Veranstaltungen

Jahreshauptversammlung des Taiwan-Freundeskreises Bambusrunde e.V.

04. Juni 2009 um 18.30 Uhr im Restaurant "Ni Hao", Wandsbeker Zollstraße 25-29; 22041 Hamburg

Anschließend hält Herr Thomas Awe, Leiter des Auslandsbüros der Konrad Adenauer Stiftung in China, einen Vortrag zum Einfluss Taiwanischer Geschäftsleute auf die Gesellschaft in Shanghai.


Veranstaltungen in Taiwan

DTJV Juristentreff in Taipeh

8. Juni, 19.00 Uhr im Restaurant "Zum Fass" (香宜, dem ältestem der deutschen Restaurants in Taipeh), 2. Stock, Sin Sheng N. Rd., Sec.1, No. 116 - 118 (新生北路一段116-118號)

Liebe Freunde der deutschen und taiwanesischen Jurisprudenz,
der DTJV lädt Sie herzlich zum 2. Juristentreff in Taipeh ein. Kosten für Speisen und Getränke müssen selbst getragen werden. Bitte kontaktieren Sie RA Michael Werner per Email (michael.werner@eigerlaw.com) für Ihre Teilnahmebestätigung oder weitere Fragen.

11. Taipeh Film Festival 2009

26. Juni bis 12. Juli 2009

Geleitet vom bekannten taiwanischen Regisseur Hou Hsiao-hsian ist das Taipeh Film Festival zu einem der einflussreichsten Filmfeste in der chinesischsprachigen Welt geworden. Eine besondere Sektion neben den Wettbewerben nennt sich City Vision, dieses Jahr mit dem Schwerpunkt Berlin. taiwan-info-blitz@gmx.de

Im Scheinwerferlicht

Tagesfahrt der Bambusrunde nach Berlin am 26. Juni 2009

Der Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V. lädt Sie herzlich ein zur jährlichen Berlinfahrt:

07:00 Uhr Abfahrt von Hamburg

per Reisebus von der Kirchenallee (Hinterausgang Hamburg Hauptbahnhof).

11:15 Uhr Spreefahrt

Einstündige Spreefahrt ab dem Nikolaiviertel

13:00 Uhr Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland

Empfang durch den Repräsentanten Taiwans in Deutschland, Herrn Prof. Dr. Wu-Lien Wei, mit kleinen Erfrischungen.

16:15 Uhr Vortrag beim Deutschen Bundestag

Einlass nur mit gültigem Lichtbildausweis!

18:15 Uhr Rückfahrt nach Hamburg

Der Kostenbeitrag für die Teilnahme beträgt 50,-€ pro Person und ist vor Reisebeginn auf das Konto der Bambusrunde bei der Hamburger Sparkasse, KTO: 1230128181, BLZ: 200 505 50 zu überweisen.

Die Teilnahme ist auf 28 Personen begrenzt und wird in der Reihenfolge der eingehenden Anmeldungen festgelegt. Bitte melden Sie sich daher spätestens bis zum Freitag, den 12. Juni 2009 per Email: post@bambusrunde.de.

Zu dieser Ausgabe

Der Schock folgte auf dem Fuß. Wie glücklich waren wir doch, als wir Ende April unseren ersten Bambusbrief im Netz entrollt hatten, bis wir merkten, dass ihn all die Suchmaschinen - die modernen Wächterfiguren des Internetgrals - einfach nicht fanden.

Taiwan-Stier im Jahr des Ochsen 2009.Für die folgenden zwei Wochen beschlich uns ein Gefühl, wie es wohl auf der Schattenseite des Mondes einträte, wären da nicht die Newsletter-Anmeldungen und ermunternden Zurufe unserer Bambusrunden-Mitglieder und weiterer Taiwanfreunde gewesen.

YAHOO meldete noch bis zum 12. Mai: "Es wurden keine Ergebnisse gefunden für: Taiwan Bambusbrief." und empfahl die Schreibweise zu prüfen, allgemeinere, andere oder weniger Suchwörter zu verwenden. EXALEAD.de, Abacho, Acoon graben bis heute weiter im Dunkeln, während die deutsche Beta-Version von BING.com (Nachfolger von MSN) bei uns den gleichnamigen Laut nach Auflistung des Bambusbriefes in der Spitzenposition auslöste.

Amüsant zu nennen dagegen die Antwort von FIREBALL.de: "Gratulation. Sie haben den FIREBALL vorübergehend an seine Grenzen gebracht. Wir haben kein Webresultat zu Ihrer Anfrage: 'Taiwan Bambusbrief' gefunden. Wir versprechen Besserung." Nun, sie ist zwischenzeitlich eingetreten.

Eine ähnliche Entwicklung würden wir uns von der Bundesregierung und Europäischen Kommission auf die Anfrage "Taiwan Förderung von Kooperationen" wünschen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit ihrer Partnerorganisation, dem National Science Council (NSC) Taiwans, hat mit der Vereinbarung gemeinsamer Förderinstrumente für Wissenschaftler seit Beginn des Jahres 2009 einen beispielhaften Schritt vorgelegt. Ähnliche Denkanstöße wollen wir in unseren Bambusbriefen gern weitergeben.

Viel Spaß beim Lesen wünscht die
Redaktion Bambusbrief

 

Veranstaltungen

Wie chinesisch ist Taiwans Demokratie?
台灣的民主究竟有多中國化?

18. Juni 2009 19.00 Uhr im Yu Yuan-Teehaus, Feldbrunnenstraße 68, Hamburg
Referent: Dr. H.-W. Schütte
Freier Eintritt für Mitglieder der Bambusrunde und der HCG, 3 € für Nichtmitglieder

台灣是中國歷史第一個有效的議會民主。本報告的主題是台灣民主的形成過程和它今天的特點。報告將對於台灣民主是否能成為中國國內類似發展的先例榜樣以及現在兩岸關係緩過它的影響進行詳細、深入的解答。



Mitgliederversammlung des DTJV

in der Jubiläumswoche der Bambusrunde

11. September 2009 18:00 Uhr im Chinarestaurant "Mr. Cherng", Speersort 1, 20095 Hamburg
Vortrag von Dr. Wu-Lien Wei,
Repräsentant Taiwans

Taiwan-Symposium

in der Jubiläumswoche der Bambusrunde

"Spuren Taiwans in Hamburg"
100 Jahre China Seminar & 40 Jahre Bambusrunde

Vortrag Prof. Dr. Kai Vogelsang (Universität Hamburg)

Vortrag Prof. Dr. Hans Stumpfeldt (Universität Hamburg)

Vortrag Thomas Awe (Konrad Adenauer Stiftung, angefragt)

Vortrag/ Lesung: Dr. Wolf Baus, Dr. Ruth Cremerius: Taiwan-Literatur

Vortrag Dr. Boesken (Bambusrunde)

Besuch bei der Ministerin für Festlandsangelegenheiten, Frau Dr. Shin-yuan Lai (賴幸媛)

Anlässlich ihrer Teilnahme an einer Delegation unter Führung des Bundeswirtschaftsministeriums hatten im Februar zwei Vertreter der Bambusrunde, Dr. Boesken und Dr. Langmann, die Gelegenheit, mit Frau Dr. Shin-yuan Lai (賴幸媛), der Ministerin für Festlandsangelegenheiten zu sprechen. Die von Präsident Ma Ying-Jeou kürzlich in dieses Amt berufene Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerin, ausgebildet unter anderem an der London School of Economic and Political Studies, spricht fließend Englisch und beeindruckte mit erfrischend unorthodoxen, sehr pragmatischen Aussagen zum Ist-Zustand und zur näheren Zukunft der Beziehungen beiderseits der Taiwanstraße.

Treffen mit der Ministerin für Festlandsangelegenheiten Dr. Lai am 17. Februar 2009.Foto: Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA)

In ihren Ausführungen erläuterte Frau Lai zunächst, dass der "Rat für Festlandangelegenheiten" (Mainland Affairs Council, kurz MAC) eine Behörde in Ministeriumsrang ist und damit die höchste staatliche Einrichtung der Republik China für Festlandchinapolitik. Hier werden die für beide Seiten relevanten Angelegenheiten analysiert und politische Maßnahmen entworfen, die dann auf taiwanischer Seite von der sogenannten "Stiftung Austausch über die Taiwanstraße" (Straits Exchange Foundation, SEF) in die eigentlichen Gespräche mit Vertretern der VR China (dort zuständig die ARATS, Association for Relations across the Taiwan Straits) eingebracht werden.

Frau Lai legte dar, dass der Prozess der Annäherung ungeheuer an Fahrt aufgenommen habe, auf beiden Seiten käme man sich Schritt für Schritt vor allem in praktischen Dingen sehr schnell näher, wobei zuweilen auch die Regeln, nach denen verhandelt würde, kurzfristig angepasst werden müssten.

Als prinzipielle Eckpunkte nannte ie die Politik der "Drei Neins": Nein! zur Wiedervereinigung, Nein! zur Unabhängigkeit Taiwans und Nein! zu jedwelcher Gewaltanwendung. Das Gewicht liegt auf der praktischen Erleichterung von Reisebedingungen (im Februar waren bereits 108 Flüge pro Woche eingesetzt, mittlerweile ist das Kontingent auf 270 gestiegen), auf einer größeren Verzahnung der Wirtschaft, u.a. einen Austausch im Bankwesen und der Verbesserung der Möglichkeit des direkten Investments auf beiden Seiten.

Alle "Fragen des Gesichts", wie die prinzipielle Frage der staatlichen Souveränität und der diplomatischen Anerkennung werden - nach wie vor - zurückgestellt, um die "kleinen Schritte" der Annäherung zu ermöglichen.

Lai unterstrich, dass die Normalisierung der Beziehungen über die Taiwanstraße sich nicht Verkehrsverbindungen und Handel beschränkt sondern auch Kultur, Bildung, Sport und sozialen Austausch in unterschiedlichen Lebensbereichen umfasst, um ein gegenseitiges Verständnis zwischen den Menschen zu fördern. „Die friedliche Entwicklung der Beziehungen über die Taiwanstraße dient unserer nationalen Sicherheit und dem Wirtschaftswachstum, versichert sie. „Verhandlungen, Kommunikation und Austausch sind zentrale Schritte, welche die Beziehungen über die Taiwanstraße vorwärtsbringen können. Um geordneten Austausch über die Taiwanstraße zu fördern, befassen wir uns mit mehreren Überprüfungen von Gesetzen und koordinieren uns mit verschiedenen Regierungsbehörden, um einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der eine stetige Öffnung und wirksame Verwaltung erleichtert.“


Dämpfer für die KMT

Nachwahlen in Miaoli und in Taipehs Da’an-Bezirk

Erster Stimmungstest nach der Parlamentswahl vom Januar 2008, mit der die KMT dank eines das Ergebnis verzerrenden neuen Wahlrechts mit 53,5% (Erststimmen) und 51,2% (Zweitstimmen) auf eine knappe Dreiviertelmehrheit der Sitze gekommen war (81 von 113 Sitzen):

In Miaoli (苗栗) in Mittel-Taiwan wurde am 14. März eine Nachwahl zum Parlament fällig, weil die Wahl des bisherigen KMT-Abgeordneten Lee I-ting (李乙廷) wegen Stimmenkauf gerichtlich für ungültig erklärt wurde. In dieser KMT-Hochburg verzichtete die DPP (Democratic Progressive Party) darauf, überhaupt einen Kandidaten aufzustellen und unterstützte den unabhängigen KMT-Abtrünnigen Kang Shih-ju (康世儒). Die KMT schickte statt des Inkriminierten dessen Ehefrau Chen Luan-ying (陳鑾英) ins Rennen. Das kam bei den Wählern gar nicht gut an und Kang Shih-ju gewann knapp mit 41.696 zu 40.096 Stimmen (China Post).
Im Wahlbezirk Da’an in Taipeh wurden die Wähler am 28. März an die Urne gerufen, da die bisherige KMT-Abgeordnete Diane Lee (李慶安) gegen das Staatsangehörigkeitsgesetz verstoßen hatte. Sie hatte auch einen US-Pass, Mandatsträgern ist aber eine doppelte Staatsangehörigkeit verboten. Von 66,8% sackte die KMT jetzt auf 48,91% ab. Und das in einem Wahlkreis, der als eine absolute Hochburg der KMT gilt. Ihr Kandidat Chiang Nai-shin (蔣乃辛) gewann zwar trotzdem, aber der Kandidat von der Neuen Partei (新黨) nahm ihm fast 10 Prozent ab und DPP-Kandidat Chou Po-ya (周柏雅) holte für die DPP ein deutlich verbessertes Ergebnis (von 32,46 auf 38,72 Prozent). Außer den lokalen Faktoren machte die Öffentlichkeit auch die bislang schwache Bilanz der KMT-Regierung für deren Stimmenverluste verantwortlich. So sind die 10% für den Kandidaten der Neuen Partei in Da’an in erster Linie als Proteststimmen enttäuschter Wähler des blauen Lagers zu werten (Taipei Times / China Post).

Großdemonstration der DPP am 17. Mai

DPP Vorsitzende Cai Yingwen spricht zur Kundgebung vor dem Präsidentenpalast in Taipeh am 17. Mai 2009.200.000 Menschen gingen in Kaohsiung und 400-500.000 Menschen in Taipeh auf die Straße, um gegen Ma Ying-jeous China-Politik zu protestieren, die ihrer Meinung nach eine zu einseitige Anlehnung an China bedeute und auf einen Ausverkauf von Taiwans Souveränität hinauslaufe.
(eTaiwannews / China Post)


Foto: Abendliche Kundgebung auf dem Ketagalan-Boulevard vor dem Präsidentenpalast mit der DPP-Vorsitzenden Cai Yingwen (蔡英文). Auf ihrem Pult der Slogan "反傾中,護台灣": "Gegen die Anlehnung an China, für den Schutz Taiwans". An der Säule ein anfeuernder Aufruf an die Vorsitzende: "蔡英文,加油": "Cai Yingwen, vorwärts!".
Günter Whittome, Taipeh


Günter Whittome, Taipeh
 

i-Taiwan

Vorgeschichte

Am 20.5.2008 wurde Ma Ying-jeou (馬英九) als zwölfter Präsident der Republik China (Taiwan) vereidigt.

Bereits im Vorfeld seiner Wahl verkündete er seinen ambitionierten „633-Plan“. Inhalt sollte ein Wirtschaftswachstum von 6%, eine Arbeitslosenrate von weniger als drei Prozent und ein Durchschnittseinkommen von mindestens 30.000 USD pro Jahr sein.

Ende November 2007 verkündeten Ma und Siew den Infrastruktur-Entwicklungsplan „i-Taiwan – 12 Projects“ mit dem Ziel der Schaffung eines „zweiten taiwanischen Wirtschaftswunders“.

Im Lichte der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise wurde dieses Vorhaben später zur offiziellen Regierungspolitik, seit Ende letzten Jahres wird der Plan nach und nach umgesetzt.


Taiwans BIP sinkt um 10,24 Prozent

Mit einem Rekordwert von -10,24% ist Taiwans Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal dieses Jahres auf den negativsten Wert seit Beginn der vierteljährlichen Dokumentation 1961 gefallen.

Die Exporte sanken in den ersten drei Monaten 2009 ebenfalls um einen rekordhaften Wert von -32.28%. Am 22. Mai gab das Directorate General of Budget, Accounting and Statistics (DGBAS) die aktuellen Zahlen bekannt und begründete den starken Einbruch mit dem deutlicher als erwarteten Rückgang der weltweiten Wirtschaftsentwicklung. Damit habe Taiwans Wirtschaft aber bereits die Talsohle durchschritten und werde sich in den Folgequartalen allmählich erholen:

Für das Q4 2009 erwartet das DGBAS wieder ein Wachstum von 5,2%.
(China Post, 22.05.2009 aus Infobrief Taiwan v. 25. 05. 2009)

Chancen für deutsche Unternehmen:

Investitionsvorhaben im Überblick (Germany Trade & Invest)
pdf-Datei

Weitere Maßnahmen:

  • Seit dem 18.01.2009 werden Konsumgutscheine mit einem Wert von etwa 82 € ausgegeben, die bis zum 30.09.2009 gültig sind. 500 NT$ Einkaufsgutschein.
  • Senkung der Konsumgütersteuer bei der Anschaffung von Neuwagen um ca. 680 €.
  • Zusätzliches Konjunkturpaket mit einem Volumen von 500 Mrd. NT$ (ca.11 Mrd. €) mit Schwerpunkt im Bereich Infrastruktur.
  • Bislang wurden zwei (von geplanten vier) Jobmessen veranstaltet, bei denen knapp 60.000 Besucher gezählt wurden.
  • Taiwan initiiert ein Energiesparprogramm

    In den nächsten drei Jahren wird die taiwanische Regierung mit einem Gesamtetat von USD 37 Mio. Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausemissionen und des Energieverbrauchs durchführen. U. a. werden mit einem Budget von USD 3,98 Mio. 260.000 Verkehrslampen mit LED-Leuchten bestückt, um 93 Mio. MW an Elektrizität einzusparen. Für Installationen von Solarzellen auf öffentlichen Gebäuden stehen USD 14,6 Mio. zur Verfügung. Durch spezielle Sparanreize sollen beim öffentlichen und privaten Verbrauch insgesamt 3,8 Mrd. MW Elektrizität und 3,29 Mio. Tonnen Kohlendioxid vermieden werden.
    (Taiwan Economic News, 20.05.2009 aus Infobrief Taiwan v. 25. 05. 2009)

Wirtschaft und Wissenschaft

i-Taiwan – 12 Projekte

In dem Plan i-Taiwan (Infrastruktur und Investition) wurden 12 Projekte mit Priorität herausgearbeitet, für die in den nächsten acht Jahren insgesamt fast 4 Bill. N$ (ca. 90 Mrd. €) investiert werden sollen.

Vier hiervon betreffen das Transportwesen

  1. Ausbau und Integration von Schienen- und Straßenverkehr
  2. Umgestaltung des Hafens von Kaoshiung zu einem Freihafen und ein Eco-Port. Hier soll ein BOT-Vorhaben ("Build-Operate-Transfer") mit vier Terminals im Hafen von Kaoshiung verwirklicht werden.
  3. Taichung soll zu einem Logistikzentrum für Luft- und Seefracht werden, an welches die lokalen Wissenschafts- und Industrieparks angeschlossen sind.
  4. Ausbau des internationalen Flughafens in Taoyuan zu einer großen internationalen International Aviation City mit fünf unterschiedlich fokussierten Wirtschaftssonderzonen.

Sechs weitere betreffen die Verbesserung der Lebensqualität

  1. Stadterneuerung
  2. Verbesserung der Lebensqualität in ländlichen Regionen
  3. Wiederherstellung von natürlichen Lebensgrundlagen in Küstenregionen
  4. Aufforstung
  5. Aufbau einer effizienten Wasserversorgung
  6. Verbesserung der Abwasserentsorgung

Ein weiteres Projekt ist die Schaffung von industriellen Clustern für Forschung und Entwicklung, die Taiwan von Norden nach Süden durchziehen sollen.

Schließlich soll unter der Losung „Intelligent Taiwan“ der Sektor Bildung und Ausbildung verbessert werden. Hierzu soll eine Infrastruktur für Informationstechnologie entstehen, es soll mehr internationalen Wissenschaftsaustausch geben, Kultur und kreative Berufe sollen zudem gestärkt werden.
Marius von Winterfeld


Messen

COMPUTEX TAIPEI 02.06. - 06.06.2009

Communication, optoelectronic display products, components, Peripherals, software, computer systems, motherboards & add-on, cards, data storage device, multimedia, digital audio/video, office, automation systems, digital electronic products.

Venues: Taipei World Trade Center NANGANG Exhibition Hall, Taipei World Trade Center Exhibition Hall, Taipei World Trade Center Exhibition Hall 3, Taipei International Convention Center

DISPLAY TAIWAN 10.06. - 12.06.2009

Display Application Products, Panels & Modules, LCD Components, LCD Material, LCD Process Equipment, OLED / PDP / Color Filter – Equipment & Material, Software & Consultancy.

Venues: Taipei World Trade Center Exhibition Hall

Praktische Hinweise: Nahe gelegene Hotels, Kurzeinführung in Land, Einreise und Umgangsformen

 

Parlament bestätigt GPA-Beitritt

Am 15. Mai befürwortete der Legislative Yuan den Beitritt Taiwans zum Government Procurement Act (GPA) der internationalen Welthandelsorganisation (WTO). Damit ist der Weg geebnet, die formale WTO-Vorgabe zu erfüllen, die eine Zulassung innerhalb von sechs Monaten nach der offiziellen Erklärung durch das entsprechende Komitee vorsieht. Am 09.12.2008 hatte das WTO-Committee on Government Procurement Taiwans Bewerbung zugestimmt. Im nächsten Schritt muss nun die Zustellung der taiwanischen Parlamentsentscheidung durch das Kabinett an den Präsidenten erfolgen, dessen Unterzeichnung den Beitritt abschließend besiegeln wird.
(Central News Agency, 15.05.2009 aus Infobrief Taiwan v. 25. 05. 2009)


Direkter Handel mit China wird ausgeweitet

Laut dem chinesischen Verkehrsministerium genehmigte China die Öffnung fünf weiterer Häfen für den direkten Handel mit Taiwan. Damit erhöht sich deren Gesamtzahl auf 68. Der Beschluss vom 16. Mai 2009, die Häfen Tongling, Shidao, Laizhou, Taizhou Damaiyu und Ningbo-Zhoushan für den Handel mit Taiwan zu öffnen, wurde in Xiamen auf einer Cross Strait-Konferenz über Direktverbindungen bekanntgegeben. Taiwanischen Unternehmen, die in China Gewinne aus dem direkten Handel erzielen, werden die Gewerbesteuer und die Körperschaftssteuer erlassen.
(Taipei Times, 17.04.2009 aus Infobrief Taiwan v. 25.05.2009)


Neue Regelungen für chinesische Investitionen

Laut Beschluss des Exekutiv-Yuan vom 12. Mai 2009 werden ausländische Unternehmen mit chinesischem Anteil von 30 und mehr Prozent künftig als chinesische Unternehmen behandelt. Darunter fallen auch Betriebe, die laut Gesellschaftsrecht unter Kontrolle eines chinesischen Teilhabers stehen oder eine chinesische Stammeinlage von über USD 2,4 Mio. aufweisen. Als Folge dessen unterliegen besagte Unternehmen strengeren Auflagen in Bezug auf Berichterstattung und Investitionsmöglichkeiten innerhalb des Landes. Verboten ist weiterhin der Markteintritt für chinesische Unternehmen mit bestimmten Eigenschaften, z.B. einer monopolistischen, oligopolistischen oder dominanten Marktposition oder einem politisch-, kulturell- oder sozialsensitiven Status. Darüber hinaus dürfen, mit Zustimmung des Ministry of Economic Affairs (MOEA), chinesische Investoren einen direkten Anteil von über 10% an taiwanischen Unternehmen halten sowie Joint Ventures und Niederlassungen eröffnen.
(Taiwan Economic News, 13.05.2009 aus Infobrief Taiwan v. 18.05.2009)


Der Landesdrachenboot-Verband Hamburg e.V. lädt ein zum 1. Hamburger Taiwan-Cup 2009 Vereinswappen Landesdrachenbootverband Hamburg.

26.~28. Juni 2009 Hamburg Allermöhe

26. Juni: Schülerregatta
27.-28. Juni: Fun-, Sport- und Premiumregatta
Kontakt: Horst Fuchs info@hamburger-taiwan-cup.de


Jubiläumswoche der Bambusrunde

Gründungsjahr der Bambusrunde war das Jahr 1969, wir feiern im Jahr 2009 unser 40-jähriges Bestehen. Geplant sind vom 10.~19. September folgende Veranstaltungen:

Taiwan Wirtschaftstag

10. September 2009 9:00 ~ 13:30 Uhr im Plenarsaal der Handelskammer Hamburg

Besichtigung eines Containerschiffes

11. September 2009 im Hafen Hamburg (Hafenfilm)

Golfturnier mit "Schnupperkurs"

12. September 2009 im Golfclub am Sachsenwald in Dassendorf

Bunter Taiwan Familien-Tag

13. September 2009 Infostände & Infofilme & Fotoausstellung, Kalligraphie, Traditionelle Medizin, Teezeremonie, Massage, Glücksknoten. Klassisches Konzert mit Pipa, Klavier & Geige, eventuell Puppentheater

Senatsempfang

14. September 2009 im Rathaus Hamburg
Feierliche Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages Bambusrunde - Chinesisch-Deutscher Kultur- und Wirtschaftsverein CDKWV Taiwan (Zur Historie s. Tilman ARETZ Bericht).

Seit seiner Gründung im Jahre 1933 hat sich der CDKWV die Förderung der chinesisch-deutschen Beziehungen auf die Fahnen geschrieben. Seit 1949 hat der Verband seinen Sitz in Taipeh, Taiwan. Er umfaßt ca. 800 Mitglieder.

Traditionelles Drachenboot-Dinner

17. September 2009 im Alt-Hamburger Bürgerhaus
Sprecher: Prof. Dr. Peer Witten, (Interview in business-on.de)
Otto-von-Guericke Universitaet, Magdeburg

Nudel & Gedudel - Taiwan Karaoke Abend

18. September 2009 ab 22:30 Uhr im Jinmen.
Mit "Mitternachts-Suppe" und kleinen Snacks. Eintritt 20 €.

Augenblicke in der Geschichte Taiwans

Gerade einmal vier Jahrhunderte währt die Geschichte Taiwans. Was weiter zurückliegt zählt zur Vor- und Frühgeschichte. Diese 400 Jahre haben es jedoch in sich, denn sie stecken voller dramatischer Ereignisse. Kaum eines von diesen ist in Deutschland allgemein bekannt, und viele kennen sogar die meisten Taiwaner nicht. An solche Ereignisse in der Geschichte Taiwans sollen regelmäßige Notizen erinnern, ohne jede Systematik allerdings.

Teil 2 – Fort Zeelandia

Am 26. August 1624 landete die "Zeelandia" unter Kapitän Marten Sonk an Taiwans Küste. Sonk hatte mit dem chinesischen Reich auf dem Festland Handelsbeziehungen aufnehmen wollen, wurde aber abgewiesen. Danach hatte er sich einige Monate lang auf den P'eng-hu-Inseln, damals Pescadores genannt, festgesetzt. Von dort vertrieb ihn eine übermächtige chinesische Flotte.

Marten Song sollte der erste Gouverneur der Vereenigde Oost-Indische Compagnie auf Formosa werden, welchen Namen die Insel von portugiesischen Seefahrern erhalten hatte, "die Wunderbare". Knapp vierzig Jahre blieben die Holländer auf der Insel, und noch elf Gouverneure folgten Sonk.

Fort Zealandia.Unweit des heutigen Tainan, nahe der Stadt Anping im Südwesten, begann Sonk sogleich mit dem Bau einer Befestigungsanlage. Diese entstand auf einer kleinen, der Küste vorgelagerten Insel, wo eine geschützte Bucht einen idealen Hafen abgab. Das Fort erhielt den Namen des Schiffes, das die ersten Holländer nach Taiwan gebracht hatte: Fort Zeelandia.

Das Fort wuchs schnell. Die Residenz des Gouverneurs, eine Kirche, ein Gefängnis und Warenhäuser entstanden. Nördlich des Forts gab es Wohnungs- und Marktanlagen für holländische und chinesische Kaufleute. An anderer Stelle wurde eine umwallte Anlage für Warenlager und Amtsstellen errichtet, die den Namen Utrecht erhielt. Vor allem aber wurde der Zugang zum Hafen durch die Versenkung von mit Steinen beladenen alten Kähnen gesichert und zugleich verengt. Jedes Schiff, das anlanden wollte, befand sich in Feuerweite der Gouverneurskanonen.

Sehr bald holten die Holländer christliche Missionare ins Land. Sie sollten die einheimische Bevölkerung zum Christentum bekehren – mit wechselndem Erfolg, denn es kam auch zu antiholländischen Aufständen. Insgesamt gelang den holländischen Gouverneuren jedoch, eine Art politische Ordnung unter den noch in steinzeitlichen Verhältnissen lebenden Stämmen herzustellen.

Die Holländer-Zeit ist eine spannende Phase in der frühen Geschichte Taiwans. Damals interessierten sich auch die Japaner und die Spanier für die in den Monsunwinden günstig gelegene Insel, die für die Handelsschiffahrt eine ideale Zwischenstation bildete. Das Kaiserreich auf dem Festland interessierte sich damals überhaupt nicht für Taiwan.
Prof. Dr. Hans Stumpfeldt


Aus der Geschichte der "Bambusrunde"

Selten läßt sich die Geschichte eines kleinen Vereins wie der "Bambusrunde" rekonstruieren, denn deren Dokumentation von Anfang an erscheint selten als aufschlußreich oder gar notwendig. Dabei sind viele Ereignisse in der Vereinsgeschichte durchaus der Erinnerung wert, auch die Persönlichkeiten, welche die Vereinsgeschichte prägten. Auf irgendeine Weise spiegeln sich in ihnen stets auch die allgemeinen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. Ungeordnete Notizen zu Einzelheiten aus den vierzig Jahren der "Bambusrunde" sollen deren Mitglieder zu eigenen Erinnerungen anregen.

Teil 2 – Vergangene Bambusblätter

Halbjährige “Bambusblätter” waren die Vereinszeitschrift der Bambusrunde von 1985 bis 1987.Niemand wird diese unscheinbaren Hefte bis heute aufbewahrt waren, die in den Jahren 1985 bis 1987 erschienen. Sie hatten den Titel "Bambusblätter" und waren eine Vereins-"Zeitschrift" der "Bambusrunde. Fünf Hefte, die einen Umfang von 20 bis 30 Seiten aufwiesen, sind erschienen: halbjährig, A5-Format, klammergeheftet. Das PC-Zeitalter zeichnete sich gerade erst an fernen Horizonten ab, und so wurden diese Seiten zusammengeklebt. Viele Abbildungen gehörten jeweils dazu.

Natürlich erinnerten die "Bambusblätter" an die Veranstaltungen im Berichtszeitraum, stellten die Mitglieder des Vorstands vor und dokumentierten auch wichtige Vorgänge in der Vereinsführung. So hatte Klaus Francke MdB mit Schreiben vom 2. Oktober 1985 mitgeteilt, daß er wegen anderer Verpflichtungen den Vorsitz der "Bambusrunde" niederlegen müsse. Ein Mann der Wirtschaft sollte sein Nachfolger werden. Das war Manfred G. Rieke, seinerzeit Geschäftsführer der "Unimar-Seetransporte".

Nicht nur über solche Vorgänge informierten die "Bambusblätter". Sie stellten auch interessante neue Bücher zu China und Taiwan vor und boten durch kurze Texte Einblicke in Bereiche der chinesischen Kultur, die bis heute weithin unbekannt sind. Hin und wieder waren in ihnen sogar traditionelle chinesische Witze zu lesen, zum Beispiel: Ein Mann, der von seiner Frau verprügelt wurde, kroch unters Bett. "Komm sofort raus!" rief sie. "Ich denke nicht dran," antwortet er, den Kopf ein wenig hervorstreckend, "und du weißt ja: ein Mann, ein Wort!" – Die Zahl dieser Waschlappenwitze ist Legion und vermittelt erheiternde Einblicke in chinesische Familienleben. Ein weiteres Lieblingsthema der Witze sind die Darmwinde: Bei einem Festmahl entfuhr einem Gast ein Furz. Erschrocken sah er sich um, ob jemand das bemerkt habe, und rieb dann mit dem Handballen über die Armlehne seines Stuhls, um einen gleichen Laut hervorzubringen. Da wandte sich sein Nachbar ihm zu und flüstere: "Der erste klang aber ähnlicher."

Manchen Lesern mögen diese bescheidenen "Bambusblätter" ein paar Minuten vergnüglicher Lektüre verschafft haben. Das ist auch dem neuen Mitteilungs-Forum der "Bambusrunde" zu wünschen, das bis in alle Ewigkeiten im Internet bewahrt werden wird. Damit unterscheidet es sich von den einstigen "Bambusblättern". Interessanter ist vielleicht ein weiterer Unterschied: Nach dem Erscheinen eines Heftes schickte Vorsitzender Manfred Rieke der Ein-Mann-Redaktion unverzüglich einige Flaschen eines hochansehnlichen Rotweins. Ob auch der neuen Redaktion solche Freuden zuteil werden?


Prof. Dr. Hans Stumpfeldt


Veranstaltungen in Taiwan

11. Taipeh-Filmfestival 2009

26. Juni bis 12. Juli 2009

Geleitet vom bekannten taiwanischen Regisseur Hou Hsiao-hsian ist das Taipeh-Filmfestival zu einem der einflussreichsten Filmfeste in der chinesischsprachigen Welt geworden. Eine besondere Sektion neben den Wettbewerben nennt sich City Vision, dieses Jahr mit dem Schwerpunkt Berlin. taiwan-info-blitz@gmx.de

Impressum

Herausgeber: Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V.

Präsident: Dr. Gerd Boesken
Vereinsregister Nr. 8536
Mittelweg 144, 20148 Hamburg
Tel: +49 40 4149 6568
Fax: +49 40 447187
Email:newsletter@bambusrunde.de

Redaktionsleitung: Dr. Detlev Langmann, Catherine Lee-Boss, Thomas Glaue.
V.i.S.d.P.: Dr. Detlev Langmann

Die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.

Der Newsletter ist kostenlos im Internet unter http://newsletter.bambusrunde.de aufrufbar. Sein aktuelles Erscheinen wird auf Wunsch mitgeteilt, bitte registrieren Sie sich hierfür per Email an newsletter@bambusrunde.de mit dem "Betreff: Bambusbrief-Vorbote". Ein Druckexemplar ist gegen einen Kostenbeitrag von 2.50 € beziehbar.

Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen Vormonats.

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Taiwan Kalender 2009年6月
Sun 日 Mon 一 Tue 二 Wed 三 Thu 四 Fri 五 Sat 六
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五月初九
2
初十
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十一
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十二
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芒種
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十四
7
十五
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十六
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十七
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十八
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十九
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二十
13
廿一
14
廿二
15
廿三
16
廿四
17
廿五
18
廿六
19
廿七
20
廿八
21
夏至
22
三十
23
閏五月
24
初二
25
初三
26
初四
27
初五
28
初六
29
初七
30
初八
       
             

Mensch trifft Mensch

Europapremiere des Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan

mit "White" am 15. Mai im Kraftwerk der Autostadt Wolfsburg

Das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan zur Europa-Premiere in Wolfsburg.Stille. Auf weiß ausgekleideter Bühne bewegen sich, umspielt von bläulichem Licht, langsam die Tänzer: lautlos, weiß gewandet. Links neun, rechts eine einzelne Tänzerin. Fast unmerklich dreht sich dieser tänzerische Kommunikationsbogen der Einzelnen zur Gruppe. Die anhaltende Stille hält Raum zu Gedankenimprovisationen: Ist es die Abtrünnige, die Einsame, die Suchende? Wer sucht wen? Warum kommen sie nicht zueinander, gehörten sie je zusammen? Da, aus der Stille - hören wir das Rauschen der Lüfter, oder gar des aufbrandenden Meeres? Der weiße Tuchboden beginnt zu wogen, Wellen lassen die Tänzer auf- und abgehen. Drinnen die Suchende, in die Weite blickend; eine Gruppe und die Schöne, sich aus den Augen verlierend, aber auch uns, wenn der Wind das Tuch vor unseren Augen hochwallt. Es gelingt nicht mehr alle Tänzer zugleich zu sehen - wie ein wallender Zengarten, dessen Kiesel sonst Meer oder Himmel in unsere Vorstellungen tupfen, aus denen einzelne Felssteine wie Kykladen hervorragen und doch immer einen von ihnen im Verborgenen halten.

Der Preisträeger des Movimento-Tanzpreises 2009 Lin Hwai-min.Foto: Ammerpohl. Mit freundlicher Genehmigung der Autostadt Wolfsburg.

Die Stille gilt es auszuhalten, erst spät setzen Geigen ein, harmonisch und schon begleitet von dunklen Klavieranschlägen, hauchzarte Pinselstriche auf dem körperumwogenden Meer aus weißem Tuch in unserer Gedankenwelt hinterlassend. Allerdings bleibt die Illustrierung karg, die disziplinierten, kraftvoll beherrschten und doch fließenden Bewegungen der Tänzer dimmen selbst die Farben unserer Vorstellung auf die Bläßlichkeit des Bühnenlichtes. Die Musik holt uns aus der Unendlichkeit des Weiß und der aufwogenden Winde zurück auf eine vertraute Zeitachse, die uns die Unruhe nimmt und wohltuend in vertraute Harmonien eintauchen läßt. Man muß gesehen haben, wie die Tänzer diese scheinbar unendliche Fahrt durch das wogende Meer von der 20-Meter-Bühne sanft in die Phantasie der Zuschauer weben. In der vorangegangenen Einführung sprach der künstlerische Leiter des Kraftwerks, Bernd Kauffmann, sogar von einem zum "Zu-Hören" korrespondierenden "Zu-Empfinden". Wir genießen die anmutigen Bewegungen, nehmen die sich wohltuend abhebenden Körperfarben wahr, wohlwissend um die Konzentration und Disziplin, die dieser Leichtigkeit unterliegen. Die Gruppe drifted nach Osten und uns beschleicht Bangigkeit um jene einzelne formose Tänzerin, die in den stärker werden Wogen auf- und niedergeht.

Das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan mit ihrem choreographischen Leiter Lin Hwai Minh und dem Vertreter Taiwans in Deutschland, Dr. Wu-lien Wei.Foto: Autostadt Wolfsburg.

Ein neuer Vorhang zeigt uns die im dunkelbraunen langen Kleid gewandete Solotänzerin Dung Shu-fen, barfuß, gefangen in einem Lichtschacht, immer schneller wirbelnd umgeben von einer beängstigenden Welt dissonanter Klavieranschlage im Bühnenschwarz. Wir fühlen den dramatischen Höhepunkt dieser Vorstellung beinah körperlich schmerzlich. Wird dieser sich selbst übersteigende Tollwirbel jemals enden und wohin führt er? Die Arme fliehen, flehen zum Licht - eine Sehnsuchende? Eine Allegorie der Isolation und des Hoffnungsstrahls? Heftiges Atmen der Tänzerin in einsetzender Stille, In-sich-zusammensinken - fast sind wir erleichtert, auch wenn uns die grollende Ruhe an dunkel wogendes Wasser nach einem Beben mahnen mag. Gleichsam an ihrer eigenen Schulter zieht sich die Tänzerin nun empor, bäumt sich auf, atmet hörbar und mit der langsam wieder einsetzenden Drehung fällt der Vorhang. Wir sind ganz mit Dir, wunderbare Solo Formosa! Und werden erst später gewahr, in diesen zehn Minuten Epochen durchlitten zu haben - dieses Stück ist den Opfern von Völkermord gewidmet.

Das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan zur Europa-Premiere in Wolfsburg.Foto: Ammerpohl. Mit freundlicher Genehmigung der Autostadt Wolfsburg.

Nach dem "Requiem" eröffnen Tänzer zu schwellenden Gongtönen das dynamische Stück "White II". Unter einem hochziehenden schwarzen Tuchdach laufen hinzukommende weiße Tänzer in die Szene, mit markanten Halbprofilschatten in tigerkatzenhaften Bewegungen. Wir erleben ein beständiges Wechselspiel von Eruption und Fluß, Ausgelassenheit und Zurücknahme, mitunter meint man schier die Elemente, Quarks und Anti-Quarks, sprühen zu sehen. Ineinander verschränkte, mit eckigen Bewegungen umtanzte schwarze Tuchbahnen werden wechselseitig vom Bühnenboden zur Mitte emporgezogen.

Priesterinnen treten ein in schwebender Anmutung mit sphärischer Musik kontrastiert von blitzschnellen Kampfbewegungen der Tänzer und deren Rollen über die auf dem Bühnenboden liegende Tänzer. Ausschweifende, raumgreifende Bewegungen aus einem Impuls heraus, wieder Innehalten und schließlich stimmt die allererste Gesangsstimme, an Enya erinnernd, ein. Wieder sind es Disziplin, äußerste Konzentration und die in den Dimensionen von Bewegung, Helligkeit und Tonalität variierten Spannungsbögen des Ying und Yang, die unser "Zu-Empfinden" im Bann halten, auch wenn uns einige Tänzerinnen später lachend versichern, daß ihre Schweißperlen der Hitze der Bühnenscheinwerfer geschuldet wären.

Das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan zur Europa-Premiere in Wolfsburg.Der letzte, ausklingende Teil (White III) beschert uns nun den Reigen fließender Musik und kommunizierender Balletschritte, hier kommt am Deutlichsten das Training der Tänzer im Balletsaal o h n e Spiegel zum Ausdruck - wie beim TaiChi werden die eigenen Bewegungsfolgen aus denen des Gegenübers entwickelt. Der Partner fungiert als kommunizierender Balletspiegel, ein schöner Gegenentwurf zu leeren Selbstbespieglungen moderner Architektur, in dem Menschen gerade noch als zu handhabendes Risiko in den Planungen der Einlaßschleusen vorkommen. Aus dem atmenden Partnerbezug erleben wir freiwerdende Elementarkräfte und auch wieder ihre Bündelung, sinnbildlich im Ziehen von sich dynamisch überkreuzenden Tuchbahnen und Einbeziehung abgewinkelter buddhistischer Handgesten getanzt.

Dieser, der letzte Teil, entreißt dem Beoabachter nun endgültig den Notizstift, nicht länger vermag er sich der choreographischen und ästhetischen Faszination der Wolkentortänzer zu entziehen.

Lin Hwai-min erhält für sein Lebenswerk den Internationalen Movimentos-Tanzpreis 2009 der VW-Autostadt und der Fernsehsender ZDF und Arte - wir gratulieren dem großen Verzauberer und seinem Ballet. Das Preisgeld will er dem Vernehmen nach dazu verwenden, in den Neubau seines im letzten Jahr in Flammen aufgegangenen Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan zu investieren. Zu gern hätten wir dies mit dem Kauf einer DVD unterstützt. Aber die Reise zu ihren Taipeh-Auftritten im kommenden Juli und September lohnt sich ohnehin.
(lmd)