++ Taiwan wurde am Wochenende des 7.-9. August 2009 vom Taifun „Morakot“ heimgesucht ++ Zum Teil brachte „Morakot“ 2,5 Meter Regen pro Quadratmeter und war damit der intensivste seit 100 Jahren ++ „Morakot“ kostete nach Behördenangaben etwa 500 Taiwanern das Leben ++ Es wird weiter nach Vermissten gesucht. ++ Mit Hubschraubern wurden bislang mehr als 35.000 Menschen in Sicherheit gebracht ++ Im Dorf Siaolin im südtaiwanischen Landkreis Kaohsiung sind während des Taifuns durch einen Erdrutsch wahrscheinlich mehr als 400 Dorfbewohner von einer bis zu 15 m tiefen Schlammdecke begraben worden. Seit einigen Tagen arbeiten 150 Soldaten in Siaolin, um Opfer auszugraben. Etwa 9.000 Soldaten sind in unterschiedlichen Katastrophengebieten im Einsatz, um Opfer auszugraben, die Gegend sauber zu machen oder zerstörte Straßen oder Brücken zu reparieren. ++ Nach Kritik an schleppender Reaktion der taiwanischen Regierung auf den Wirbelsturm hat Vizeaußenminister Andrew Hsia am 18. August seinen Rücktritt eingereicht, der Verteidigungsminister bot am 20.8. seinen Rücktritt an. Dem Vernehmen nach soll auch der Premierminister seinen Posten räumen. ++ Der Unmut in der Bevölkerung ist gewaltig ++ Nationalfeiertag 10.10. abgesagt. Dreitägige Natiuonaltrauer ist ab 22. August ausgerufen ++ Laufende Infos auf Radio Taiwan International. Impressionen im Blog Taiwan-Fokus. Zu Spendenkonten bitte hier klicken.
Im Scheinwerferlicht
Ein Sommertraum - „The Lan Yang Dancers“
Die international renommierte taiwanische Tanz-Kompagnie „The Lan Yang Dancers“ (天主教蘭陽舞蹈團) kommt auf Tournee nach Deutschland und gastiert in Hamburg.
Samstag, 29.08.09 um 11:30 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt
Samstag, 29.08.09 um 15:00 Uhr in Planten un Blomen

Die Tänzer werden im Rahmen eines Taiwan Tages – begleitet von einem bunten Programm wie z.B. Kalligraphie, Gemüseschnitzereien u.a. - werden Tänze aufgeführt mit so bedeutungsvollen Namen wie: „Der Pfauenwald“, „Der Seidentanz von Duen-huang“, „Der Schäferjunge und das Dorfmädchen“ um nur einige zu nennen (Lan Yang Schule in Youtube).
„Taiwan Dokumente“
Ort: Kommunales Kino Metropolis, Steindamm 52 / 54, 20099 Hamburg
„Den Tigerfrauen wachsen Flügel“ (Deutschland 2005. Monika Treut. Mit Hsia Hsien Yuen, Li Ang, Yin-jung Chen)
Montag, 17.08.09 um 19:15 Uhr
Drei Frauen, drei Generationen: Die Opernkünstlerin Hsia Hsien Yuen (70) wuchs zur Zeit der japanischen Besatzung auf. Die Schriftstellerin Li Ang (49) repräsentiert die unabhängige Taiwanesin in der Kontroverse zwischen Tradition und Moderne. Die 23-jährige Yin-jung (D.J.) Chen avancierte als Regisseurin zum Star der jungen Mediengeneration. In diesen Porträts vermittelt die Hamburger Filmemacherin Monika Treut ein Bild der taiwanesischen Gesellschaft in ihren Umbrüchen zwischen konfuzianisch geprägter östlicher Tradition und den Einflüssen des Westens in Zeiten der Globalisierung.
Zu dieser Ausgabe
Als der Schleswig-Holsteiner Jürgen Andersen nach einer langen Odyssee, die ihren Ausgangspunkt in holländischen Diensten des Forts Zeelandia (Tainan) genommen hatte, 1650 endlich wieder in Deutschland ankam, wusste er Unerhörtes zu berichten. Dies fällt für Taiwan auch heute gelegentlich leichter als vermutet, man denke nur an das nullmediale Echo in Deutschland zu den Weltsportspielen, dem "Sommermärchen von Kaohsiung". Diesmal hielt das Gebührenfernsehen wohl nicht nur ein Auge, sondern gleich beide zu, als sich 4800 Athlethen aus 105 Nationen maßen. Wie getwittert, brachten die deutschen Sportler 6x Gold, 6x Silber und 10 Bronzemedaillen nach Hause - unseren herzlichen Glückwunsch! Im Zeitungswald berichteten immerhin das Handelsblatt und der Tagesspiegel, das hat uns sehr gefreut!
Jürgen-Andersen-Entdeckungen kann man aber heutzutage auch noch auf diesem Archipel Taiwans erleben - am besten am späten Nachmittag, wenn im Westen die Sonne untergeht. Hier durchmaßen wir damals das tiefe Gras mit Storchenschritten bis zum Ufer, zuviel Respekt hatten wir vor verschreckten Schlangen oder gar vergessenen Minen. Schließlich erreichten wir den schmalen Sandstrand und waren gebannt - die Sonne bot in ihrem Abgang hinter gebirgigen Höhen ein unheimliches Farbspektakel. Vor uns, greifbar nahe auf der anderen Wasserseite: China, im Rücken die Insel Kinmen (大金門).
Das geschah vor acht Jahren und wir erlebten eine Insel im Umbruch. Einerseits blickten wir durch betonierte Sehschlitze einer weiträumigen Bunkeranlage am Nordostzipfel der Insel (2.1km nach China) und sahen Strände mit eingerammten Landungssperren, während andernorts Tsingtao-Bier und festlandchinesische Zigaretten verkauft wurden. Wir sahen verschlafene Dörfer in der Mittagszeit mit jenem nickenden alten Mann im Schaukelstuhl vor seinem Haus und wurden dann wieder unvermutet einer Landebahn gewahr, als wir eine kleine Anhöhe erklimmten, um das Dorf mit seinem Dachbogenspiel zu fotografieren.
Das ungewöhnlichste an Kinmen aber sind dessen Windlöwen (風獅爺, Fongshihye), so dass wir uns mit Jürgen-Andersen-Entdeckerlust nunmehr mit der Kamera auf Windlöwen-Safari machten. Windlöwen, so heisst es, schützen das Dorf an dessen Ecken vor den garstigen Nordost-Monsunen im Winter und vielerlei Geistern und Unbill andernzeits. Koxinga (國姓爺) hatte hier 1661 die schützenden Wälder für seine Armada aus 900 Schiffen abgeholzt, mit der er den Garnisonskommandanten des Forts Zeelandia in Anping (heute zu Tainan) schliesslich Anfang 1662 zur Kapitulation zwang. Im Wind Lion God Park, in der Nähe des ShangYi-Flughafens, kann man sich einen Überblick zu den 63 offiziellen Statuen verschaffen, bevor man auf Jagd geht. Heutzutage liefern dazu eine Karte und Geo-Cachings weitere Suchhinweise. Man muss die Windlöwen in der Tat im Busch oder an Feldrändern aufspüren. Um so größer ist dann die Freude über diese putzigen zum Teil menschhohen Gestalten, oft auch in naiver Kunst bemalt und ihrer Geschlechterrolle unverwechselbar.
Nun hören wir mit Freude, dass eine neue Facette auf Kinmen die "drei kleinen Seeverbindungen" bereichert - am 15. August finden Wettschwimmen vom Yefengzhai-Strand an der Huandao Road der Xiamen-Insel zum Shuangkou-Strand der westlichen Schwesterinsel von Kinmen (小金門, Hsiao Kinmen) statt. Daran sollen je 50 Schwimmer aus China und Taiwan teilnehmen. Obwohl die Luftlinie nur 5.8 km beträgt, hat ein Testschwimmen gezeigt, dass sich die Distanz durch kaum vorhersagbare Strömungen leicht noch einmal um die halbe Entfernung vergrössern kann. Lin Jiayong von Festland-China absolvierte die Distanz als erster nach 1:29:23 Stunden. Eine wahre Freude für jeden, der sich an die Hörensagen von Prüfungen der Kampfschwimmer erinnert, die einst das andere Ufer unbemerkt zu erreichen hatten, um dann mit einem "Souvenir" zurückzukehren: ein Stückchen Ohr, Nase oder so etwas. Neben allen Bedenken halten wir dies aus unseren eigenen Erfahrungen für das Wichtigste: Frieden schaffen. So sind wir ganz mit Maestro Tseng-dong Wu ((吳增棟)), der im Inseldorf Chin Ning chinesische Propagandageschosse zu Küchenklingen (ca. 60 aus einer Hülse) umschmiedet. In diesem Sinne: Raketen zu Schwimmbojen! Oder: Zu Brücken, vielleicht beginnend mit der ins Auge gefassten 9 km langen "KinXia"-Brücke von Kinmen nach Dandeng (Xiamen)?
Einen schönen Sommer und anregende Lektüre wünscht die
Redaktion Bambusbrief
Taipeh
Taichung
Kaohsiung
Hamburg
Berlin
München

Außer der KMT-Parteispitze und der von der KMT geführten Stadtverwaltung Taipehs protestierten damals einige ältere KMT-Anhänger aktiv gegen die Umbenennung und warfen der DPP in diesem Kontext „Verschwendung von Steuergeldern“ und die „mangelnde Beteiligung der Öffentlichkeit“ vor. Diese Gruppe hoffte, dass der aus den Wahlen im vergangenen Jahr siegreich hervorgegangene Präsident Ma als KMT-Repräsentant die Umbenennung sofort wieder rückgängig machen würde. Doch dieser ließ verlauten, dass das Thema nicht „oben auf der Agenda“ stehe.
Weitere Details, z.B. auch die 
Daten: Investment Commission, 2009
Daten: Investment Commission, 2009
Daten: Investment Commission, 2009
Wie bei allen Legenden ist auch bei dieser manches fraglich. Auf welchen Wegen, beispielsweise, wurde aus dem Seefahrer-Ausruf ein Karteneintrag? Wichtiger noch: Welcher Teil Taiwans entlockte dem unbekannten Portugiesen diesen bewundernden Ausruf? Galt er überhaupt Taiwan?
Diese Historiker fragten sich ebenfalls, was an Taiwan den ungenannten portugiesischen Seefahrer dermaßen entzückt habe, nachdem er in Europa und Südostasien doch Naturschönheiten genug erblickt habe. Ihnen kamen Aufzeichnungen eines kanadischen Arztes und Missionars namens Mackay unter die Augen. Als der im Jahre 1875 in die Mündung des Tanshui im Norden einfuhr und die vulkanischen Berge des Tatun-Massivs erblickte, hatte der ebenfalls „Wie schön!“ ausgerufen. Im 16. Jahrhundert seien diese, da dichtbewaldet, noch ungleich wunderbarer erschienen.
Die flache, nicht sehr reizvolle Westküste wurde von niemand als namensstiftend erwogen. Indes, wer weiß heute, was im 16. Jahrhundert ein portugiesischer Seefahrer als schön empfand, nach monatelanger entbehrungsreicher Fahrt? Ob das landschaftliche Schönheiten waren? Vielleicht schätzte er eher eine leicht zugängliche Küste, wo er frisches Wasser, Früchte und andere Viktualien, Menschen überdies, antreffen konnte. Das würde nun eher für den Westen sprechen. – Endgültig läßt sich dieses Problem wohl niemals lösen, und die Mündung des Tanshui wurde später oft angefahren und gepriesen. Vielleicht war es doch sie, die Taiwan seinen ersten europäischen Namen gab. Die Herkunft dieses „Taiwan“ ist nicht weniger rätselhaft
Wellington Tsao leitete eine 42köpfige Handelsdelegation aus der Republik China auf Taiwan, das schon längst zu einem bedeutenden Faktor der Weltwirtschaft geworden war: Schiffbau, Schiffahrtslinien, Unterhaltungselektronik usw. Die Manager aus Taiwan, die nie als solche und mit geschwellter Brust auftraten, suchten in Europa verläßliche Handelspartner, um die Exportabhängigkeit von den USA und Japan zu verringern.
Strahlende Goldwelle (璀燦金波).
Aluminium-Gold-Mischung, anodisch bearbeitet 鋁合金陽極處理 