. . Download | Abonnieren | Weiterempfehlen | Kontakt | Archivrollen | Impressum

Zu dieser Ausgabe

Von Freud und Leid in der Taiwan-Woche

Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Trauriges und Schönes, Fröhliches und Erfolgreiches ist zu vermelden. Dieser Bambusbrief geht darauf ein:

Traurig war das Leid, das der Taifun Morakot über die Insel Taiwan brachte. Die Bambusrunde versuchte durch die Einrichtung eines Spendenkontos zu helfen. 10062 Euro sind bisher auf das Spendenkonto „Morakot geflossen. Danke. Traurig aber verständlich: Die traditionelle Feier zum 10. 10. wurde abgesagt. Kann man feiern während andere um ihre Existenz kämpfen?!

Senatsempfang des Taiwan-Freundeskreises Bambusrunde e.V. und des Chinesisch-Deutschen Kultur- und Wirtschaftsverbandes CDKWV am 14. September 2009. Senatsempfang des Taiwan-Freundeskreises Bambusrunde e.V. und des Chinesisch-Deutschen Kultur- und Wirtschaftsverbandes CDKWV am 14. September 2009. Aber auch das Positive hat alle diejenigen berührt, die wenigstens zeitweise dabei waren. Die Rede ist von unserem Jubiläumsfest, der Taiwanwoche in Hamburg, gefeiert aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Bambusrunde.

Da gab es eine Menge Highlights: Die Eröffnungsveranstaltung in der Uni, der Wirtschaftstag in der Handelskammer mit ca. 70 Teilnehmern (Vorträge), der Empfang im Hamburger Rathaus mit der feierlichen Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages (Fotos l.u.r.) – oder der Höhepunkt – das Gala-Dinner im Alt-Hamburger Bürgerhaus mit 66 Teilnehmern und dem eloquenten und kompetenten After-Dinner-Speaker Prof. Witten über Freud und Leid der Logistikbranche. Auf großen Zuspruch stieß auch der Besuch des Containerschiffs "Ultimate" der Yang-Ming-Reederei.

Dazu feierten Kunst, Kultur und Unterhaltung mit diversen wunderbaren Ausstellungen und vielen Besuchern fröhliche Urständ (Fotos). Vor allem der Familientag und der Karaokeabend waren Erlebnisse für alle. Leider muss man auch das schnöde Mammon erwähnen, das zunächst die Durchführung der Taiwan-Woche in Frage stellte. Nur durch großzügiges privates und offizielles Sponsoring konnte das Fest gerettet werden.

Unser Dank gilt jedoch auch und vor allem den vielen freiwilligen Helfern und Organisatoren, die wirklich etwas Phantastisches aus dem Hut gezaubert haben – allen voran unser Präsident Dr. Gerd Boesken, der sich beinahe aufgerieben hat. Aber: Wie heißt der schöne Spruch? „Eine Gesellschaft ist nur so gut wie ihr aktiver Präsident.“ Eben.

PS: Viermal kommt das Wort „Dank“ in den vorstehenden Zeilen vor. Auch wenn Wiederholungen als „unjournalistisch“ gelten: Hier sind sie gerechtfertigt....

Thomas Glaue

Banner 40 Jahre Bambusrunde.

Morakot“ und Taiwans politischer Taifun

Premier Liu Chao-shiuan (劉兆玄) trat am 10. September mit seinem gesamten Kabinett zurück, um die politische Verantwortung für die schleppende Katastrophenhilfe nach dem verheerenden Taifun „Morakot (莫拉克) von Anfang August zu übernehmen (Taipei Times, China Post). Insbesondere in Süd-Taiwan waren mehrere Hundert Menschen durch Erdrutsche ums Leben gekommen, bei dem auch ein ganzes Dorf verschüttet wurde. Geschwindigkeit und Umfang der Katastrophenhilfe waren auf starke Unzufriedenheit der Betroffenen gestoßen. So hatte der stellvertretende Außenminister Andrew Hsia (夏立言) schon am 18. August seinen Rücktritt eingereicht, da das Außenministerium in der ersten Woche nach dem Taifun ausländische Hilfsangebote außer Geldspenden ausgeschlagen hatte (Taipei Times, China Post). Nachfolger Lius wurde Wu Den-yih (吳敦義), bisher Vize-Chef und Generalsekretär der KMT mit Erfahrung als Magistrat des zentraltaiwanesischen Kreises Nantou und Bürgermeister von Kaohsiung. Stellvertretender Ministerpräsident wurde Eric Chu (朱立倫), Magistrat des Kreises Taoyuan, eine der jüngeren Nachwuchshoffnungen der KMT. Nach Lius Angaben hatten 80-90% der obdachlos gewordenen Opfer finanzielle Unterstützung von der Regierung erhalten, 92% wurden vorübergehend in Kasernen oder Behördengästehäusern untergebracht. Das Parlament habe inzwischen auch ein „Morakot Reconstruction Special Act” (Sondergesetz zum Wiederaufbau nach Morakot, 莫拉克颱風災後重建特別條例) verabschiedet. Der Wechsel an der Spitze der Regierung wird allgemein auch als Versuch gewertet, die zuletzt stark angeschlagene Popularität der KMT-Regierung zu verbessern.

Zu Präsident Mas politischen Schwierigkeiten kommen der Besuch des Dalai Lama hinzu, der von 7 Bürgermeistern und Kreisvorstehern aus von der DPP regierten Regionen eingeladen wurde, die sich vor allem im Süden, in der vom Taifun am stärksten betroffenen Region befinden (China Post, Taipei Times). Die Einladung war auch Ausdruck des tiefen Misstrauens des DPP-Lagers gegenüber der Ma-Regierung, der vorgeworfen wird, Besuche des Dalai Lamas und chinesischer Dissidenten – die in der Vergangenheit schon mehrfach stattgefunden hatten - aus Rücksicht auf China zu blockieren. Diesmal war es der Regierung innenpolitisch nicht möglich, den Besuch zu verhindern, u. a. weil der Dalai Lama den Taifunopfern im stark buddhistisch geprägten Taiwan Trost spenden wollte.

Auf der anderen Seite der Taiwan-Straße sind Besuche des Dalai Lama in Taiwan Tabu, aus welchen Gründen auch immer sie stattfinden. Entsprechend heftig fiel auch die Reaktion aus. Schon setzen KMT-Abgeordnete Präsident Ma unter Druck, mit den geplanten Wirtschaftsvereinbarungen mit China endlich voranzukommen, die nach eineinhalbjähriger Amtszeit noch nicht abgeschlossen sind.

Eine Zwickmühle zwischen Annäherung an China, innenpolitischen Rücksichtnahmen und der Aufrechterhaltung demokratischer Werte. Und zum Jahresende erwartet die Parteien zur Halbzeit von Mas Amtsperiode die Wahl vieler Bürgermeister und Kreisvorsteher, jetzt schon als „mid-term exam“ (期中考) bezeichnet. Es bleibt spannend in Taiwan.

Günter Whittome, Taipeh

Ex-Präsident Chen Shui-bian zu lebenslanger Haft verurteilt

Ex-Präsident Chen Shui-bian und seine Frau Wu Shu-chen sind in erster Instanz zu lebenslanger Haft verurteilt wegen Vorteilsnahme beim Kauf von Land für den Hsinchu Science Park. Weitere Vertraute und Familienmitglieder wurden zu teilweise langjährigen Haftstrafen und/oder hohen Geldstrafen verurteilt. Chens Anwälte kündigten Berufung wegen „ungenügender Beweislage“ an. Die Staatsanwälte kündigten die Berufung an wegen der „Unverhältnismäßigkeit“ in der hohen Strafe für Chens Schwiegertochter und niedriger für den ehemaligen Vertrauten Tsai Ming-che. Es besteht Unklarheit, ob Chen bis zu einem rechtskräftigen Urteil inhaftiert bleibt. Die Frage, ob gegen den Grundsatz des „gesetzlichen Richters“ verstoßen wurde, bleibt weiterhin strittig.

Asien-Pazifik-Wochen

Taipeh stellt sich vor

13. Oktober 2009, 17:00 – 20:00 Uhr im Berliner Rathaus, Wappensaal

Die hochmoderne Metropole Taipeh präsentiert sich im Hinblick Entwicklung, ihre dynamische Wirtschaft und ihre reichhaltigen Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation lädt eine mobile Besucher zum Dialog ein. Im Vorfeld wird am 10.10. 2009 von 16.00 Babylon das Taiyuan Puppet Theatre auftreten, das traditionelle Puppenspielerkultur Elementen westlicher Theaterkonzepte und -methoden verbindet.

Asien-Pazifik-Wochen in Berlin vom 7. bis 18. Oktober 2009


Messen

Taiwan International Photovoltaic Forum & Exhibition

07.~09. Oktober 2009, 12 bis 20 Uhr

Messeplatz: Taipei World Trade Center (TWTC), NANGANG Exhibition Hall, Taiwan

Aufgrund der extremen Wetteränderungen für weitere Informationen bitte telefonisch Kontakt aufnehmen.

08. Oktober Deutschland-Tag 09:30 – 16:00 Uhr
Tel: +886 2 968-898005 or +886 2 966-636186

Im Rahmen des vom BMWi geförderten Deutschen Pavillon veranstaltet der Hauptorganisator mco-online Gmbh einen Deutschland-Tag. Referenten sind: Gotelind Alber, Berliner Energie Agentur, Dulci Chen, Steca Elektronik, Dr. Jürgen Arp, Bundesverband Solarwirtschaft, Jürgen Raach, solar23, Oliver Fink, TÜV Nord Systems und Thomas Grigoleit, Germany Trade and Invest.

Kontakt: Herr Raoul Kubitschek, Project Manager econet taiwan, Tel.: +886-2-2506-9028 Ext. 1800, URL www.dwb-taipei.org.tw


Taiwan International Photovoltaic Forum & Exhibition

07.~09. Oktober 2009, 12 bis 20 Uhr

Messeplatz: Taipei World Trade Center (TWTC), NANGANG Exhibition Hall, Taiwan

Aufgrund der extremen Wetteränderungen für weitere Informationen bitte telefonisch Kontakt aufnehmen.

08. Oktober Deutschland-Tag 09:30 – 16:00 Uhr
Tel: +886 2 968-898005 or +886 2 966-636186

Im Rahmen des vom BMWi geförderten Deutschen Pavillon veranstaltet der Hauptorganisator mco-online Gmbh einen Deutschland-Tag. Referenten sind: Gotelind Alber, Berliner Energie Agentur, Dulci Chen, Steca Elektronik, Dr. Jürgen Arp, Bundesverband Solarwirtschaft, Jürgen Raach, solar23, Oliver Fink, TÜV Nord Systems und Thomas Grigoleit, Germany Trade and Invest.

Kontakt: Herr Raoul Kubitschek, Project Manager econet taiwan, Tel.: +886-2-2506-9028 Ext. 1800, URL www.dwb-taipei.org.tw


Taiwan International Green Industry Show (TIGIS)

21 ~ 24. Oktober 2009

Messeplatz: econet taiwan Pavillon, Taiwan World Trade Center Exhibition Hall, Taipei

Auf der "Taiwan International Green Industry Show" (TIGIS), die einzige international ausgerichtete Umweltmesse in Taiwan, können sich Unternehmen über die Branche informieren und Kontakte knüpfen. Hauptaugenmerke der Ausstellung liegen auf der Wasserindustrie, Umwelttechnologien, Transport und Erneuerbaren Energien.

Kontakt: Herr Raoul Kubitschek, Project Manager econet taiwan, Tel.: +886-2-2506-9028 Ext. 1800, URL www.dwb-taipei.org.tw

Taiwan-Wirtschaftstag in der

Aufschrift 'Handelskammer Hamburg'.
Eingebettet in die Feiern anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der Bambusrunde, lud die Handelskammer am 10. September gemeinsam mit dem Ostasiatischen Verein und der Bambusrunde zu einem Wirtschaftstag Taiwan. Von besonderem Interesse waren die Chancen für deutsche Handels- und Technologieunternehmen in Taiwan, speziell im Umweltbereich.

Eingeleitet wurde der Wirtschaftstag mit Grußworten von Herrn Dickmann, dem stellvertretenden Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Außenhandelsförderung (Herr Dickmann übernahm auch die Moderation), Herrn Dr. Boesken, dem Präsidenten der Taiwan Bambusrunde und Frau CHANG, der Generaldirektorin der Taipeh-Vertretung in Hamburg.

Wirtschaftstag Taiwan in der Handelskammer Hamburg am 10.09.2009.

Bereits in den Grußworten wurde herausgearbeitet, dass viele gute Gründe für ein Engagement deutscher Firmen in Taiwan sprechen:
So gibt es auf beiden Seiten der Taiwanstraße den offensichtlichen Willen, berechenbare, verlässliche und pragmatisch verbesserte Beziehungen zwischen China und Taiwan herzustellen. Daher wiegen die Vorzüge Taiwans um so stärker. Diese sind der hohe Standard an Forschungs- Entwicklungs- und Innovationstätigkeit und die daraus resultierende Verfügbarkeit von qualifizierten und professionellen Arbeitnehmern. Ein weiterer Vorzug ist der hohe Entwicklungsstand einer rechtsstaatlichen Demokratie und Marktwirtschaft. Hinzu kommt die Erfahrung im Umgang mit chinesischen Geschäftspartnern, da inzwischen viele taiwanische Unternehmen in China produzieren und somit für deutsche Geschäftspartner gute Sprungbrettmöglichkeiten nach China bieten.

Da Taiwan praktisch vollständig auf Energieimporte und Kernkraft angewiesen ist, wurde im Rahmen der Konjunkturpakete mehr als eine Milliarde Euro für Projekte in den erneuerbaren Energien bereitgestellt, eine gute Ausgangsbasis für Win-Win-Geschäfte.

Wirtschaftstag Taiwan in der Handelskammer Hamburg am 10.09.2009.

Als erster Redner referierte Herr Jonas Keller, Regional Manager des Ostasiatischen Vereins zur wirtschaftlichen Situation in Taiwan.
Herr Keller stellte die wirtschaftliche Situation in Taiwan sehr umfassend vor. Bei seinem Vortrag arbeitete er heraus, dass die tragende Kraft in der taiwanischen Wirtschaft kleine und mittelständische Unternehmen sind, die wichtigsten Industrieprodukte sind High-Tech-Produkte wie Halbleiter, LCDs und DRAM, weitere Branchen sind die chemische und die Metall verarbeitende Industrie. Die Besonderheiten sind, dass einerseits Produktionsprozesse zunehmend nach China ausgelagert werden während andererseits die Wirtschaft immer mehr zu einer Dienstleistungsgesellschaft wird.

In Bezug auf das Schwerpunktthema vertiefte Herr Keller die Informationen aus den Grußworten. So untermauerte er die hohe Importabhängigkeit mit Zahlen: 99% der Primärenergie wird demnach importiert, nach dem bisherigen Energiemix wird 52,5% der Energie aus Öl, 29,7% der Energie aus Kohle, 10,2% aus Atomkraftwerken, 7,2% aus Gas und 0,4% aus regenerativen Energiequellen gewonnen. Die Besonderheit sei, dass lediglich die letzte Quelle der Energiegewinnung eine einheimische sei. Seit Juni gibt es ein neues Gesetz zur Forcierung der Energiegewinnung aus regenerativen Energiequellen, eindeutiger Fokus sei die Photovoltaik. Hier verspreche man sich Synerigeeffekte, da diese Technologie sehr stark mit der Halbleitertechnologie verwandt sei.

Windenergie könne vor allem im Osten Taiwans gewonnen werden, ebenso sei Potential für Geothermik durchaus vorhanden, wegen der tektonischen Besonderheiten auf Taiwan und dem damit verbundenen Erdbebenrisiko sei jedoch eine Realisierung problematisch.

Dr.-Ing HSIE Liang-han konzentrierte sich bei seinem Beitrag auf die Veränderungen der Wirtschaftsstrukturen in Taiwan. So hat sich Taiwan von einem Fertigungsland für Auftragsarbeiten zu einem High Tech Standort entwickelt, der inzwischen über eigene Forschungs- und Entwicklungskompetenz verfügt. Somit sei Taiwan heute in der Lage, nicht nur Produkte sondern stattdessen komplette Lösungen anzubieten. Die Nutzbarmachung anderer – insbesondere des chinesischen Marktes – führe dazu, dass der Fokus der Taiwanischen Industrie sich von „Made in Taiwan“ hin zu „Made by Taiwan“ entwickele.

Die zu Beginn der Veranstaltung beschriebene „Win-Win-Situation“ entstehe, wenn multinationale Unternehmen in diesen Forschungs- und Entwicklungsprozess integriert werden. Dies umzusetzen sei Ziel und Aufgabe des ITRI-Büros in Berlin.

Anhand zahlreicher Beispiele wurden bereits verwirklichte Kooperationen dargestellt. Zudem hat ITRI sich für die Zukunft zum Ziel gesetzt, mehr Taiwanische Unternehmen zu ermuntern, an dem EU Forschungsrahmenprogramm teilzunehmen.

In Taiwan selbst ist ein Programm aufgelegt worden, um diese als „Wachstumsindustrien“ eingestuften Industriezweige zu fördern:

  • Medizin – und Gesundheitswesen
  • Biotechnologie
  • Erneuerbare Energie
  • Kultur- und Kreativwirtschaft
  • High-end Agrarwirtschaft
  • Tourismus

Herr CHIU Yi-cheh, Direktor der Taipei-Vertretung in Berlin sprach für TAITRA (Taiwan- Aussenhandels-Entwicklungsrat) über Investitions- und Handelsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Taiwan. TAITRA ist die größte taiwanische Organisation zur Handelsförderung mit vier Büros in Taiwan und 48 Niederlassungen weltweit. Somit versteht sich TAITRA als Schnittstelle zwischen der taiwanischen und der internationalen Wirtschaft. Besondere Bedeutung kommt daher der Organisation von Messen und der Hilfestellung für im Ausland tätigen taiwanischen Unternehmen im Umgang mit den dortigen Behörden zu.

Zu Beginn seines Beitrags arbeitete Herr CHIU heraus, dass die aktuelle Wirtschaftskrise zumindest bislang wenig Auswirkungen auf den taiwanisch-deutschen Handel hat, obwohl die taiwanische Wirtschaft ganz besonders hart von ihr betroffen ist. In seinem Beitrag stand im Zentrum, welche Aufgaben zu bewältigen sind, damit die taiwanische Wirtschaft sich wieder nachhaltig erholen kann. Als zentrale Herausforderungen identifizierte er die politische Isolation, die Energieknappheit, die alternde Bevölkerung und die Beziehungen zu China.

Bei dem Thema Energieknappheit kam er zu ähnlichen Resultaten wie Herr Keller. Auch Herr CHIU verwies auf das neue Gesetz zu den Erneuerbaren Energiequellen.

Sehr viel Bewegung ist in das taiwanisch-chinesische Verhältnis gekommen, seitdem Taiwan mit Ma Ying-jeou einen neuen Präsidenten hat, der gegenüber China einen sehr viel pragmatischeren Kurs eingeschlagen hat.

So gibt es viele neue Abkommen wie etwa die zu direkten Schiffs-, Post- und Flugverbindungen, gegenseitige Investitionserleichterungen und auch Kooperationsabkommen zur Verbrechensbekämpfung oder zur Erreichung von Lebensmittelsicherheit. Somit verbessern sich auch die Möglichkeiten, von Taiwan aus (auch) den chinesischen Markt zu bedienen, ohne auf die Vorzüge der hoch entwickelten Forschungs- und Entwicklungscluster und des dortigen, qualifizierten Personals zu verzichten. Zudem werden Steuervergünstigungen und weitere Anreize bei F&E-Tätigkeit geboten. Zu der geographischen und kulturellen Nähe zu China kommt das hohe Maß an Rechtssicherheit, die vergleichsweise niedrigen Lohnkosten und die hohe Lebensqualität.

Somit bieten sich für deutsche Firmen vor dem Hintergrund der Konjunkturpakete, des GPA-Beitritts und des neuen Gesetzes für die erneuerbaren Energiequellen interessante Investitions- und Handelsmöglichkeiten.

Wirtschaftstag Taiwan in der Handelskammer Hamburg am 10.09.2009.

Als letzter Redner stellte Herr Franz E. Simon, Geschäftsführer und Wirtschaftsprüfer von Wotax International die Möglichkeiten von Investitionen in Deutschland und in Taiwan am Beispiel der Solarindustrie dar.

Er präsentierte zunächst einen Überblick, aus dem hervorging, dass Deutschland der Motor der Entwicklung der weltweiten Solarwirtschaft ist und zudem den größten Markt beherbergt.

Bei der Entwicklung der Preise sei für nächstes Jahr sehr viel Potential zu erwarten, da einerseits die Preise seit 2006 um ca. 35% gesunken sind und aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise insbesondere in China erhebliche Überkapazitäten entstanden sind, die zu Dumpingpreisen verkauft werden. Da dem Klimaschutz weltweit ein bislang nicht bekanntes Maß an Aufmerksamkeit gewidmet wird, sehe die Mehrheit der deutschen PV-Produzenten zuversichtlich in die Zukunft.

Er erinnerte an die bereits dargestellten Möglichkeiten der PV-Technologie in Taiwan und verwies auf die Umweltmesse in Taiwan vom 21. bis zum 24. Oktober. Mittlerweile gibt es zahlreiche taiwanisch-deutsche Kooperationen. Für solche Gemeinschaftsprojekte lohne sich ein Blick auf den Markt in Deutschland. Dieser hochspezialisierte Markt mit seinen mittlerweile 48.000 Beschäftigten biete viele Entwicklungsmöglichkeiten. Hinzu kommen umfangreiche Förderprogramme und eine niedrige Effektivbesteuerung, die sich sehr positiv auf die Reallöhne auswirke. Daher bieten sich diesen Kooperationen gute Investitionsmöglichkeiten in Deutschland.

Ein Mittagsimbiss mit Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen rundete diese Veranstaltung ab.

Text: Marius von Winterfeld und Bernd Riegerl,
Fotos: Thomas Glaue; Hamburg


Taiwan Wirtschaftstag - Gehaltene Vorträge

Veranstaltet am 10. September 2009 vom Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V., der Handelskammer Hamburg und dem Ostasiatischen Verein mit freundlicher Unterstützung der Taipeh-Vertretung und des DTJV

Zur Wirtschaftlichen Situation in Taiwan (ppt-Datei)

Jonas KELLER, Regionalmanager Greater China, OAV German Asia-Pacific Business Association.

Herr Jonas KELLER, Regionalmanager Greater China, OAV German Asia-Pacific Business Association

Investitions- & Kooperationsmöglich-keiten für Technologiefirmen in Taiwan (ppt-Datei)

Dr. Liang-han HSIEH, Representative, European Business Group,
ITRI Europe Office Berlin.

Dr.-Ing. Liang-han HSIEH, Representative, European Business Group, ITRI Europe Office Berlin

Investitions- & Handelsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Taiwan (pdf-Datei)

Herr Yi-cheh CHIU, Direktor, Taipeh Vertretung Berlin.

Herr Yi-cheh CHIU, Direktor, Taipeh Vertretung Berlin

Investieren in Taiwan & Deutschland am Beispiel der Solarindustrie (pdf-Datei)

Franz E. SIMON, Geschäftsführer & Wirtschaftsprüfer, Wotax.

Herr Franz E. SIMON, Geschäftsführer & Wirtschaftsprüfer, Wotax International, Düsseldorf

Augenblicke in der Geschichte Taiwans

Gerade einmal vier Jahrhunderte währt die Geschichte Taiwans. Was weiter zurückliegt zählt zur Vor- und Frühgeschichte. Diese 400 Jahre haben es jedoch in sich, denn sie stecken voller dramatischer Ereignisse. Kaum eines von diesen ist in Deutschland allgemein bekannt, und viele kennen sogar die meisten Taiwaner nicht. An solche Ereignisse in der Geschichte Taiwans sollen regelmäßige Notizen erinnern, ohne jede Systematik allerdings.

Teil 6 – Der erste Staat auf Taiwan

Natürlich gibt es Bilder, die diesen Mann zeigen –halbwegs authentische oder ganz fiktive: Cheng Ch'eng-kung. In der chinesischen Tradition hat die Kunst des Porträts nie eine solche Bedeutung gewonnen wie in der europäischen. Viel genauer, meinen manche, zeige die Handschrift, in der künstlerischen Form der Kalligraphie, das Wesen eines Menschen.

Cheng Ch'eng-kung (Koxinga). Derb, aber auch kraftvoll nehmen sich die Schriftzeichen in der abgebildeten Kalligraphie aus. Der Pinsel war tuschegesättigt, die feineren Linien sind nur Zwischenstriche. Kräftig wurde der Pinsel meistens auf die Seide gesetzt, und mit ebenso kräftigem Nachdruck wird er am Ende jeden Schriftzeichens wieder abgesetzt: unruhig erscheint das ganze Schriftbild, und manche von den Rundstrichen passen nicht recht zu dem sonstigen Duktus der Zeichen.

Dieser Cheng Ch'eng-kung war offenbar ein Mann in seinem Widerspruch. Er wurde am 28. August 1624 im japanischen Hirado geboren, als Sohn einer Halbjapanerin und eines chinesischen Marineoffiziers und späteren Piraten. 1630 zieht er mit seinen Eltern nach China zurück, begibt sich 1644 in die Südhauptstadt, Nanking, der chinesischen Herrscherdynastie Ming (1368-1644), um sich dort klassischen Studien zu widmen.

Damals bestand die Ming-Dynastie eigentlich schon nicht mehr. Das Steppenvolk der Mandschu hatte China überrannt und die neue Dynastie Ch'ing (1644-1911) ausgerufen. Nur in manchen Gegenden im Süden leisteten noch Anhänger der Ming Widerstand, die sogenannten Loyalisten.

In Nanking wird der junge Mann einem Mitglied des Ming-Herrscherhauses vorgestellt und erklärt, daß er für dieses kämpfen wolle. Der gibt ihm einen neuen persönlichen Namen, unter dem er in China bekannt wurde, nämlich Ch'eng-kung, "der Erfolgreiche". Er gewährt ihm ebenfalls, nicht selten in China, statt des eigenen Familiennamens Cheng den des Ming-Herrscherhauses, das den Familiennamen Chu hatte, zu führen.

Aus diesem Privileg leitete sich die Ehrenbezeichnung kuo-hsing-ye ab, "der Herr mit dem Familiennamen des Staates (d.h. des Herrscherhauses)". In südchinesischen Dialekten lautete diese ehrenvolle Bezeichnung kok-sing-ya, und aus der wurde in Europa Koxinga. Der Mann, der die abgebildete Kalligraphie schuf, sollte in Europa bald gefürchtet werden.

Bis dahin verging aber noch einige Zeit. Eines der wichtigsten Daten auf diesem Wege war der 30. April 1661. Mit mehr als 900 Kriegsdschunken und 25.000 Mann landete Chng Ch'eng-kung auf Taiwan, damals in holländischer Hand.


Aus der Geschichte der "Bambusrunde"

Selten läßt sich die Geschichte eines kleinen Vereins wie der "Bambusrunde" rekonstruieren, denn deren Dokumentation von Anfang an erscheint selten als aufschlußreich oder gar notwendig. Dabei sind viele Ereignisse in der Vereinsgeschichte durchaus der Erinnerung wert, auch die Persönlichkeiten, welche die Vereinsgeschichte prägten. Auf irgendeine Weise spiegeln sich in ihnen stets auch die allgemeinen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. Ungeordnete Notizen zu Einzelheiten aus den vierzig Jahren der "Bambusrunde" sollen deren Mitglieder zu eigenen Erinnerungen anregen.

Teil 6 – Drachenfeste mit der Bambusrunde

In früheren Jahrzehnten war das auf dem Lande ein Herbstvergnügen kleiner Jungs: aus zwei Latten, einigen Bindfäden, Kleister und Einwickelpapier einen trapezförmigen Drachen zusammenbasteln und dann versuchen, ihn an einer langen Schnur bei günstigem Wind auf einem Stoppelfeld in die Lüfte steigen zu lassen! Längst wurde daraus ein Ganzjahresvergnügen auch erwachsener Männer, die sich ihm vorzugsweise an den Meeresküsten widmen. Damit wurden auch diese "Papierhabichte" immer aufwendiger.

Einladungsflugblat zum Drachenfest in Hamburg am 28.10.1990. Papierhabicht – das ist eine der zahlreichen chinesischen Bezeichnungen für den Flugdrachen, "Windflöte" ist ein anderer. Schon in vorchristlichen Zeiten wurden diese Drachen von den Militärs als Signalinstrument eingesetzt, doch bald dienten sie auch dem Volksvergnügen, vor allem am Tag der der doppelten Neun, dem neunten Tag des neunten Monats. Schon im 10. Jahrhundert waren diese Drachen und die mit ihnen verbundenen Spiele so aufwendig geworden, daß sie verboten wurden. Das tat solchen Drachenfreuden bis in die Gegenwart jedoch nur selten Abbruch.

Wegen dieser kulturellen Hintergründe wandte sich die Drachengruppe Hamburg im Jahre 1990 an die Bambusrunde, mit der Bitte um Mitwirkung. In deren Vorstand erklärte sich Dr. Dr. Rainer Schwedler, Bibliotheksleiter an der Uni Hamburg, bereit, sich hierfür zu engagieren – und das erste Drachenfest stieg am 28. Oktober 1990 am Öjendorfer See in die Lüfte, sozusagen. Schwedler hatte sogar ein kleines Programmheft dafür vorbereitet, und Lautsprecher trugen den Namen der Bambusrunde als – bescheidener – Förderer dieses Ereignisses immer neu über die Wiesen am See.

Für alle Mitwirkenden war das tatsächlich ein Ereignis, denn selten hatten sie ihre Künste mit den Wunderdrachen in so angenehmer Umgebung und in so großer Zahl vorführen können. Einige tausend Zuschauer waren überdies erschienen, und schon bei der fünften Wiederkehr dieses Drachenfestes im August 1994 sahen 15.000 Menschen den Tänzen der Flugdrachen zu. Jetzt widmete auch die HH-Presse diesem Sport, denn das war das Drachenfliegen inzwischen geworden, Aufmerksamkeit, in Wort und Bild. Auch die Bambusrunde als Mitveranstalter wurde dann natürlich erwähnt.

Drachenfest in Hamburg am 28.10.1990. Diese Drachensportler hatten aus dem alten chinesischen, auch japanischen Brauchtum jetzt auch gelernt, daß sich ihre Flugdrachen nicht nur nach Ansehnlichkeit oder Ausgefallenheit der Konstruktion messen, sondern sich auch regelrechte Drachenkämpfe am Himmel ausfechten lassen. Das trug zur Attraktivität dieser begeisternden Veranstaltungen bei.

Aber wie das Leben so will – Dr. Schwedler mußte nach einer schweren Erkrankung auf seine Mitwirkung im Vorstand der Bambusrunde verzichten. Damit fehlte den Drachenkünstlern der Ansprechpartner, und diese Zusammenarbeit endete. Ein kleiner Verein kann eben nur ein kleines Spektrum von Veranstaltungen gestalten oder an ihnen mitwirken.
Prof. Dr. Hans Stumpfeldt




Kalligraphie von Cheng Ch'eng-kung (Koxinga).


Als er schon am 23. Juni 1662 starb, hatte er auf Taiwan die Grundzüge eines damals modernen Staatswesens geschaffen. Mit einem Begriff des 20. Jahrhunderts ließe es sich als "Entwicklungsdiktatur" bezeichnen. In den Zeiten der Chiang-Herrschaft auf Taiwan, denen des Kriegsrechts also, wurde dieses "Herrn mit dem Staatsnamen" oft gedacht: ein Vorgänger in vieler Hinsicht.

Prof. Dr. Hans Stumpfeldt



Vernissagen der Taiwan-Woche

. . . .

Hamburg und Taiwan rücken näher zusammen

Feierliche Unterzeichnung eines Freund-schaftsvertrags zwischen den jeweiligen Kultur- und Wirtschaftsverbänden im Hamburger Rathaus

Hamburg, September 2009. Der Hamburger Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V. und der Chinesisch-Deutsche Kultur- und Wirtschaftsverband (Taipeh/Taiwan) haben im Rahmen eines Senatsempfangs im Hamburger Rathaus einen Freundschaftsvertrag unterzeichnet und Kooperationen vereinbart.

Die Beziehungen zwischen den Bürgern Taiwans und Deutschlands sollen nach Überzeugung und Willen der Mitglieder der beiden Vereine verbessert beziehungsweise vertieft werden“, heißt es im Vertrag.

Dies solle durch regelmäßige und nachhaltige Zusammenarbeit gewährleistet werden, die alle Lebensbereiche umfasse – vor allem die Bereiche Kultur, Sport, Wirtschaft, Wirtschaftspolitik und Gesellschaft. Dazu gehöre auch, Kontakte zu Behörden, NGOs und

Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages durch die Präsidenten Herrn Dr. Boesken und Frau Prof. Han.

staatlichen Stellen in beiden Ländern herzustellen oder zu intensivieren.

Im Namen des Hamburger Senats begrüßte Staatsrat Carsten Frigge die Vereinbarung und betonte die große wirtschaftliche Bedeutung, die Taiwan für die Hansestadt habe. Außerdem würdigte er die Arbeit des Taiwan-Freundeskreises Bambusrunde, der nunmehr seit 40 Jahren die Beziehung zwischen Deutschland und Taiwan fördert.

Wir sind glücklich, den für uns idealen Partner gefunden zu haben, der in vielen Punkten als Pendant zur Bambusrunde gesehen werden kann“, so Dr. Gerd Boesken, Präsident des Taiwan-Freundeskreises Bambusrunde.

Frau Prof. Charlotte Han, Präsidentin des Chinesisch-Deutschen Kultur- und Wirtschaftsverbandes, bestätigte, dass es viele Berührungspunkte gebe. Außerdem gratulierte sie der Bambusrunde zu ihrem 40. Geburtstag und lud dazu ein, in vier Jahren, wenn ihr Verband 80 werde, gemeinsam in Taipeh zu feiern.

Rüdiger Stettinski, Hamburg




Die Vertreter Taiwans in Deutschland und die CDKWV-Delegation.

Mensch trifft Mensch - Ein Schulaustausch der besonderen Art

Georgsanstalt – Berufsbildende Schule II Uelzen und Vocational School Chiatung

In der Regel eignet sich ein Sprachaustausch hervorragend dazu, um das Erlernen einer Fremdsprache zu unterstützen, weswegen Schüler sich zu einem Aufenthalt ins Ausland aufmachen. Ins Ausland machen sich auch Schüler zweier Berufsfachschulen aus Deutschland und Taiwan auf – allerdings steht bei ihnen nicht das Erlernen einer Fremdsprache im Vordergrund, vielmehr das Kennenlernen des Arbeitsalltags in einem fremden Land.

Ankunft auf dem Flughafen Kaohsiung.


Seit einer langen Reihe von Jahren pflegen zwei berufsbildende Schulen eine Schulpartnerschaft: die Georgsanstalt – Berufsbildende Schule II in Uelzen und die Vocational School (Berufsschule) in Chiatung (Jiadung, 佳冬鄉) im Landkreis Pinktung (Pingtung County, 屏東縣) auf Taiwan. Die Georgsanstalt bietet als traditionelle Bildungseinrichtung für den ländlichen Raum seit 150 Jahren Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft an. Daneben gehören Hauswirtschaft, Floristik, Altenpflege und Sozialpädagogik zum Angebotskatalog. Die Partnerschule in Chiatung lehrt im Bereich der Ernährung, wobei von der Erzeugung pflanzlicher und tierischer Produkte, über deren Verarbeitung bis zur Dienstleistung in Restaurantbetrieben alles erlernt werden kann.

Schüler aus Deutschland und Taiwan bei gemeinsamer Holzbearbeitung.

Ihren Kontakt pflegen sie über rege Korrespondenzen und in wiederkehrenden Turnus arrangieren sie gegenseitige Besuche. Bei diesen Gelegenheiten tauschen sich die deutsch-taiwanische Delegationen, bestehend aus Schülern, Lehrkräften, Alumnis und Leitern von Ausbildungsbetrieben, über ihr jeweiliges Umfeld aus:
Politischer Alltag in den gelebten Demokratien und deren Entwicklungsprozesse seien Diskussionsthemen unter den Schülern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der entsprechenden Bildungseinrichtungen werden in den Augenschein genommen, wobei dann unumgänglich Betrachtungen der verschiedenartigen Bildungssysteme folgen. Fernöstliche Ansichten stehen westlichen gegenüber. Mit Interesse besehen die Taiwaner die Eigenarten des dualen Bildungssystems in Deutschland und erörtern mögliche Umsetzung bzw. Ergänzung von deutschen Lehrweisen in taiwanische Methodiken. Die deutschen Pädagogen hingegen stellen staunend fest, dass nahezu fünfzig taiwanische Schüler in einem Klassenraum in der Lage sind, den Ausführungen des Lehrers diszipliniert zu begegnen. Sie nehmen zur Kenntnis, dass in der Regel nach dem spätnachmittäglichen Schulschluss individueller Musikunterricht und private Förderungsmaßnahmen erfolgen und die Schüler erst dann anschließend sich der Erledigung der Hausaufgaben widmen.

Zum gegenseitigen kulturellen und schulischen Austausch zählen sowohl die Besichtigung von deutschen und taiwanischen Betrieben, als auch das Erleben von kulturellen Darbietungen. Ebenso gehören Besuche von Bildungseinrichtungen zum beidseitigen Transfer von unterschiedlichen Zivilisationsformen. Das Absolvieren eines Betriebspraktikums im jeweiligen Gastland werden sowohl von deutschen als auch taiwanischen Schüler gerne wahrgenommen.

Schulleiter Chang (Chiatung) mit Praktikantin Ina Geisler aus Harburg. So hat im vergangenem Jahr Ina Geisler, Absolventin der Fachoberschule Agrar, ein betriebliches Praktikum beim Kenting Nationalpark im Süden Taiwans durchlaufen, um die Übergangszeit zum Beginn des Studiums der Garten- und Landschaftsarchitektur erfahrungsreich zu gestalten.

Auch Tanja Menke nutzte ein Praktikum in einem taiwanischen Gartenbaubetrieb zur Ergänzung ihrer Kenntnisse bezüglich der Pflanzenwelt. Ferner erhielt der Schüler Dominik Feistkorn im Rahmen eines Praktikums in einem Biologielabor die Chance, sich seinem Interessenfeld der Chlorella Algenzucht zu widmen, während Schüler Tilman Pradt sich an einer taiwanischen Universität im journalistischen Bereich etablierte. Zeitgleich begaben sich taiwanische Schüler nach Norddeutschland und haben in deutschen Betrieben die Berufswelt in den Focus genommen. Sprachbarrieren können sich als kleines Handicap herausstellen, bei der aber jugendliche Flexibilität stets hinweg hilft.

Wie Joachim Meyer weiß, können sich Sprachbarrieren als kleines Handicap herausstellen, bei der aber jugendliche Flexibilität stets hinweg helfe.

Ein Austausch unter Schülern, die ihren Alltag in unterschiedlichen Hemisphären leben, ist ein unübertreffliches Mittel, um jungen Menschen einander begegnen und erleben zu lassen. Das wissen die Schüler, Lehrer und Eltern der Georgsanstalt und der Vocational School unlängst, denn nicht umsonst pflegen die beiden berufsbildenden Schulen seit nahezu 25 Jahren eine gelungene Schulpartnerschaft.

Joachim Meyer, Georgsanstalt Uelzen



Leserbrief

Besuch des Yang-Ming-Containerschiffs "Ultimate"

Der Besuch auf dem 2007 in Dienst gestellten Yang Ming Container Schiff  "Ultimate" war ein einmaliges Erlebnis auch für uns Hamburger, die ihren Hafen, sollte man denken, eigentlich kennen. Erst ein Blick auf die Kaianlagen und den Lade - und Löschbetrieb, das alles schon sehr gewaltig und eindrucksvoll. Dann das Schiff: Ein Koloß,  330 Meter lang, kann über 8000 Container befördern, braucht mit 25 Knoten Geschwindigkeit 3 Wochen von Taiwan hierher.

Einführung auf dem Yang-Ming-Containerschiff 'Ultimate' am 18.09. 2009. Wir waren auf der Brücke, wo uns der Hamburger Hafenkapitän für das Schiff, selbst früher Kapitän auf große Fahrt, alles was wir an Fragen hatten sehr geduldig erklärte. Unten im Maschinenraum dann ein Wirrwarr an Technik, alles natürlich nicht aus Deutschland, sondern vorwiegend aus Korea (Hyundai).  Keinerlei Spuren mehr deutscher Technik von z.B. Deutz und MAN, wie man sie früher auf fast allen Schiffen der Welt antraf. Die Besatzung sehr sehr freundlich und bemüht, wie die Chinesen/ Taiwanesen eben sind, niemals haben wir uns als eine Belastung empfunden (obwohl wir natürlich eine gewesen sein dürften).

Und über allem der Sonnenschein eines Frühherbsttages, in einem schöneren Kleid kann sich der Hafen einfach nicht präsentieren! Natürlich waren alle begeistert.

Wie Sie sehen, haben Sie mit Ihrer Entscheidung, überhaupt diese Besichtigung zu ermöglichen und meiner Frau und mir die Teilnahme daran zu ermöglichen, etwas sehr sehr Gutes bewirkt, und wir möchten uns noch einmal vielmals dafür bedanken.

Dr. Helmut Münzberg
Fotos: Redaktion bbb

Gastgeber des Yang-Ming-Containerschiffs 'Ultimate' am 18.09. 2009.

Gastgeber des Yang-Ming-Containerschiffs 'Ultimate' am 18.09. 2009.

Veranstaltungen in Taiwan


Oktoberfest

08.~25. Oktober 2009, ab 18:30 Uhr, No. 5, Deh Shing West Road, Shilin District, Taipei City" in Wendel‘s German Bakery & Bistro

Offizielle Eröffnung am 09. Oktober 2009 ab 18:30 Uhr

BLUES BASH No. 6

Taiwan's True Blues Festival

,

12. November 2009, 21~01 Uhr, No. 90 Song-Ren Rd., Taipeh im "Taipei Roxy Roots"

13. November 2009, 21~01 Uhr, No. 21 Da-Guan Rd., Taichung im "89K"

14. November 2009, 13:00/ 17:30/18:30~24:00 No. 95 Min-Zu, 2nd St., Xizi, "Xizi Dream Community"
Gebühr: jeweils 500 NTD pro Person


Impressum

Herausgeber: Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V.

Präsident: Dr. Gerd Boesken
Vereinsregister Nr. 8536
Mittelweg 144, 20148 Hamburg
Tel: +49 40 4149 6568
Fax: +49 40 447187
Email:newsletter@bambusrunde.de

Leserbriefe.

Redaktionsleitung: Dr. Detlev Langmann, Catherine Lee-Boss, Thomas Glaue.
V.i.S.d.P.: Dr. Detlev Langmann

Die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.

Der Newsletter ist kostenlos im Internet unter http://newsletter.bambusrunde.de aufrufbar. Sein aktuelles Erscheinen wird auf Wunsch mitgeteilt, bitte registrieren Sie sich hierfür per Email an newsletter@bambusrunde.de mit dem "Betreff: Bambusbrief-Vorbote". Ein Druckexemplar ist gegen einen Kostenbeitrag von 2.50 € beziehbar.

Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen Vormonats.

Trotz sorgfältiger Bearbeitung übernehmen wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und die Richtigkeit der Beiträge. Für den Inhalt extern verlinkter Seiten bleiben ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.


Trauerflor für die Opfer des Taifuns 'Morakot'.

Spendenkonto für die Opfer des Taifuns "Morakot"

Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V.
Eingegangene Spenden bis einschliesslich September 2009: 10062 Euro.
Spenden-Telefon: +49-40-41496568

Hamburger Sparkasse
Bankleitzahl: 200 55 50
Spenden-Kontonummer: 1230136648
Kennwort: Morakot


Taiwan Kalender 2009年10月
Sun
Mon
Tue
Wed
Thu
Fri
Sat
        1
八月
十三
2
十四
03
十五
4
十六
5
十七
6
十八
7
十九
8
寒露
9
廿一
10
廿二
11
廿三
12
廿四
13
廿五
14
廿六
15
廿七
16
廿八
17
廿九
18
九月
19
初二
20
初三
21
初四
22
初五
23
霜降
24
初七
25
初八
26
初九
27
初十
28
十一
29
十二
30
十三
31
十四

what‘s your Taiwan No.1