Zu dieser Ausgabe
Von Freud und Leid in der Taiwan-Woche
Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Trauriges und Schönes, Fröhliches und Erfolgreiches ist zu vermelden. Dieser Bambusbrief geht darauf ein:
Traurig war das Leid, das der Taifun Morakot über die Insel Taiwan brachte. Die Bambusrunde versuchte durch die Einrichtung eines Spendenkontos zu helfen. 10062 Euro sind bisher auf das Spendenkonto „Morakot“ geflossen. Danke. Traurig aber verständlich: Die traditionelle Feier zum 10. 10. wurde abgesagt. Kann man feiern während andere um ihre Existenz kämpfen?!
Aber auch das Positive hat alle diejenigen berührt, die wenigstens zeitweise dabei waren. Die Rede ist von unserem Jubiläumsfest, der Taiwanwoche in Hamburg, gefeiert aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Bambusrunde.
Da gab es eine Menge Highlights: Die Eröffnungsveranstaltung in der Uni, der Wirtschaftstag in der Handelskammer mit ca. 70 Teilnehmern (Vorträge), der Empfang im Hamburger Rathaus mit der feierlichen Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages (Fotos l.u.r.) – oder der Höhepunkt – das Gala-Dinner im Alt-Hamburger Bürgerhaus mit 66 Teilnehmern und dem eloquenten und kompetenten After-Dinner-Speaker Prof. Witten über Freud und Leid der Logistikbranche. Auf großen Zuspruch stieß auch der Besuch des Containerschiffs "Ultimate" der Yang-Ming-Reederei.
Dazu feierten Kunst, Kultur und Unterhaltung mit diversen wunderbaren Ausstellungen und vielen Besuchern fröhliche Urständ (Fotos). Vor allem der Familientag und der Karaokeabend waren Erlebnisse für alle. Leider muss man auch das schnöde Mammon erwähnen, das zunächst die Durchführung der Taiwan-Woche in Frage stellte. Nur durch großzügiges privates und offizielles Sponsoring konnte das Fest gerettet werden.
Unser Dank gilt jedoch auch und vor allem den vielen freiwilligen Helfern und Organisatoren, die wirklich etwas Phantastisches aus dem Hut gezaubert haben – allen voran unser Präsident Dr. Gerd Boesken, der sich beinahe aufgerieben hat. Aber: Wie heißt der schöne Spruch? „Eine Gesellschaft ist nur so gut wie ihr aktiver Präsident.“ Eben.
PS: Viermal kommt das Wort „Dank“ in den vorstehenden Zeilen vor. Auch wenn Wiederholungen als „unjournalistisch“ gelten: Hier sind sie gerechtfertigt....
Thomas Glaue
Taipeh
Taichung
Kaohsiung
Hamburg
Berlin
München
Derb, aber auch kraftvoll nehmen sich die Schriftzeichen in der abgebildeten Kalligraphie aus. Der Pinsel war tuschegesättigt, die feineren Linien sind nur Zwischenstriche. Kräftig wurde der Pinsel meistens auf die Seide gesetzt, und mit ebenso kräftigem Nachdruck wird er am Ende jeden Schriftzeichens wieder abgesetzt: unruhig erscheint das ganze Schriftbild, und manche von den Rundstrichen passen nicht recht zu dem sonstigen Duktus der Zeichen.
Papierhabicht – das ist eine der zahlreichen chinesischen Bezeichnungen für den Flugdrachen, "Windflöte" ist ein anderer. Schon in vorchristlichen Zeiten wurden diese Drachen von den Militärs als Signalinstrument eingesetzt, doch bald dienten sie auch dem Volksvergnügen, vor allem am Tag der der doppelten Neun, dem neunten Tag des neunten Monats. Schon im 10. Jahrhundert waren diese Drachen und die mit ihnen verbundenen Spiele so aufwendig geworden, daß sie verboten wurden. Das tat solchen Drachenfreuden bis in die Gegenwart jedoch nur selten Abbruch.
Diese Drachensportler hatten aus dem alten chinesischen, auch japanischen Brauchtum jetzt auch gelernt, daß sich ihre Flugdrachen nicht nur nach Ansehnlichkeit oder Ausgefallenheit der Konstruktion messen, sondern sich auch regelrechte Drachenkämpfe am Himmel ausfechten lassen. Das trug zur Attraktivität dieser begeisternden Veranstaltungen bei.

So hat im vergangenem Jahr Ina Geisler, Absolventin der Fachoberschule Agrar, ein betriebliches Praktikum beim Kenting Nationalpark im Süden Taiwans durchlaufen, um die Übergangszeit zum Beginn des Studiums der Garten- und Landschaftsarchitektur erfahrungsreich zu gestalten.
Wir waren auf der Brücke, wo uns der Hamburger Hafenkapitän für das Schiff, selbst früher Kapitän auf große Fahrt, alles was wir an Fragen hatten sehr geduldig erklärte. Unten im Maschinenraum dann ein Wirrwarr an Technik, alles natürlich nicht aus Deutschland, sondern vorwiegend aus Korea (Hyundai). Keinerlei Spuren mehr deutscher Technik von z.B. Deutz und MAN, wie man sie früher auf fast allen Schiffen der Welt antraf. Die Besatzung sehr sehr freundlich und bemüht, wie die Chinesen/ Taiwanesen eben sind, niemals haben wir uns als eine Belastung empfunden (obwohl wir natürlich eine gewesen sein dürften).


