr. 8536
Mittelweg 144, 20148 Hamburg
Tel: +49 40 4149 6568
Fax: +49 40 447187
Email:newsletter@bambusrunde.de

Leserbriefe.

Redaktionsleitung: Dr. Detlev Langmann, Catherine Lee-Boss, Thomas Glaue.
V.i.S.d.P.: Dr. Detlev Langmann

Die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.

Der Newsletter ist kostenlos im Internet unter http://newsletter.bambusrunde.de aufrufbar. Sein aktuelles Erscheinen wird auf Wunsch mitgeteilt, bitte registrieren Sie sich hierfür per Email an newsletter@bambusrunde.de mit dem "Betreff: Bambusbrief-Vorbote". Ein Druckexemplar ist gegen einen Kostenbeitrag von 2.50 € beziehbar.

Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen Vormonats.

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Trauerflor für die Opfer des Taifuns 'Morakot'.

Spendenkonto für die Opfer des Taifuns "Morakot"

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