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++ Taiwan wurde am Wochenende des 7.-9. August 2009 vom Taifun „Morakot“ heimgesucht ++ Zum Teil brachte „Morakot“ 2,5 Meter Regen pro Quadratmeter und war damit der intensivste seit 100 Jahren ++ „Morakot“ kostete nach Behördenangaben etwa 500 Taiwanern das Leben ++ Es wird weiter nach Vermissten gesucht. ++ Mit Hubschraubern wurden bislang mehr als 35.000 Menschen in Sicherheit gebracht ++ Im Dorf Siaolin im südtaiwanischen Landkreis Kaohsiung sind während des Taifuns durch einen Erdrutsch wahrscheinlich mehr als 400 Dorfbewohner von einer bis zu 15 m tiefen Schlammdecke begraben worden. Seit einigen Tagen arbeiten 150 Soldaten in Siaolin, um Opfer auszugraben. Etwa 9.000 Soldaten sind in unterschiedlichen Katastrophengebieten im Einsatz, um Opfer auszugraben, die Gegend sauber zu machen oder zerstörte Straßen oder Brücken zu reparieren. ++ Nach Kritik an schleppender Reaktion der taiwanischen Regierung auf den Wirbelsturm hat Vizeaußenminister Andrew Hsia am 18. August seinen Rücktritt eingereicht, der Verteidigungsminister bot am 20.8. seinen Rücktritt an. Dem Vernehmen nach soll auch der Premierminister seinen Posten räumen. ++ Der Unmut in der Bevölkerung ist gewaltig ++ Nationalfeiertag 10.10. abgesagt. Dreitägige Natiuonaltrauer ist ab 22. August ausgerufen ++ Laufende Infos auf Radio Taiwan International. Impressionen im Blog Taiwan-Fokus. Zu Spendenkonten bitte hier klicken.


Im Scheinwerferlicht

Ein Sommertraum - „The Lan Yang Dancers“

Die international renommierte taiwanische Tanz-Kompagnie „The Lan Yang Dancers“ (天主教蘭陽舞蹈團) kommt auf Tournee nach Deutschland und gastiert in Hamburg.

Samstag, 29.08.09 um 11:30 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt

Samstag, 29.08.09 um 15:00 Uhr in Planten un Blomen

Taiwanische Tanz-Kompagnie 'The Lan Yang Dancers'.

Die Tänzer werden im Rahmen eines Taiwan Tages – begleitet von einem bunten Programm wie z.B. Kalligraphie, Gemüseschnitzereien u.a. - werden Tänze aufgeführt mit so bedeutungsvollen Namen wie: „Der Pfauenwald“, „Der Seidentanz von Duen-huang“, „Der Schäferjunge und das Dorfmädchen“ um nur einige zu nennen (Lan Yang Schule in Youtube).

„Taiwan Dokumente“

Ort: Kommunales Kino Metropolis, Steindamm 52 / 54, 20099 Hamburg

„Den Tigerfrauen wachsen Flügel“ (Deutschland 2005. Monika Treut. Mit Hsia Hsien Yuen, Li Ang, Yin-jung Chen)

Montag, 17.08.09 um 19:15 Uhr

Drei Frauen, drei Generationen: Die Opernkünstlerin Hsia Hsien Yuen (70) wuchs zur Zeit der japanischen Besatzung auf. Die Schriftstellerin Li Ang (49) repräsentiert die unabhängige Taiwanesin in der Kontroverse zwischen Tradition und Moderne. Die 23-jährige Yin-jung (D.J.) Chen avancierte als Regisseurin zum Star der jungen Mediengeneration. In diesen Porträts vermittelt die Hamburger Filmemacherin Monika Treut ein Bild der taiwanesischen Gesellschaft in ihren Umbrüchen zwischen konfuzianisch geprägter östlicher Tradition und den Einflüssen des Westens in Zeiten der Globalisierung.

Zu dieser Ausgabe

Als der Schleswig-Holsteiner Jürgen Andersen nach einer langen Odyssee, die ihren Ausgangspunkt in holländischen Diensten des Forts Zeelandia (Tainan) genommen hatte, 1650 endlich wieder in Deutschland ankam, wusste er Unerhörtes zu berichten. Dies fällt für Taiwan auch heute gelegentlich leichter als vermutet, man denke nur an das nullmediale Echo in Deutschland zu den Weltsportspielen, dem "Sommermärchen von Kaohsiung". Diesmal hielt das Gebührenfernsehen wohl nicht nur ein Auge, sondern gleich beide zu, als sich 4800 Athlethen aus 105 Nationen maßen. Wie getwittert, brachten die deutschen Sportler 6x Gold, 6x Silber und 10 Bronzemedaillen nach Hause - unseren herzlichen Glückwunsch! Im Zeitungswald berichteten immerhin das Handelsblatt und der Tagesspiegel, das hat uns sehr gefreut!

Kleines Windloewensouvenir von der Insel Kinmen (Taiwan, 2001).
Jürgen-Andersen-Entdeckungen kann man aber heutzutage auch noch auf diesem Archipel Taiwans erleben - am besten am späten Nachmittag, wenn im Westen die Sonne untergeht. Hier durchmaßen wir damals das tiefe Gras mit Storchenschritten bis zum Ufer, zuviel Respekt hatten wir vor verschreckten Schlangen oder gar vergessenen Minen. Schließlich erreichten wir den schmalen Sandstrand und waren gebannt - die Sonne bot in ihrem Abgang hinter gebirgigen Höhen ein unheimliches Farbspektakel. Vor uns, greifbar nahe auf der anderen Wasserseite: China, im Rücken die Insel Kinmen (大金門).

Das geschah vor acht Jahren und wir erlebten eine Insel im Umbruch. Einerseits blickten wir durch betonierte Sehschlitze einer weiträumigen Bunkeranlage am Nordostzipfel der Insel (2.1km nach China) und sahen Strände mit eingerammten Landungssperren, während andernorts Tsingtao-Bier und festlandchinesische Zigaretten verkauft wurden. Wir sahen verschlafene Dörfer in der Mittagszeit mit jenem nickenden alten Mann im Schaukelstuhl vor seinem Haus und wurden dann wieder unvermutet einer Landebahn gewahr, als wir eine kleine Anhöhe erklimmten, um das Dorf mit seinem Dachbogenspiel zu fotografieren.

Das ungewöhnlichste an Kinmen aber sind dessen Windlöwen (風獅爺, Fongshihye), so dass wir uns mit Jürgen-Andersen-Entdeckerlust nunmehr mit der Kamera auf Windlöwen-Safari machten. Windlöwen, so heisst es, schützen das Dorf an dessen Ecken vor den garstigen Nordost-Monsunen im Winter und vielerlei Geistern und Unbill andernzeits. Koxinga (國姓爺) hatte hier 1661 die schützenden Wälder für seine Armada aus 900 Schiffen abgeholzt, mit der er den Garnisonskommandanten des Forts Zeelandia in Anping (heute zu Tainan) schliesslich Anfang 1662 zur Kapitulation zwang. Im Wind Lion God Park, in der Nähe des ShangYi-Flughafens, kann man sich einen Überblick zu den 63 offiziellen Statuen verschaffen, bevor man auf Jagd geht. Heutzutage liefern dazu eine Karte und Geo-Cachings weitere Suchhinweise. Man muss die Windlöwen in der Tat im Busch oder an Feldrändern aufspüren. Um so größer ist dann die Freude über diese putzigen zum Teil menschhohen Gestalten, oft auch in naiver Kunst bemalt und ihrer Geschlechterrolle unverwechselbar.

Nun hören wir mit Freude, dass eine neue Facette auf Kinmen die "drei kleinen Seeverbindungen" bereichert - am 15. August finden Wettschwimmen vom Yefengzhai-Strand an der Huandao Road der Xiamen-Insel zum Shuangkou-Strand der westlichen Schwesterinsel von Kinmen (小金門, Hsiao Kinmen) statt. Daran sollen je 50 Schwimmer aus China und Taiwan teilnehmen. Obwohl die Luftlinie nur 5.8 km beträgt, hat ein Testschwimmen gezeigt, dass sich die Distanz durch kaum vorhersagbare Strömungen leicht noch einmal um die halbe Entfernung vergrössern kann. Lin Jiayong von Festland-China absolvierte die Distanz als erster nach 1:29:23 Stunden. Eine wahre Freude für jeden, der sich an die Hörensagen von Prüfungen der Kampfschwimmer erinnert, die einst das andere Ufer unbemerkt zu erreichen hatten, um dann mit einem "Souvenir" zurückzukehren: ein Stückchen Ohr, Nase oder so etwas. Neben allen Bedenken halten wir dies aus unseren eigenen Erfahrungen für das Wichtigste: Frieden schaffen. So sind wir ganz mit Maestro Tseng-dong Wu ((吳增棟)), der im Inseldorf Chin Ning chinesische Propagandageschosse zu Küchenklingen (ca. 60 aus einer Hülse) umschmiedet. In diesem Sinne: Raketen zu Schwimmbojen! Oder: Zu Brücken, vielleicht beginnend mit der ins Auge gefassten 9 km langen "KinXia"-Brücke von Kinmen nach Dandeng (Xiamen)?

Einen schönen Sommer und anregende Lektüre wünscht die

Redaktion Bambusbrief


„Demokratie“ oder „Chiang Kai-shek“

Umbenennung der Gedächtnishalle spiegelt gespaltene Geschichtsauffassung wider

Die KMT-Regierung hat ihre Ankündigung wahr gemacht und am 20. Juli in Taipeh die „Gedächtnishalle für Taiwans Demokratie“ (臺灣民主紀念館) wieder in „Chiang Kai-shek Gedächtnishalle“ (中正紀念堂) umbenannt (Taipei Times / China Post). Erst am 6. Dezember 2007 hatte die alte DPP-Regierung dem von ihren Anhängern abgelehnten „Chiang Kai-shek-Tempel“ (中正廟) die neue Bezeichnung verliehen und der alten Ausstellung über Leben und Wirken Chiang Kai-sheks eine Ausstellung zum Demokratisierungsprozess Taiwans beiseite gestellt. Chiang wird von der DPP vor allem als totalitärer Herrscher gesehen und deshalb als Identifikationsfigur abgelehnt, während die KMT ihn u. a. wegen seines Kampfes gegen Japan und die Kommunisten verehrt.

'Gedächtnishalle für Taiwans Demokratie' oder 'Chiang Kai-Shek Gedächtnishalle?' Außer der KMT-Parteispitze und der von der KMT geführten Stadtverwaltung Taipehs protestierten damals einige ältere KMT-Anhänger aktiv gegen die Umbenennung und warfen der DPP in diesem Kontext „Verschwendung von Steuergeldern“ und die „mangelnde Beteiligung der Öffentlichkeit“ vor. Diese Gruppe hoffte, dass der aus den Wahlen im vergangenen Jahr siegreich hervorgegangene Präsident Ma als KMT-Repräsentant die Umbenennung sofort wieder rückgängig machen würde. Doch dieser ließ verlauten, dass das Thema nicht „oben auf der Agenda“ stehe.

Es dauerte also einige Zeit, bis dann im Juni die Medien berichteten, dass die Rückbenennung unmittelbar bevorstehe. Am 19. Juli wurde das Gelände dafür komplett abgesperrt, und am Vormittag des nächsten Tages wurde wieder der alte Name über der Halle angebracht. Die unter der DPP angebrachte Inschrift am Ehrentor des Geländes, „Platz der Freiheit“ 「自由廣場」, soll dagegen zunächst bleiben. Das Bildungsministerium spricht angesichts dessen von einem „Kompromiss zum Wohle der sozialen Harmonie“. Ein weiterer: In einer neuen Ausstellung in der Gedächtnishalle sollen Chiangs „Verdienste“ und „Fehler“ nun gleichermaßen thematisiert werden (「功過並陳」).

Die 2007 gegenüber der DPP geäußerte Kritik – „Verschwendung von Steuergeldern“ und „mangelnde Beteiligung der Öffentlichkeit“ – wird nun ebenfalls gegenüber der KMT laut: Abgesehen von drei Diskussionsrunden in Taipeh, Taichung und Kaohsiung mit Wissenschaftlern und Medienleuten sei von einer Einbeziehung der Bevölkerung nichts zu spüren gewesen. Und die Aktion kostete auch einiges: nach Angaben der Regierung 1,1 Millionen NT (ca. 24.000 EUR), hinzu kam der Einsatz von 1.000 Polizisten.

Das Hin und Her in der Benennung der Gedächtnishalle ist darüber hinaus kein Einzelfall. Erwähnt sei hier auch die Umbenennung und Umgestaltung des Menschenrechtsparks in Jingmei, Schauplatz vieler Prozesse zur Zeit des „Weißen Terrors“ in den 50er Jahren und des Meilitao-Prozesses 1979. Aus dem „Menschenrechtspark“ soll ein „Kulturpark“ werden.
Günter Whittome, Taipeh

Deaflympics 2009 in Taipeh

Vom 02. bis zum 15. September 2009 stellt sich die Weltelite der gehörlosen und hörbehinderten Sportler aus 74 Ländern der Herausforderung, in 19 Sportarten die Besten unter sich zu ermitteln. Die ersten Gehörlosen-Weltspiele fanden bereits 1924 in Paris statt.

Die Eröffnungszeremonie für die diesjährigen Deaflympics, die vom international renommierten Theaterregisseur Stan Lai geleitet wird, hat 1½ Jahre extensiver Planung durchlaufen und verspricht, um mit den Worten von Dr. Lai zu sprechen, die beste Eröffnungsfeier aller Zeiten in der Geschichte Taiwans und der Deaflympics zu werden.

Logo der Deafolympics 2009 in Taipeh.Weitere Details, z.B. auch die Frosch-Maskottchen der Gattung Rhacophorus Taipeianus werden auf der offiziellen Taipei Deaflympics Homepage veröffentlicht.

Die diesjährigen Deaflympics in Taipeh werden den freien öffentlichen Zugang zu allen Sportveranstaltungen und der Abschlussfeier übernehmen.

Nur für die Eröffnungsfeier am 05. September um 19:00 Uhr hat der Verkauf der Tickets bereits begonnen:
Erwachsene: Von 1000 (ca. 22,70 €) bis 6000 NTD (ca. 136,00 €)
Studenten: 200 NTD (4,50 €)
Gehörlose oder Menschen mit Hörbehinderung: Freier Eintritt

"Kraft in mir" oder Wie kamen die Deafolympics nach Taipeh?

Welche drei Symbole stecken im Logo?

Taiwan Wirtschaftstag

Chancen für deutsche Handels- & Technologie-Unternehmen in Taiwan im Umweltbereich

10. September 2009 10:00 ~ 14:00 Uhr im Plenarsaal der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1 Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Veranstaltet vom Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V., der Handelskammer Hamburg und dem Ostasiatischen Verein mit freundlicher Unterstützung der Taipeh-Vertretung und des DTJV

10:00-10:15 Begrüßung

Herr Heinz Werner DICKMANN, Stellv. Geschäftsführer & Abt. Ltr., Handelskammer Hamburg
Dr. Gerd. U. BOESKEN, Präsident, Bambusrunde

10:15-10:30 Grußwort

Frau Hsiao-nee CHANG, Generaldirektorin, Taipeh Vertretung Hamburg

10:30-11:00 Zur Wirtschaftlichen Situation in Taiwan

Herr Jonas KELLER, Regionaldirektor Greater China, OAV Ostasiatischer Verein

11:00-11:30 Kooperations- & Investitionsmöglichkeiten für Technologiefirmen in Taiwan

Dr.-Ing. Liang-han HSIEH, Representative, European Business Group, ITRI Europe Office Berlin

11:30-12:00 Handels- & Investitionsmöglichkeiten in Taiwan

Herr Yi-cheh CHIU, Direktor, Taipeh Vertretung Berlin

12:00-12:30 Investieren in Taiwan & Deutschland am Beispiel der Solarindustrie

Herr Franz E. SIMON, Geschäftsführer & Wirtschaftsprüfer, Wotax International

12:30-13:00 Fragen & Antworten

13:00-14:00 Imbiss


Taiwan Inhouse-Beratung

10. September nach Termin-vereinbarung mit Herrn Dr. Roland Wein in Ihrem Unternehmen

Für deutsche Unternehmen ist Taiwan wichtiger Wirtschaftspartner in traditionellen Industriesektoren und in Wachstumsbranchen wie IT-Industrie, Bio- und Nanotechnologie. Haben Sie Interesse, Taiwan als Absatzmarkt oder Bezugsquelle zu erschließen und wollen eine erste, kostenlose Einschätzung Ihrer dortigen Marktchancen und der Vertriebsstrukturen oder suchen Sie potenzielle Partner für Ihren Markteinstieg in Taiwan?

Die IHK Frankfurt bietet in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wirtschaftsbüro Taipeh die Möglichkeit zu einer kostenlosen Erstberatung (maximal 1 Stunde) mit seinem Direktor, Herrn Dr. Roland Wein.

Anmeldung: Herr Walter Engelmann, Tel. 069 2197-1217


Messen

Internationale Funkausstellung (IFA)

4 ~ 9. September 2009 in Berlin, Taiwan-Pavillon, Halle 27

Taiwan, einer der wichtigsten Akteure der IT-Branche in der Welt, wird selbstredend auf dieser größten Messe für Unterhaltungselektronik und Elektrohausgeräte seine neuesten Produkte und Innovationen präsentieren. 55 ausgezeichnete taiwanische Aussteller werden ihre Produkte, unter anderem Multimedia-Geräte, digitale TV-Empfänger, Tastaturen, GPS-Navigationssystemen, Digitalkameras, MP3-, LCD-Monitore, Ladegeräte und vieles mehr vorstellen.

* Computer Hardware, Software & Peripherals
* Consumer Electronics & Electrical Products
* Electronic Components & Parts

Taipei International Digital Content Summit & Fair

01 ~ 03. September 2009 täglich 10 - 18 Uhr

Messeplatz: Taipei International Convention Center 1F., No.1, Sec. 5, Xinyi Rd., Xinyi Dist., Taipei City 110, Taiwan, R.O.C.

Praktische Hinweise: Hotels nahe TWTC in Taipeh, Kurzeinführung in Land, Einreise und Umgangsformen, auch hier

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Ausländische Direktinvestitionen in Taiwan

Deutschland 2008 neuntgrößter Investor - Verbindungen über die Taiwanstraße werden zunehmend erleichtert

Taipeh (gtai) - Nachdem die ausländischen Direktinvestitionen seit dem letzten Wirtschaftseinbruch 2001 stetig zunahmen, brachen sie 2008 um mehr als die Hälfte ein. Auch in den ersten fünf Monaten 2009 fiel das Ergebnis sehr schlecht aus. Das Finanzwesen und die Produktion elektronischer Bauteile zählen zu den attraktivsten Geschäftsfeldern ausländischer Investoren. Deutschland war im Zeitraum bis 2008 der neuntgrößte ausländische Investor in Taiwan. Die Investitionsbeziehungen über die Taiwanstraße hinweg werden durch die neue Regierung zunehmend erleichtert.

Die genehmigten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) in Taiwan gingen laut den Statistiken der Investment Commission des Ministry of Economic Affairs (MOEA) 2008 im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als die Hälfte auf 7,5 Mrd. US$ zurück. Auch für 2009 sind die Aussichten schlecht: in den ersten fünf Monaten setzte sich der Rückgang mit einem Minus von 45,0% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fort. Erfasst werden von der taiwanischen Statistik nur die genehmigten und nicht wie üblich die realisierten Direktinvestitionen.

Ausländische Direktinvestitionen in Taiwan (ADI) 2005~2008. Daten: Investment Commission, 2009

Seit dem letzten Wirtschaftseinbruch 2001 sind die jährlichen Zuflüsse an ADI nach Taiwan bis 2007 stetig gestiegen, von 3,2 Mrd. US$ 2002 auf 4,2 Mrd. US$ 2005. Im Jahr 2006 nahmen sie dann sprunghaft zu; unter anderem durch kräftige Investitionen in die Fertigung von elektronischen Bauteilen, vor allem jedoch durch Projekte im Finanzwesen. Im Zeitraum 1952 bis 2008 zählten die Branchen Finanzwesen und Versicherungen mit einem Anteil von 18,9% an den kumulierten ADI sowie Fertigung elektronischer Bauteile mit 15,7% zu den attraktivsten Geschäftsfeldern für ausländische Investoren.

Bei den Herkunftsländern standen 2008 die USA mit einem Anteil von 20,4% der kumulierten ADI an der Spitze der Rangliste. Deutschland verbesserte sich gegenüber 2007 um einen Platz auf Rang neun (1,8%). Die deutschen Direktinvestitionen in Taiwan sind 2008 um 73,0% auf 15 Mio. US$ gefallen. Allerdings legten sie in den ersten fünf Monaten 2009 um 113,2% auf 17 Mio. US$ zu, ganz entgegen dem negativen Gesamttrend von -45,0%.

Kumulative Taiwan-Investitionen 1952~2008. Daten: Investment Commission, 2009

Die Investitionsbeziehungen zwischen Deutschland und Taiwan begannen der taiwanischen Statistik zufolge 1967 mit der ersten deutschen Direktinvestition auf der Insel; 1969 folgte dann die erste taiwanische Direktinvestition in Deutschland. Im Zeitraum bis Ende 2008 flossen 1,8 Mrd. US$ von Deutschland nach Taiwan. Der höchste Wert seit Beginn der Erfassung wurde 2006 mit Investitionen von 434 Mio. US$ verzeichnet.
Generell stellt der statistisch ausgewiesene Wert allerdings nur eine Untergrenze dar, da nicht alle Investitionsprojekte deutscher Firmen in Taiwan auch direkt über Deutschland abgewickelt werden. Bei einem Umweg über einen Holdingstandort erscheint unter der Herkunftslandkategorie nicht mehr Deutschland.

Was die Investitionen in die Gegenrichtung anbelangt, besteht laut taiwanischer Statistik immer noch ein großer Unterschied: die bis 2008 von Taiwan nach Deutschland geflossenen Mittel beliefen sich auf lediglich 168 Mio. US$. Im Jahr 2008 (+69,3% auf 13 Mio. US$) wie auch im Zeitraum Januar bis Mai 2009 (+34,3% auf 9 Mio. US$) legten die taiwanischen Investitionen in Deutschland jedoch weiter zu und entwickelten sich entgegen dem negativen Gesamttrend.

Ausländische Direktinvestitionen in Taiwan (ADI) 2005~2008. Daten: Investment Commission, 2009

Was die taiwanischen Direkt-investitionen im Ausland anbelangt, so sticht sofort die hohe regionale Konzentration in Festlandchina ins Auge: Bereits laut Statistiken der Investment Commission ist von den im Zeitraum 1952 bis 2008 im Ausland investierten 135 Mrd. US$ mehr als die Hälfte in Richtung VR China gegangen. In Wirklichkeit liegt der Wert der dort getätigten Investitionen jedoch deutlich höher, denn zahlreiche Vorhaben sind auf Umwegen abgewickelt worden - in der Regel über Holdings in Übersee - und tauchen deshalb in der taiwanischen Statistik nicht entsprechend auf.

Die neue Regierung unter Präsident Ma setzt seit ihrem Amtsantritt im Mai 2008 im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin auf engere Beziehungen zur VR China. Infolge dessen haben sich auch die Investitionsbeziehungen über die Taiwanstraße hinweg verbessert.

Mit Wirkung zum 1.08.08 wurden die bisher für taiwanische Unternehmen bestehenden Obergrenzen für Investitionen in der VR China erhöht: für kleine und mittelständische Unternehmen auf 80 Mio. Neue Taiwan-Dollar (NT$; rund 1,7 Mio. Euro; 1 Euro = 46 NT$) beziehungsweise 60% des Reinvermögens; für andere Unternehmen auf 60% des Reinvermögens. Ursprünglich waren es je nach Firmentyp 20% bis 40% gewesen.

Des Weiteren wurden Ende Juni 2009 in Taiwan in mehr als 100 Branchen die Beschränkungen für Investoren aus der VR China gelockert. Strategische Branchen wie beispielsweise Halbleiterproduktion oder Versorgungswirtschaft bleiben allerdings weiterhin für chinesische Investitionen geschlossen.

Oliver Höflinger, gtai (Vollversion des Artikels hier)


Taiwan International Green Industry Show (TIGIS)

21 ~ 24. Oktober 2009

Messeplatz: econet taiwan Pavillon, Taiwan World Trade Center Exhibition Hall, Taipei

Deutsche Unternehmen aus dem Bereich Energie, Bau und Umwelt sind herzlich eingeladen, sich am Gemeinschaftsstand von econet taiwan auf der Taiwan International Green Industry Show (TIGIS) zu beteiligen. 2009 werden ca. 25.000 Besucher erwartet; Hauptaugenmerke der Ausstellung liegen auf der Wasserindustrie, Umwelttechnologien, Transport und Erneuerbaren Energien. Das Messeteilnahmepaket zum Preis von € 2.850 + MwSt. umfasst neben einer gemeinsamen Ausstellungsfläche auf der Messe, auch ein Marketingpaket sowie ein Produktseminar.

Kontakt: Herr Raoul Kubitschek, Project Manager econet taiwan, Tel.: +886-2-2506-9028 Ext. 1800, URL www.dwb-taipei.org.tw

Kaohsiung profitiert von World Games

Die in Kaohsiung veranstalteten World Games erzielten für die dortige Tourismusbranche insgesamt USD 60,8 Mio. Umsatz. 259.083 Touristen besuchten Kaohsiung während der elf Tage dauernden Veranstaltung. Insgesamt wurden 274.769 Karten zu USD 1,93 Mio. verkauft. Mindestens acht Mio. Menschen in Taiwan verfolgten die Eröffnungszeremonie am 16. Juli.
(Taipei Times, 30.07.2009 aus Infobrief Taiwan v. 04.08.2009)

Institut unterzeichnet MOU mit Nanjing

Am 27. Juli unterzeichnete das Institute for Information Industry (III) ein Memorandum of Understanding mit dem Nanjing Bureau of Foreign Trade mit dem Ziel, ein attraktiveres Investitionsumfeld für taiwanische IT-Unternehmen auf dem Festland zu schaffen. Dazu sollen unter anderem Anreize in den Bereichen Besteuerung und Produktion geschaffen werden. Die ins Auge gefassten Sparten sind Digital Manufacturing, Vertrieb und Automatisierung von Automobilkomponenten sowie IT-Anwendungen in den Bereichen Versicherungen, Banken und grüne Technologien. Schon heute haben mehr als die Hälfte der taiwanischen IT-Unternehmen Teile ihres Geschäfts auf das Festland verlegt.
(Taipei Times, 28.07.2009 aus Infobrief Taiwan v. 04.08.2009)

Neue Süd- und Nord-Flugroute nach China freigegeben

Am 29. Juli wurden zwei neue Flugrouten zwischen Taiwan und China für den zivilen Flugverkehr freigegeben. Die nördliche Route stellt eine zusätzliche Verbindung zwischen Taiwan und nordchinesischen Städten wie Dalian, Qingdao, Shenyang oder Harbin dar und verkürzt die Flugzeit um 24 Minuten. Die neue südliche Strecke ist fünf Minuten kürzer und wird für Flüge zwischen Taiwan und südchinesischen Städten wie Guangzhou, Shenzhen, Xiamen oder Chongqing genutzt werden. Die zusätzlichen Routen entlasten die bisherigen, aufgrund gestiegener Flugaktivitäten überfüllten Strecken.
(Taiwan Today, 24.07.2009 aus Infobrief Taiwan v. 04.08.2009)

Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ansteigend

Laut dem Taipei City Department of Transportation (TCDOT) wird das städtische öffentliche Verkehrsnetz in diesem Jahr voraussichtlich 1,2 Mrd. beförderte Gäste verzeichnen; im letzten Jahr sind es 1,1 Mrd. gewesen. Die Anzahl der Autofahrer fiel vom Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 16% der Bevölkerung Taipehs. Der Anteil der Motorrollerfahrer stieg dagegen im Vorjahresvergleich um fünf Prozentpunkte auf 34%. Steigende Ölpreise seien der wichtigste Grund, warum die Bevölkerung vermehrt öffentliche Verkehrsmittel und Motorroller dem Auto vorziehe, so das TCDOT.
(Taipei Times, 27.07.2009 aus Infobrief Taiwan v. 04.08.2009)

Regierung modernisiert Bahnhöfe

Das Ministry of Transportation and Communications (MOTC) plant mit einem Budget von USD 186 Mio. die Sanierung von Bahnhofsstationen zwischen Hualien und Kaohsiung sowie bestimmter Schienenstrecken ab Mai 2010. Dabei sollen die Haltestellen besonders an die Bedürfnisse von Radfahrern angepasst werden. Das Renovierungsprojekt wird zum Teil aus dem Budget des Exekutiv-Yuans für öffentliche Infrastruktur finanziert.
(Taipei Times, 25.07.2009 aus Infobrief Taiwan v. 04.08.2009)

Augenblicke in der Geschichte Taiwans

Gerade einmal vier Jahrhunderte währt die Geschichte Taiwans. Was weiter zurückliegt zählt zur Vor- und Frühgeschichte. Diese 400 Jahre haben es jedoch in sich, denn sie stecken voller dramatischer Ereignisse. Kaum eines von diesen ist in Deutschland allgemein bekannt, und viele kennen sogar die meisten Taiwaner nicht. An solche Ereignisse in der Geschichte Taiwans sollen regelmäßige Notizen erinnern, ohne jede Systematik allerdings.

Teil 4 – Was war eigentlich "formosa"?

Jedes Schulkind auf Taiwan lernt die kleine Geschichte kennen, wie die Insel zu ihrem alten europäischen Namen Ilha Formosa, „Schöne/ Wunderbare Insel“, gekommen sei. Mitte des 16. Jahrhunderts habe ein portugiesischer Seefahrer, der an Taiwan vorbeisegelte, bei dessen Anblick eben dieses Wort ausgerufen. So sei dieser Name entstanden, der hochchinesisch Fu-erh-mo-sha ausgesprochen wird.

Ankernde Dschunken. Wie bei allen Legenden ist auch bei dieser manches fraglich. Auf welchen Wegen, beispielsweise, wurde aus dem Seefahrer-Ausruf ein Karteneintrag? Wichtiger noch: Welcher Teil Taiwans entlockte dem unbekannten Portugiesen diesen bewundernden Ausruf? Galt er überhaupt Taiwan?

Historiker fanden heraus, dass die Portugiesen im 16./ 17. Jahrhundert mehr als ein Dutzend Orte auf allen Kontinenten Formosa nannten. Chinesische Historiker andererseits bemerkten, dass in ihren frühen Quellen Taiwan wahrscheinlich „Klein Liu-ch’iu“ genannt wurde, in grotesker Verkennung der Größenverhältnisse.

Die Gruppe der Liu-ch’iu-Inseln – japanisch Ryukyu, auch Okinawa – war in China wohlbekannt. Deren König sandte gelegentlich Tribute, also Handelsschiffe. Mit Taiwan hatte der Kaiserhof in Peking damals keine Kontakte. Von allen Formosa genannten Orten blieben bis heute lediglich zwei mit diesem Namen verbunden: eine nordargentinische Provinz und eben Taiwan. In dessen Falle, meinen dortige Historiker, habe dazu beigetragen, dass der Holländer-Vertreiber Koxinga in Europa berühmt wurde. Mit seinem Namen blieb auch der von Formosa bewahrt.

Historisches Gemaelde nahe Tainan. Diese Historiker fragten sich ebenfalls, was an Taiwan den ungenannten portugiesischen Seefahrer dermaßen entzückt habe, nachdem er in Europa und Südostasien doch Naturschönheiten genug erblickt habe. Ihnen kamen Aufzeichnungen eines kanadischen Arztes und Missionars namens Mackay unter die Augen. Als der im Jahre 1875 in die Mündung des Tanshui im Norden einfuhr und die vulkanischen Berge des Tatun-Massivs erblickte, hatte der ebenfalls „Wie schön!“ ausgerufen. Im 16. Jahrhundert seien diese, da dichtbewaldet, noch ungleich wunderbarer erschienen.

Auch die schroffe Ostküste kam ins Spiel, da die Portugiesen auf ihren Japanfahrten dort vorübersegelten, vor allem an der Nordostecke. Für die Korallenküste von Kenting im Süden ließen sich ebenfalls Argumente anführen, doch der Norden scheint gesiegt zu haben. Dort führte auch eine vielbefahrene Schifffahrtsroute zwischen Liu-ch’iu und Fukien vorbei. „Undeutlich sahen wir kleine Berge in der Ferne“, schreibt ein chinesischer Beamter von solch einer Fahrt. „Es war Klein Liu-ch’iu“, eben Taiwan.

Ostküste von Taiwan. Die flache, nicht sehr reizvolle Westküste wurde von niemand als namensstiftend erwogen. Indes, wer weiß heute, was im 16. Jahrhundert ein portugiesischer Seefahrer als schön empfand, nach monatelanger entbehrungsreicher Fahrt? Ob das landschaftliche Schönheiten waren? Vielleicht schätzte er eher eine leicht zugängliche Küste, wo er frisches Wasser, Früchte und andere Viktualien, Menschen überdies, antreffen konnte. Das würde nun eher für den Westen sprechen. – Endgültig läßt sich dieses Problem wohl niemals lösen, und die Mündung des Tanshui wurde später oft angefahren und gepriesen. Vielleicht war es doch sie, die Taiwan seinen ersten europäischen Namen gab. Die Herkunft dieses „Taiwan“ ist nicht weniger rätselhaft
Prof. Dr. Hans Stumpfeldt


Aus der Geschichte der "Bambusrunde"

Selten läßt sich die Geschichte eines kleinen Vereins wie der "Bambusrunde" rekonstruieren, denn deren Dokumentation von Anfang an erscheint selten als aufschlußreich oder gar notwendig. Dabei sind viele Ereignisse in der Vereinsgeschichte durchaus der Erinnerung wert, auch die Persönlichkeiten, welche die Vereinsgeschichte prägten. Auf irgendeine Weise spiegeln sich in ihnen stets auch die allgemeinen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. Ungeordnete Notizen zu Einzelheiten aus den vierzig Jahren der "Bambusrunde" sollen deren Mitglieder zu eigenen Erinnerungen anregen.

Teil 4 – Bremen auch sonst

Zwischen den Hansestädten Hamburg und Bremen waltet traditionell freundschaftliche Konkurrenz. Nach chinesischer Terminologie entspricht diese ungefähr dem Verhältnis eines größeren zu seinem kleinerem Bruder. Im April 1986 hatten die kleineren Bremer-"Brüder" wieder einmal die Nase vorn. "Bremer haben sich gut verkauft", titelte der Weser-Kurier vom 23. 04. 1986 und konnte auch Wellington Y. Tsao zitieren: "Im Vergleich zu Hamburg haben sich die Bremer erheblich besser verkauft."

Zeitungsausschnitt Weser-Kurier 23.4.1986.Wellington Tsao leitete eine 42köpfige Handelsdelegation aus der Republik China auf Taiwan, das schon längst zu einem bedeutenden Faktor der Weltwirtschaft geworden war: Schiffbau, Schiffahrtslinien, Unterhaltungselektronik usw. Die Manager aus Taiwan, die nie als solche und mit geschwellter Brust auftraten, suchten in Europa verläßliche Handelspartner, um die Exportabhängigkeit von den USA und Japan zu verringern.

Hamburg – die Senatspolitiker und die Hafenwirtschaft – begegneten solchen Offerten damals oft zurückhaltend. Die Vorgaben des Auswärtigen Amtes in Bonn, das aufgrund unterschiedlicher Erwägungen die VR China bevorzugte, wurden in Hamburg stets punktgenau umgesetzt, doch in Bremen leistete man sich da seine kleinen Freiheiten.

Zusammenarbeit mit der Republik China auf Taiwan, ob in Wirtschaft oder Politik, geschah eher diskreter Weise, und schon gar nicht wurde sie durch öffentliche Festmahle wie dieses der Bremischen Kaufmannschaft dokumentiert. Das sollte sich erst allmählich ändern. Bremen gehörte zum Aufgabengebiet der "Fernostinformationen", und deshalb begaben sich zu solchen Gelegenheiten auch Vertreter der "Bambusrunde" auf eine Reise nach Bremen.

Die Gespräche im April 1986 behandelten auch die Standorte der jetzt weltberühmten Taiwan-Reedereien "Yang Ming" und "Evergreen". Bekanntlich liegen deren Europa-Zentralen heute in Hamburg. Diese zurückhaltend auftretenden, aber zielorientierten taiwanischen Geschäftsleute haben sich gegen Bremen entschieden. Das zeigt wieder einmal, daß Unternehmerentscheidungen anderen Gesichtspunkten folgen als Politikerwünschen – und der "kleine Bruder" Bremen hatte wieder einmal das Nachsehen.
Prof. Dr. Hans Stumpfeldt

Taiwan-Festwoche der Bambusrunde

Gründungsjahr der Bambusrunde war das Jahr 1969, wir feiern im Jahr 2009 unser 40-jähriges Bestehen. Geplant sind vom 09.~19. September folgende Veranstaltungen:

Feierliche Eröffnung der Taiwan-Woche und "Fotografische Impressionen aus Taiwan" von Bernhard Goschin

09. September 2009 um 18:00 Uhr im AAI mit anschließender Vernissage im Asien-Afrika-Institut zu taiwanischen Köstlichkeiten, Sekt & Selters. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Bernhard Goschin (EFIAP) mit Historien-Postern von Prof. H. Stumpfeldt und Bildern von der Insel Kinmen von Dr. D. Langmann

Wochentags ab 10. September von 11 bis 18 Uhr am AAIder Universität Hamburg, 1. Stock. Eintritt frei.
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Taiwan Wirtschaftstag

Chancen für deutsche Handels- & Technologie-Unternehmen in Taiwan

10. September 2009, 10:00 ~ 14:00 Uhr im Plenarsaal der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Veranstaltet vom Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V., der Handelskammer Hamburg und dem Ostasiatischen Verein mit freundlicher Unterstützung der Taipeh-Vertretung und des DTJV

Kunstausstellung "Kultur Distanzen Über Brücken"

Frau CHEN Tso-chi

(Ihre Ausstellung "2007 Exhibition Taipei Sky" hier auf YouTube)

10. September 2009 20:30 Uhr Vernissage zu taiwanischen Köstlichkeiten, Sekt & Selters. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).
Eintritt frei. Kunstkontakt

11 ~ 20. September 2009 täglich von 11 bis 17 Uhr im Südflügel der St. Jacobi-Kirche, Jakobikirchhof 22.
Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Mitgliederversammlung des DTJV mit Vortrag von Dr. Wu-Lien WEI, Repräsentant Taiwans

11. September 2009 um 18 Uhr im Restaurant "Ni Hao", Wandsbeker Zollstraße 25-29 Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).; 22041 Hamburg

Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Bunter Taiwan Familien-Tag

Veranstaltet mit der Taipeh-Vertretung, dem Chinesischen Verein in Hamburg e.V./ 汉堡中华会馆 und der Bambusrunde e.V. Eintritt frei.

12. September 2009 von 11 bis 15 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus, Mittelweg 11 Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV)., Hamburg.

Das Programm bietet etwas für die ganze Familie: Teezeremonie, Puppentheater, Volkslieder, traditionelle Massage und Akupressur, Glücksknoten und andere traditionelle Taiwanische Künste und Kunstfertigkeiten.

Benefiz-Golfturnier mit den "Taiwan Eagles"

Offenes Einzel-Zählspiel nach Stableford gemäß Regel 32 über 18 Löcher

12. September 2009 ab 10 Uhr im Golfclub am Sachsenwald in Dassendorf, Tee 1 + 10

Nur für geladene und angemeldete Gäste. Anmeldung bis 09.09.09: Email an Frau Pauline Sun (Taiwan Eagles) anmelden.

Kunstpräsentation "Schiff - See - Paradies"

Vortrag mit Live-Kunstkonstruktion von Herrn RUAN Weng-mong. Eintritt frei.

13. September 2009 um 16 Uhr in der Galerie Elbchaussee, Klopstockstr. 29. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

Senatsempfang

Feierliche Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages Bambusrunde - Chinesisch-Deutscher Kultur- und Wirtschaftsverband CDKWV Taiwan

14. September 2009 um 12:30 Uhr im Rathaus Hamburg für geladene Gäste.

Seit seiner Gründung im Jahre 1933 hat sich der CDKWV die Förderung der chinesisch-deutschen Beziehungen auf die Fahnen geschrieben. Seit 1949 hat der Verband seinen Sitz in Taipeh, Taiwan. Er umfaßt ca. 800 Mitglieder (Zur Historie s. Tilman ARETZ' Bericht).

Cape No. 7, Offizielle Deutschland-Filmpremiere

16. September 2009 um 19:3019:00 Uhr im Metropolis Kino, Steindamm 52-54, Hamburg. Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV). Eintritt frei.

Cape No. 7, Taiwan 2008
海角七號/海角七号

Mandarin, Taiwanesisch und Japanisch mit deutschen Untertiteln. Cape No. 7 Vorschau (Flash Player erforderlich)

Drachenboot-Galadinner

17. September 2009 um 19 Uhr im Alt-Hamburger Bürgerhaus für geladene Gäste.

Ehrengast: Prof. Dr. Peer Witten,
Vorsitzender der Logistik Initiative Hamburg e.V., Vorsitzender des Aufsichtsrates der HHLA und Mitglied im Aufsichtsrat der OTTO Group

Besichtigung eines Yangming-Containerschiffes

18. September 2009 ca. 11 Uhr am Vulkanhafen 30 Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV)., Hamburg, Yangming Europe GmbH (Hafenfilm)

Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldung: Tel. 040 4149 6568

"Feiern wie in Taiwan" 卡拉OK - 臺灣之夜 - 吃喝玩樂

18. September 2009 ab 21 Uhr im Restaurant „Rote Sonne“, Neß 1 (Ecke Trostbrücke/ Börsenbrücke) Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV)., Hamburg.
Mit "Mitternachts-Suppe" und kleinen Snacks. Einlaß 20:30 Uhr. Eintritt 20 €.
Bitte um rechtzeitige Anmeldung unter Tel. 040 41496568.

Taiwan-Symposium

100 Jahre Sinologie & 40 Jahre Bambusrunde

19. September 2009 um 10 Uhr im Asien-Afrika-Institut

Universität Hamburg, 1. Stock,
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsvereins (HVV).

Vortrag Prof. Dr. Kai Vogelsang (Universität Hamburg)

Vortrag Prof. Dr. Hans Stumpfeldt (Universität Hamburg)

Vortrag/ Lesung: Dr. Ruth Cremerius, Katharina Schütz: Taiwan-Literatur.

Vortrag Junior-Professorin Dr. Yvonne Schulz-Zinda (Universität Hamburg)

Vortrag Dr. Boesken (Bambusrunde): Kleine Kulturgeschichte des Bambus.

Abschluss der Taiwan-Woche mit taiwanischen Köstlichkeiten, Sekt und Selters.

Eintritt frei. Anmeldung erbeten unter Tel 040 4149 6568.

Mensch trifft Mensch

Ruan Weng-mong: MAGIER DES METALLS (Teil 2)

Der Magier des Metalls und die Zukunft des deutsch-taiwanesischen Kulturaustausches

Im September 2009 kommt der jetzt in der taiwanischen Hauptstadt lebende Ruan mit seiner Kunstpräsentation „Schiff - See - Paradies“ nach Hamburg. Fast die Hälfte seines 40jährigen Berufslebens hat er in Deutschland verbracht.- Wie hat ihn und seine Kunst das Leben in Europa geprägt, wie kann er heute als deutscher Goldschmiedemeister in Taiwan erfolgreich sein? Wir befragten Ruan Weng-mong zu seinem Leben und seiner Kunst, den Metallen ihre schönen Geheimnisse zu entlocken ...

Ruan Weng-Mong: Strahlende Goldwelle. Strahlende Goldwelle (璀燦金波). Aluminium-Gold-Mischung, anodisch bearbeitet 鋁合金陽極處理
57×11.5×51.5 cm. Ruan Weng-Mong 1997.

Ein so engagierter Künstler (und Geschäftsmann) wie Ruan Weng-mong braucht für seine erfolgreiche Arbeit auch einen familiären Rückhalt. Diesen bietet seine Frau Chiung fang und seine beiden Kinder Angela und Achim. „Wir leben glücklich in Taipeh zusammen“, erzählt Ruan. „Angela ist auch künstlerisch begabt und will Kunst studieren. Achim hat mehr den Geschäftssinn geerbt und tendiert in die Wirtschaft.“ Am liebsten ist die Familie in ihrem Wohnhaus in dem sie die alte Oma betreuen können und wo Wen-wong im typisch taiwanesischen „Hofgarten“ entspannen kann.

Ruans Lebensmittelpunkt ist heute Taipeh, aber noch immer verbindet ihn eine alte Freundschaft mit ehemaligen Kollegen in Deutschland, etwa mit Viola Brandt, die Filialleiterin eines großen Schmuckbetriebes in Nürnberg ist, oder Rainer Becker in Idar-Oberrstein oder Josef Dorfner in Wendelstein bei Nürnberg. In Hamburg war Ruan mehrfach zu Besuch, und er freut sich schon auf den September, wenn er in der Hansestadt seine Ausstellung eröffnen will. „Hamburg ist eine Wasserstadt“, sagt er, „Taipeh ist zu einem Beton-Dschungel mutiert. Aber hier sind die Menschen warmherzig – wenn auch oft das große Chaos herrscht. Deutschland ist für mich wie ein großer ruhiger Garten, in dem ich Ordnung und Frieden finden kann. Ich esse gerne in Deutschland – mit Freude und viel Lachen: wunderbar.“

„Die Bambusrunde“, haben wir Ruan gefragt, „wird demnächst einen Freundschaftsvertrag mit dem Chinesisch-Deutschen Kultur- und Wirtschaftsverein in Taipeh unterzeichnen. Wie glauben Sie, können wir die menschlichen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern noch verbessern?“ Ruan überlegt nicht lange: „Kein Zweifel: Die Welt ist heute viel kleiner geworden. Daher können wir leichter enger zusammenarbeiten. Das gilt natürlich auch für die Bambusrunde und den Chinesisch-Deutschen Kultur- und Wirtschaftsverein in Taipeh. Wir werden in Zukunft Künstler und Fachleute nach Taipeh einladen und den Jugendaustausch fördern. Im September in Hamburg werde ich sicher viel mehr Details über die zukünftige Zusammenarbeit sagen können.“

Zum Schluss noch eine Frage an den Deutschen im Taiwanesen: Hat Ruan ein Vorbild unter deutschen Künstlern? Die Antwort kommt prompt: „Ich habe kaum direkte Vorbilder, aber ich liebe Ernst Barlach, Wolfgang Bier, ich mag Wilhelm Wagenfeld und andere...“
Thomas Glaue

Impressum

Herausgeber: Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V.

Präsident: Dr. Gerd Boesken
Vereinsregister Nr. 8536
Mittelweg 144, 20148 Hamburg
Tel: +49 40 4149 6568
Fax: +49 40 447187
Email:newsletter@bambusrunde.de

Leserbriefe.

Redaktionsleitung: Dr. Detlev Langmann, Catherine Lee-Boss, Thomas Glaue.
V.i.S.d.P.: Dr. Detlev Langmann

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